Die Schriftenreihe ist jetzt nicht ganz neu, aber nach einiger Zeit gibt es jetzt eine neue Publikation, an der auch mein sehr geschätzter Kollege Lars Gerhold beteiligt war:
Das spezielle Thema hat erstmal nicht so viel mit Überwachung zu tun, aber für die Themen des Blogs, zu denen auch Sicherheit gehört, ist diese Schriftenreihe und auch die neueste Veröffentlichung, eine exzellente Quelle mit interessanten Themen.
Eine Doku zu der SendungAktenzeichen XY ungelöst, die viele Aspekte berührt, die wir hier im Blog auch immer mal wieder besprechen. Ich bin erst gerade drauf aufmerksam geworden, daher hier auch erst jetzt.
Dazu sei als Lesestoff diese beiden Texte von David Gugerli empfohlen
Suchmaschinen und Subjekte, in Lorenz Engell Kulturgeschichte als Mediengeschichte, 2006, Weimar: Universitätsverlag.
Beide Aufsätze hören waren vor seinem Buch “Suchmaschinen. Die Welt als Datenbank”, erschienen, in dem es auch ein Kapitel zur Sendung gibt. 2009, FfM: edition unseld SV. Die hier verlinkten Texte scheinen Vorstudien oder Ideen dazu gewesen zu sein. Auf jeden Fall eine Lektüre wert.
Unter dem Titel “Palantir unter Druck – Europäische Alternativen rücken in den Fokus” Heise fasst die Diskussion in Deutschland über die maximal umstrittende Software Palantir zusammen und diskutiert mögliche Alternativen. Zu Palantir, so möchte man meinen, ist bereits alles gesagt – doch es finden sich immer noch Perspektiven darauf. Hier eine kleine Sammlung, die es wert zu lesen ist (und wenn nur um meine Macke nach Vollständigkeit nachzukommen, vergeblich in diesem Fall…)
Eine mehr auf die Personen hinter Palantir stehenden Personen konzentrierte Geschichte. Moira Weigel — Palantir Goes to the Frankfurt School, 07/2020 (schon etwas älter, dafür peer-reviewed und mit vielen Verweisen)
Es gibt darüber hinaus nicht erst seit kurzem eine Reihe von Beiträgen zur Einführung von Palantir bei Deutschen Polizeibehörden, z.B. bei Heise (24.3.2025) oder im Deutschlandfunk (9. 12. 2023 Breitband)
Der Titel hat es schon in sich, da konnte ich nicht dran vorbeisehen. Dass der Artikel wieder Mal mit einem Augen-Icon bebildert ist, passt hier vielleicht sogar besser als bei vielen anderen Artikeln zum Thema.
Ob alle deutschen Polizei- und Innenbehörden sich dem verschließen, also diese Software nicht installieren und nutzen, bleibt abzuwarten. Einige tun es, einige nicht. Die Informationslage zur Software und den Hintergründen ihres Miteigentümers Peter Thiel ist nicht zu übersehen. Das aber hat die Securokraten noch nie abgehalten, unsinnige und gefährliche Dinge zu kaufen oder umzusetzen.
Was für ein Wortungetüm. Dass dieser Bericht eine lange Geschichte hat, spricht für sich, nun aber kann er gelesen werden, bestimmt einen Blick wert:
Forschungsbericht des Max-Planck-Instituts zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht im Auftrag des Bundesministeriums der Justiz (BMJ) und des Bundesministeriums des Innern und für Heimat (BMI). Pilotstudie basierend auf der wissenschaftlichen Evaluation ausgewählter Überwachungsbefugnisse der Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden.
Gegenwärtig wird ja wieder mal die Vorratsdatenspeicherung diskutiert, die man unbedingt brauchen würde. Kein Anschlag ohne weitere Forderungen, was einerseits verständlich ist, andererseits immer nur dem kurzfristigen Hype und der Aufregung folgt, um dann wieder aus den Schlagzeilen zu verscheinden, oft dann wenn es Geld kostet. Nur ein Beispiel: NRW-Überwachungspaket versetzt Datenschützerin “in Alarmbereitschaft” aus dem letzten Oktober. Die Diskussion weiterer Untoter der Überwachungswünsche lässt sich leicht im Netz verfolgen – mit der neuen Regierung, da bin ich mir sicher, kommen einige dieser muffig riechenden Ideen wieder an die frische Luft.
Im Podcast Schuld, Strafe, Recht? des Fritz Bauer Forums spricht Thomas Galli mit seinem Gästen über verschiedene Aspekte des Themas – wobei es dabei nicht gehen dürfte, wäre eine Forderung nach härteren Strafen.
In dem Podcast will Thomas Galli mit seinen Gästen über die Sinnhaftigkeit unserer Strafen und unseres Strafvollzugs ins Gespräch kommen. Nach Fritz Bauer stammt unser Schuldstrafrecht aus der Affenzeit. Sollten wir es überwinden, und wie könnte ein humaner Umgang mit Straftaten aussehen? Darüber spricht Thomas Galli unter anderem mit Opfern, Tätern, Inhaftierten, Angehörigen und Wissenschaftler*innen.
Eher per Zufall bin ich in einer Buchhandlung in Greifswald auf dieses Buch hier gestoßen: Der Freund. Im Visier der Stasi, von Peter Volkmann. Ein Roman, halb autobiografisch, der sehr beklemmend die Geschichte der Repression, der Überwachung, der perfiden Macht des DDR-Regimes, der Stasi und der Vergiftung einer ganzen Gesellschaft beschreibt. Lesenswert, nicht immer angenehm.
Im Film sind Spione entweder wie James Bond sexy und irgendwie mondän, aber eigentlich Quatsch. Oder aber sie sind irgendwo in der Wüste, im Nahen Osten im Kampf gegen den Terror unterwegs, bestenfalls in zweifelhafter Mission, irgendwie verstrickt in Situationen, die weder gut noch böse sind, sondern schlimm für alle, mithin Opfer zynischer Politik. Dann gab es noch die im Kalten Krieg, deren Geschichten eine Zeit widerspiegeln, in der Menschen wenig gezählt haben, Ehre, Werte und Verrat aber ein große Rolle spielten – John Le Carre hat davon die besten Geschichten erzählt.
Was uns der Trainler dieses Film allerdings erzählt sind Spione, Spycops, die im eigenen Land zumeist linke Gruppen infiltrieren und dabei so weit gehen, wie man sich das ausmalen kann, aber eigentlich nicht möchte: The Spies Who Ruined Our Lives erzählt von den britischen Undercover-Polizisten, die Umwelt-, Menschenrechts-, Tierrechtsaktivisten und andere Gruppen unterwandert haben, über 40 Jahre lang. V-Leute kennen wir aus dem (lückenhaften) Kampf gegen Rechts in Deutschland. Beim NSU haben diese eine zweifelhafte Rolle gespielt, sie sind aber nicht Polizei. In der Roten Flora in Hamburg sind verdeckte Ermittlerinnen der Polizei (im Nachhinein) aufgeflogen, in Großbritannien ist diese Thema schon länger im Fokus der Kritik und auch von Untersuchungen, u.a. in dem Buch Secret Manoeuvres in the Dark Corporate and Police Spying on Activists, von Eveline Lubbers (PlutoPress). Hier könnt ihr den Trainer sehen (bei Vimeo, damit ich ihn einbinden konnte, auf der Webseite oben gibt es ihn aber auch).
Vor zehn Jahren arbeitete der Dokumentarfilm „Citizenfour“ die Geschichte des Whistleblowers Edward Snowden und seiner Enthüllung eines globalen Überwachungs- und Spionageskandals auf. Seitdem hat sich viel verändert. Oder?
aus dem Flyer zur Veranstaltung Revisiting The state of surveillance today. Revisiting „Citizenfour“
Anlässlich des Jubiläums des Films – und damit ja auch der Enthüllungen durch Snowden 2013 – veranstaltet das Weizenbaum-Institut einen Workshop und zeigt im Anschluss den Film.
Zeit und Ort: 11. September 2024 in der Zeit von 14:00 Uhr bis 17:30 Uhr, Hardenbergstraße 32, 10623 Berlin.
Weil es bestimmt nicht nur mir auffällt – ist der Termin Zufall? Ich kann es kaum glauben….
Ich bin erst heute darauf gestoßen, die 12. Folge ging gerade letzte Woche online und scheint jetzt zu Ende zu gehen. Das Thema ist zentral auch für diesen Blog.
Police Officer Mark Kennedy aka ‘Mark Stone’ is unmasked by the friends and lovers he was sent to spy on. Andy Whittaker investigates how he and other ‘spycops’ operated.