Category: Polizei/Militär/Geheimdienst

Die Anschwärz-App der Saudis

Unter der Überschrift “Saudische App gegen Meinungsfreiheit: Google und Apple reagieren nicht” berichtet der Deutschlandfunk über eine zweifelhafte App, mit der man als Bürger – wenn man das so nennen kann dort – andere Mitbürger melden kann. So weit, so erwartbar in Saudi-Arabien. Dass Goolge und Apple diese App in ihren Stores führen und weder einen Warnhinweis anbringen, noch sich verweigern, könnte man als Skandal sehen, ist aber auch im Normalbereich des Digitalkapitalismus, oder des Überwachungskapitalismus (Zuboff).

Auch bei Tagesschau zum Lesen: “Anschwärzen per App” Dass wenig Hehl darum gemacht wird, was mit der App beabsichtigt ist, wird in der Beschreibung klar.

Die App scheint auf den ersten Blick recht harmlos. In der Beschreibung heißt es: “Diese App soll jedem Bürger in Saudi-Arabien ermöglichen, die Rolle eines Polizisten einzunehmen. Zur Unterstützung der Behörden kann man Fotos, Videos oder einen Screenshot über die App einsenden.”

Überwachung der Geheimdienste

Auf der SSN 2022 in Rotterdam habe ich vorvergangene Woche einige interessante Vorträge gehört und dabei einige Entdeckungen gemacht. Hier ist eine: das Forschungsprojekt Guard // Int, welches sich mit den Kontrollmöglichkeiten von Geheimdiensten in Europa beschätigt. Watching die verschwiegensten aller Watcher gewissermaßen.

GUARDINT is a European research project that examines surveillance, intelligence and oversight. The main goal is to build empirical and conceptual tools to better understand the limits and potential of intelligence oversight mechanisms.

Inside G20, eine Podcast-Serie

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Inside G20, eine Podcast-Serie

Studierende des Journalistik-Studienganges haben eine Podcast-Serie zu den Geschehnissen rund um den G20-Gipfel 2017 in Hamburg. Insgesamt sind es sechs Teile, die bis Anfang Juli veröffentlicht werden.

Die Bilder von den Ausschreitungen beim G20 Gipfel in Hamburg im Juli 2017 gingen um die Welt. Genau fünf Jahre später blickt dieser Podcast hinter die Schlagzeilen von damals und fragt: Wie konnte sich die Lage derart zuspitzen? Welche Rolle spielte die linke Szene, welche Verantwortung tragen Polizei und Politik? “INSIDE G20” lässt viele verschiedene Stimmen und Perspektiven zu Wort kommen

Automating Banishment

The Stop LAPD Spying Coalition is a community group rooted in the Skid Row community on Tongva/Gabrielino land, stolen territory known as Los Angeles. Over the past decade, we have been working to build power to abolish LAPD surveillance.

Mit diesem Zitat, welches auf der Website mit dem Untertitel The Surveillance and Looting of looted land. steht, ist schon fast alles dazu gesagt. Es fehlt noch der Hinweis, dass die Informationen reichlich sind, super aufgearbeitet, mit Karten, Texten und Bildern. Es geht um Data-driven policing, also auch im predictive policing, um Rassismus und amerikanische (Kolonial-)Geschichte in L.A.

Bild von der Webseite https://automatingbanishment.org

Buch: Perspektiven der Polizeiforschung

Als Ergebnis der ersten Nachwuchstagung zu Empirischer Polizeiforschung vom letzten Jahr in Berlin gibt es einen schönen Sammelband mit verschiedenen Beiträgen – und als open access auch für alle zugänglich.

Herausgegeben wurde der Band von Clemens Arzt, Nathalie Hirschmann, Daniela Hunold, Sven Lüders, Christoph Meißelbach, Marschel Schöne, Birgitta Sticher (Hrsg.)

Perspektiven der Polizeiforschung (pdf)

Rassismus im Großstadtrevier

Die ARD-Vorabendserie “Großstadtrevier” ist ein Dauerbrenner im Fernsehen und nochmehr Teil einer Hamburger Stadtkultur, über deren Weltläufigkeit man durchaus streiten kann. Oft ist und war die Serie sehr gediegen, hatte aber mit ein paar der Protagonisten echte Originale schaffen können – nicht zuletzt durch den verstorbenen Jan Fedder, eine Art Hamburger Volksschauspieler und Original.

Vor allem aber hat die Serie wohl immer wieder auch ermöglicht über Polizei nachzudenken. Das passierte nicht immer und nicht allzuoft, vor allem transportierte die Serie ein sehr zugewandtes Bild der Polizei. Aber auch hier wandeln sich die Zeiten und in einer Folge der aktuellen Staffel nehmen sich die Macher dem Thema Rassimus in der Polizei an. Und das, so kann ich sagen, sehr gut. Richtige Fragen, gute Darstellung, guter Plot.

Wahrheit oder Pflicht (Folge 467), 13.12.20210

Wär doch auch schön wenn die Fiktion der Realität die Richtung vorgibt, wenigstens bei diesem Thema in diesem Fall…

Film: All Light, Everywhere!

Und in der Reihe zu Polizei-verbundenen Themen noch dieser Filmtipp eines wie mir scheint ungewöhnlichen, wohl aber außergewöhnlich guten Film über Polizei, Überwachung, Sehen, Sichtbarkeit usw. Der Trailer macht Lust auf mehr

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Und mehr ist da auf jeden Fall. Beworben wird der Film mit folgenden Worten:

ALL LIGHT, EVERYWHERE is an exploration of the shared histories of cameras, weapons, policing and justice. As surveillance technologies become a fixture in everyday life, the film interrogates the complexity of an objective point of view, probing the biases inherent in both human perception and the lens.

Studie zur Konflikt und Polizei im Stadtraum

Und weiter mit der Polizei – wobei diese in der hier aufgeführten Studie nur eine Akteurin unter mehreren ist. Da ich diese Studie mit der von mir geleiteten Forschungsstelle für strategische Polizeiforschung, an der ich mich momentan mit Polizei und allem, was dazu gehört, beschäftigte, sei auch hier einmal darauf hingewiesen.

Bei dem vom Kollegen Christian Wickert herausgegebenem Blog Criminologia.de ist sie deshalb veröffentlicht, weil die Webseiten des Projektes das momentan noch nicht hergeben. Wir arbeiten dort gerade daran.

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Sozialarbeiter statt Polizei?

Mein momentaner Schwerpunkt der Polizeiforschung färbt auch etwas auf die Postings hier im Blog ab, aber da auch die Polizei unter das große und weite Oberthema Überwachung fällt bzw. darunter leicht eingeordnet werden kann, auch wenn es nicht ausschließlich um Überwachungstechnologie geht, folgen hier weitere Einträge zu diesem Thema – recht unterschiedlicher Art.

Hier ein Radiofeature, eher ein Gespräch in einer Sendung in einem us-amerikanischen Public Radio-Kanal zur Frage ob nicht Sozialarbeiter anstatt Polizist:innen auf manche Notrufe antworten und danna auch vor Ort erscheinen sollten. Ja, das was besprochen wird, ist weit weg in den USA, hier in New Mexico, aber die Thematik halte ich auch für Deutschland relevant – zumal wenn es um psychisch auffällige Menschen geht oder heikle Situationen, in denen es vor allem um Deeskalation gehen soll oder eine solche das Mittel der Wahl wäre. Ob es hierzu bereits Forschung ihn Deutschland gibt, weiß ich noch nicht, werde das aber nachholen.

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Statistik der Polizeischüsse

Das Journal Cilip – Polizei und Bürgerrechte hat eine Webseite erstellt, auf der alle (?) Todesschüsse durch die Polizei verzeichnet sind, inklusive einer Karte.

Das Ansinnen erklären die Herausgeber wie folgt:

Die ab 1984 von den Behörden geführte Aufstellung ist jedoch anonym, es wird nicht auf die einzelnen Taten eingegangen. Die Statistik gibt auch keine Auskunft über die Opfer. Seit 1976 dokumentiert die Zeitschrift Bürgerrechte & Polizei/CILIP deshalb die Hintergründe zu den durch die Polizei verursachten Todesfällen. Dabei sammeln wir Informationen zur Beteiligung von Sondereinheiten, der Zahl jeweils abgegebener Schüsse und der Situation in der sich die Schussabgabe zutrug.

Hervorhebungen im Original.

Webseite: Polizeiliche Todesschüsse