Category: Big Data

Überwachung am Arbeitsplatz

Auch wenn diese Story weithin Aufmerksamkeit in der Presse hatte, so verlinke ich die verschiedenen Beiträge hier dennoch einmal, da ich zum einen die Recherchen gut finde, aber vor allem begrüße, dass dieser Bereich einmal intensiver beleuchtet wird.

Neu ist das alles ja nicht – die Kontrolle der Arbeit am Arbeitsplatz ist alt und hat sich mit immer neuen Mitteln und Möglichkeiten technologisch weiterentwickelt bzw. den veränderten Arbeirtsplätzen angepasst – von dem Aufseher der Fabrikarbeiter, wie sie in der frühen Industrialisierung und wahrscheinlich zuvor in Arbeitshäusern und Manufakturen stattgefunden hat, bis hin zur Überwachung im Home Office mit ganz eigenen Dynamiken und politischen Dimensionen, da hier die Trennung von Privat und Arbeit weitgehend eingerissen wird, so wie sie mit der Durchdringung mobiler Kommunikation bereits vorher löchrig geworden war.

Macht im digitalen Zeitalter

Weil Diskussionen zu Überwachung auch einen theoretischen Unterbau brauchen, hier ein Hinweis auf die neueste Ausgabe des Behemoth

Futures of Critique. Theorising Governmentality and Power in the Digital Age, hg. von Janosik Herder, Felix Maschewski und Anna-Verena Nosthoff

Bereits in der Einleitung stellen die Herausgeber:innen dabei diese Frage, die sichso oder anders formuliert immer wieder stellt, wenn es um das Digitale und die Möglichkeiten der Computer geht.

Vor diesem Hintergrund stellt sich vielleicht mehr denn je die Frage, ob wissenschaftliche Hypothesen und theoretische Reflektionen – wie auch jene von Anderson selbst – in einer Gegenwart ubiquitären Dataminings und automatisierter algorithmischer Auswertung (vgl. Rouvroy 2013) zu bloßen Wiederholungs- bzw. kybernetischen Feedbackschleifen einer umfassenden, evidenzbasierten Echtzeitanalyse degradiert oder – im Sinne eines „end of theory“ – sogar einfach überflüssig geworden sind.[

Ob das so ist, können die Leser:innen herausfinden in den sieben Aufsätzen, die die Ausgabe versammelt hat.

Preisträger im Feuilleton

Es ist immer schön zu sehen, dass die von uns ausgezeichneten auch sonst sicht- und in diesem Falle hörbar sind. In den letzten Wochen waren gleich zwei von uns ausgezeichnete Preisträger:innen bei Deutschlandfunk Kultur im POlitischen Feuilleton zu hören.

Am 15.7.2021 Adrian Lobe (Preisträger 2016) mit eine Stück zum entfesselten Datenkapitalismus: “Ein milliardenschwerer, undurchsichtiger Markt”.

Und bereits zwei Wochen (25.6.2021) vorher hat die diesjährige Preisträgerin des Publikationspreises für Nachwuchswissenschaflerinnen Anna-Verena Nosthoff über das Geschäft mit der Gesundheit kommentiert: Wie uns Apple und Co. auf den Leib rücken.

Armin Nassehi und die Digitalisierung

Es muss in Zeiten von Corona auch andere Dinge zu berichten geben, wobei die Ideen, die Armin Nassehi zu Mustern und dem Erkennen von Gesellschaft ausführt, können auch viel von dem Erklären wie wir mit den Zahlen, Mustern und Regelmäßigkeiten in der Krise zur Bewältigung derselben umgehen. Eben nicht mehr dem Schicksal ergeben, sondern aktiv dabei, dem Virus auf der Spur, mit einer gehörigen Portion Digitalität und digitaler Technologie. Dass dabei nicht immer alles zum Einsatz kommen kann oder muss, was so geht, sieht man an der Diskussion über die Nutzung der GPS- und Standortdaten der Mobilfunk-Nutzer, die zumindest in Deutschland momentan keine Option zu sein scheint.

Hier sind 2 Videos von Vorträgen Armin Nassehis, in denen er seine durchaus charmante Idee der digitalen Gesellschaft und ihrer Muster ausführt.

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Utopien des Sozialen – Demokratie als Risikofaktor

In einem Artikel vom 18.12.2019 schreibt Adrian Lobe über Prognose-Dystopie: Demokratie als Risikofaktor (SZ).

Im wesentlichen geht es um die tieferen Implikationen und Konsequenzen von Vorhersagen, wie sie verbunden mit den Begriffen KI Algorithmen sowie Big Data gegenwärtig sehr en vogue sind. Die Vorausschau als Bedürfnis von Regierungen, die mit den neuen Technologien nun endlich, so meinen viele ihrer Vertreter, das Mittel gefunden haben die Zukunft zu kontrollieren (vgl. dazu auch meinen Aufsatz in der APuZ, 25.4.2014).

In dem Artikel von Adrian Lobe kommen eine Reihe von interessanten Beobachtungen vor, u.a. diese:

Digitaler Salon am HIIG in Berlin

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Stattgefunden hat diese Diskussionsrunde am 30.10.2019 in Berlin am HIIG.

Die Maschinen zähmen….

Die Vorlesungreihe “Taming the Machines” an der Uni Hamburg ist in diesem Wintersemester ein echter Tipp. Das Programm verspricht viele interessante und wirklich spannende Vorträge rund um die Themen, KI, Algorithmen, Überwachung, Daten. Außerdem wird die Preisverleihung des Surveillance-Studies-Preises 2020 auch in diesem Rahmen stattfinden.

Die Surveilance Studies-Lecture wird gehalten von Dr. Pak-Hang Wong, Universität Hamburg zum Thema: Three Arguments for “Responsible Users”. AI Ethics for Ordinary People. 

Filmreihe: Zukunft, Gesellschaft, Technologien

Die Filmreihe Zukunft, Gesellschaft, Technologien bringt im Wintersemester ein interessantes Programm ins Abaton-Kino, jeweils begleitet durch eine anschließende Diskussion mit Experten, Wissenschaftlern u.a. Ich selbst bin am 19.11. mit dabei, gezeigt wird dann der Film “Anon”.

Die Veranstaltung wird von den Projekten „SciFiVisions“ und „tekethics“ der Hamburg Open Online University organisiert und dort auch digital begleitet.

Hierzu können Interessierte online die Themen vertiefen und ergänzende Texte mittels Annotation diskutieren.

Die digitale, technische Welt, in der wir leben, ist voller Herausforderungen, Chancen und Risiken für uns alle. Für viele ist sie aber auch eine Welt vieler Mysterien: intelligente Maschinen, Biotechnologie, das Internet der Dinge, Globalisierung, Roboter, Drohnen, Social Media und soziale Kreditsysteme: Was bedeutet das alles? Und vor allem, wie gehen wir damit um?