Category: Datenschutz

Überwachung und ehrbare Hilfe?

Eher beiläufig bin ich auf diesen Eintrag des Freiheitsfoo zur DKMS aufmerksam geworden. Die DKMS kümmert sich darum, dass an Blutkrebs erkrankte den richtigen Spender für ihre Stammzellen finden können. Dazu sammeln sie Daten von Menschen, die sich typisieren lassen. Das ist durchaus ehrbar und wer würde schon kranken Menschen die Hilfe versagen wollen.

Ich selbst habe mich ebenfalls bei einer solchen Aktion einmal typisieren lassen. Beiläufig gedacht habe ich aber auch, dass es sich damti ja um eine perfekte DNA-Datenbank handeln müsse, in die meine Informationen nun kommen und wie das mit anderen Bestrebungen, z.B. der Polizei zusammengeht. Ich bin aber dann davon abgekommen, das weiter nachzufragen. Nun bin ich hierrüber gestolpert und halte es für einen Eintrag wert, zumal es um eine Reihe interessanter Fragen dabei geht.

DKMS – Vom Knochenmarkspende-Geschäft, millionenfacher nicht-staatlicher Erfassung biometrischer Merkmale und einer Reihe von Fragen und Kritik zum Umgang mit diesen Daten

bei Freiheitsfoo, (bereits am 7.6.2017)

Kritik an den Dopingkontrollen

Bereits vor zwei Wochen war ich beim Deutschlandfunk im Interview zum Thema Doping, anlässlich der Veröffentlichung unseres Bandes “Kritik des Anti-Doping” und konnte ausführlich und zugespitzt unser Hauptanliegen erläutern und unsere Thesen einmal deutlich machen.

„Warum gelten Bürgerrechte nicht für Athletinnen?“ (12.5.2019)

Kommissar Google – Datensammeln und Strafverfolgung

Adrian Lobe evaluiert in der Süddeutschen Zeitung, was es bedeutet, wenn Google und die Strafverfolgungsbehörden ihre Zusammenarbeit intensivieren und warum das gravierene Folgen für den Rechtsstaat haben könnte – unser Konsum aber leider der Schlüssel für diese Gefahr ist.

Digitale Kommissare, 17.4.2018

Datensammler wie Google verfolgen jede Regung des Alltags. Für Strafverfolgungsbehörden sind diese Informationen ein Schatz.

Doping, Kontrollen und Privatsphäre

Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat entschieden, dass das Wherabouts-System zur Kontrolle der Athleten nicht gegen Article 8 der Konvention verstößt.

Doping control: whereabouts requirement does not breach Convention
In today’s Chamber judgment1 in the case of Fédération Nationale des Syndicats Sportifs (FNASS) and Others v. France (application no. 48151/11  and 77769/13) the European Court of Human Rights held, unanimously, that there had been: no violation of Article 8 (right to respect for private and family life) of the European Convention on Human Rights. aus dem Urteil und Begründung als pdf

Dazu ein paar Worte.

Was wäre wenn schlaue Geräte Zeugen wären?

Der Künstler Luke Munn spielt mit der Idee, was wäre wenn Alexa oder ein ähnliches Ding tatsächlich als Zeuge für Geschehnisse zugelassen wäre, ein Blick in unsere digitale Zukunft des “guten Leben” wie es sich die Nerds aus dem Silicon Valley vorstellen. http://lukemunn.com/monitor/

© Luke Munn, Work: Monitor

Recently police in Arkansas issued a warrant for Amazon Alexa data in connection with a suspected homicide. Though the request was denied, this artwork acts as if it was accepted, using ‘smart home’ notifications to extrapolate from the evening’s events: a few friends, a few drinks, a floating body. In doing so, it explores the data these objects might possess and anticipates some of the ways it might be both used and abused.

Informationsrechte in Europa

Gerade ist bei Springer das Buch: The Unaccountable State of Surveillance. Exercising Access Rights in Europe erschienen. Es ist im Rahmen des EU-Projektes IRiSS entstanden, an dem ich mitgewirkt habe.

The Unaccountable State of Surveillance. Exercising Access Rights in Europe, Editors: Clive Norris, Paul de Hert, Xavier L’Hoiry, Antonella Galetta, ISBN: 978-3-319-47571-4 (Print) 978-3-319-47573-8 (Online)

Wie alles bei Springer ist es sündhaft teuer, aber wenn ihr 
interessiert seit und keinen Zugang über eine Uni habt, 
sprecht mich an.

Doping, Sport und Überwachung

Seit gut 5 Jahren forschen wir nun zu Dopingkontrollen und Privatsphäre, oft wurden wir dabei kritisch beäugt, vor allem von den Dopingschützern und den Leuten, die kritisch zu Doping berichten. Die Privatsphäre spielte oft keine große Rolle, Dopingkontollen als Überwachung zu sehen, war eher hinderlich im Kampf gegen und der Entrüstung wegen Doping. Spätestens seit dem Hack des ADAMS durch russische Hacker ist aber klar, dass die dort vorgehaltenen Daten unsicher sind, – z.B. Auch Daten deutscher Athleten gehackt (DLF, 15.9.2016).

Darüber, dass die Sportler überwacht werden, dass das System nicht perfekt ist und die gesammelten Daten zum Nachteil der Sportler sein könnten, darüber regen sich erstaunlich wenig Leute auf. Der Aufreger ist, dass nun rauskommt, was viele ahnten oder wussten: Sportler dopen legal. Besser: Sie nutzen Ausnahmegenehmigungen für auf der Dopingliste stehende Mittel. Nichts Neues, aber nun ein Aufreger.