Category: Buch-Tipp/Veröffentlichung

Der Zustand der urbanen Sicherheit

Im ständig fortgeschriebenen Dossier “Innere Sicherheit” der Bundeszentrale für politische Bildung, wurde im Dezember 2025 ein Beitrag zur Urbanen Sicherheit veröffentlicht. Autor ist der Wuppertaler Kollege Tim Lukas.

Dass das Dossier mit dem obligaten Bild einer Überwachungskamera versehen ist, ist nicht unbedingt zwingend, aber so wird dieses Thema eben auch gesehen. Die Beiträge darin sind dann allerdings doch sehr vielfältig zu Polizei, Kriminalität, Sicherheitsbegriff und vieles dazwischen und daneben.

ps. Videoüberwachung kommt als eigener Beitrag übrigens nur in einem älteren Text von 2012 vor, in dem es dann hauptsächlich um TKÜ geht, nicht um Kameras.

Surveillance Assemblage revisited

Die aktuelle Ausgabe von Surveillance & Society hat einen Debattenteil zum Konzept der “Surveillance Assemblage” (Haggerty & Ericson 2000), wo auch die Autoren selbst nochmal zu Wort kommen.

Vol. 23 No. 4 (2025): Global Futures of Digital Confinement, mit der Debattenrubrik zu “Revisiting the “Surveillant Assemblage””

Editorial zur Dialogue-Rubrik “Revisiting the “Surveillant Assemblage” von Bryce Newell & Lizzie Hughes

Schriftenreihe zu Sicherheit

Die Schriftenreihe ist jetzt nicht ganz neu, aber nach einiger Zeit gibt es jetzt eine neue Publikation, an der auch mein sehr geschätzter Kollege Lars Gerhold beteiligt war:

Gerhold, L., Sterl, S., Glunz, E., Stelzmann, D., Karge, J. (Hrsg.): Psychosoziale Lage im Bevölkerungsschutz – Grundlagen, Daten und technische Umsetzung : Ergebnisse aus dem Forschungsverbund PsychoKat.

Das spezielle Thema hat erstmal nicht so viel mit Überwachung zu tun, aber für die Themen des Blogs, zu denen auch Sicherheit gehört, ist diese Schriftenreihe und auch die neueste Veröffentlichung, eine exzellente Quelle mit interessanten Themen.

Digitaler Raum und Autoritarismus

Die Sonderausgabe von Dialogues on Digital Society “Authoritarianism in the digital age” versammelt eine große zweistellige Zahl (66) von Artikeln zu dem Thema.

Soweit ich das sehen kann, sind alle open access. Das Editorial von Jarret, Kitchin, Steele, gibt einen ersten Überblick.

Authoritarianism is far from being a new phenomenon, but, as the papers in this edition describe, its contemporary form is being reshaped, facilitated, and potentially challenged by the ready availability of diverse digital technologies and infrastructures. From smart, state systems that mediate citizenship and manage populations; to social media and its capacity to spread information both supportive and hostile to political regimes; to biometric, datafied, surveillance systems weaponised against foreign and internal ‘enemies’, the digital is firmly rooted in the contemporary realisation of autocratic and illiberal politics and how human rights and social and economic relations are being recast around the world.

Digitale Zwillinge und Simulationen der Wirklichkeit

Das Journal New Media & Society hat ein Special Issue zu Digital Twinning publiziert. New Media & Society, Volume 27, Issue 8: Special Issue: Digital Twinning, Aug 2025.

Es geht nicht vordergründig um Überwachung, aber um Simulation der Wirklichkeit, große Mengen an Daten und irgendwie auch um Überwachung, vor allem aber um Kontrolle und Übersicht. Ein Blick lohnt sich. (Fast) alles open access!

Algorithmische Narrative und der Zeitgeist

Heute möchte ich auf den Aufsatz des Kollegen Rainer Rehak hinweisen, der sich der Narrative rund um KI angenommen hat. Der Artikel ist wirklich lesenswert, wenn auch notwendigerweise lang und ausführlich. Rainer Rehak nimmt sich darin prominenter Erzählungen zu KI – oder das was so mancher dafür hält – vor, u.a. Agency, Autonomie, Wissensverarbeitung, Vorhersage, Objektivität.

AI Narrative Breakdown. A Critical Assessment of Power and Promise, 23.6.2025, in FAccT ’25: Proceedings of the 2025 ACM Conference on Fairness, Accountability, and Transparency, Pages 1250 – 1260, https://doi.org/10.1145/3715275.3732083

Wer in der DB den vielen Business-Typ:innen mal so beim Telefonieren zuhört – immer ein großer Spaß für mich – der hört immer öfter auch etwas von KI, in nahezu jedem Zusammenhang. Rehak nennt das “Zeitgeist-KI”, ein wirklich charmanter, aber vor allem treffender Begriff

To characterize the regularly (too) vague use of the term artificial intelligence in societal discourse, I propose the term “Zeitgeist AI” [96]. “Zeitgeist AI” can mean anything from big data, algorithms, apps and statistics to software, robots, digital technology, all the way to the internet and digitalization in general. In political discourse, too, there is often a blanket reference to “artificial intelligence,” 

Also, ein Lesetipp, denn die symbolische Bedeutung der Technologie KI ist bestimmt so groß, wenn nicht größer als ihre tatsächlichen Möglichkeiten. Hier gibt es ein paar interessante Gedanken und Erkenntnisse zu lesen.

Buch: Fehlerkultur in der Polizei

Gerade erschienen ist (nach einiger Produktionszeit ;-)) das von Kai Seidensticker herausgegebene Buch Fehlerkultur in der Polizei. Ausprägung, Einflussfaktoren und Möglichkeitsräume, mit vielen interessanten Beiträgen von geschätzten Kolleg:innen.

Zusammen mit Jan Beek und Christiane Howe bin ich dort vertreten mit folgendem Beitrag: “Wie werden Fehler gemacht? Die Konstruktion und Narration von Fehlern durch das polizeiliche Beschwerdemanagement”.

Das Buch ist kein open access, also bei Bedarf oder Interesse gern mal bei mir nachfragen.

Crypto Wars, das neue, alte Lied

Ein sehr schöner Kommentar zu dem ewig währenden Thema der Verschlüsselung, der Vorratsdatenspeicherung und den Begehrlichkeiten des Staates. Nichts neues unter Sonne, aber auch nie tot zu kriegen sind die Forderungen. Daher hier – zugegebenermaßen nicht ganz objektiv (vgl. den Autoren) – eine Empfehlung.

Gesamtüberwachungsrechnung

Was für ein Wortungetüm. Dass dieser Bericht eine lange Geschichte hat, spricht für sich, nun aber kann er gelesen werden, bestimmt einen Blick wert:

Forschungsbericht des Max-Planck-Instituts zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht im Auftrag des Bundesministeriums der Justiz (BMJ) und des Bundesministeriums des Innern und für Heimat (BMI). Pilotstudie basierend auf der wissenschaftlichen Evaluation ausgewählter Überwachungsbefugnisse der Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden.

Überwachungsgesamtrechnung für Deutschland

Gegenwärtig wird ja wieder mal die Vorratsdatenspeicherung diskutiert, die man unbedingt brauchen würde. Kein Anschlag ohne weitere Forderungen, was einerseits verständlich ist, andererseits immer nur dem kurzfristigen Hype und der Aufregung folgt, um dann wieder aus den Schlagzeilen zu verscheinden, oft dann wenn es Geld kostet. Nur ein Beispiel: NRW-Überwachungspaket versetzt Datenschützerin “in Alarmbereitschaft” aus dem letzten Oktober. Die Diskussion weiterer Untoter der Überwachungswünsche lässt sich leicht im Netz verfolgen – mit der neuen Regierung, da bin ich mir sicher, kommen einige dieser muffig riechenden Ideen wieder an die frische Luft.