Category: Forschung/Theorie

Über Vorbeugung, Prävention, Viren und Kipppunkten

Der Kollege Jonas Grutzpalk schreibt in seinem Block hin und wieder längere Artikel, Essays oder wie er es nennt “Gedankensprünge”. Und da er hier Polizei, Prävention und Corona in einem interessanten Zusammenhang stellt, erlaube ich mir auf diesen Gedankensprung einmal hinzuweisen.

Der hier ist zwar schon etwas her, aber die Geschichte mit dem Kipppunkt ist immer noch und immer wieder eine Lektüre wert, insbesondere weil nach 20 Monaten Pandemie das damit vorgegebene Bild für andere Sachen in Zukunft bestimmt wieder mehr zur Anwendung kommen wird – so wie in der Vergangenheit die Epidemie für Straftaten und andere soziale Verwerflichkeiten.

Podcast Polizei und Demokratie

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Podcast Polizei und Demokratie, Teil 1

Der Podcast illustriert demokratische Grundwerte und -prinzipien zum Teil anhand des deutschen Grundgesetzes; die Aussagen zur Polizei beziehen sich allerdings nicht speziell und alleine auf die deutsche(n) Polizei(en), sondern behandeln die Beziehung von Polizeiarbeit und Demokratie allgemein.

Insgesamt sind es 3 Teile, produziert und gemacht vom Kollegen Michael Fischer, für die sich die Zeit lohnt.

Kartografie des Risiken, jetzt open access

Mein Artikel Kartografien des Risikos. Das Unbekannte und die imaginären Geografien der Sicherheit, erschienen 2014, ist seit kurzem auch als open access zugänglich. Die Zeitschrift Kritische Berichte hat einen open access-Auftritt umgesetzt und viele Artikel sind darauf nun frei als CC-Lizenz zugänglich. Leider nicht alle, aber doch schon viele und das ist absolut begrüßenswert.

NIls Zurawski: Kartografien des Risikos. Das Unbekannte und die imaginären Geografien der Sicherheit. Kritische Berichte, Bd. 42, Nr. 3, 2014.

Macht im digitalen Zeitalter

Weil Diskussionen zu Überwachung auch einen theoretischen Unterbau brauchen, hier ein Hinweis auf die neueste Ausgabe des Behemoth

Futures of Critique. Theorising Governmentality and Power in the Digital Age, hg. von Janosik Herder, Felix Maschewski und Anna-Verena Nosthoff

Bereits in der Einleitung stellen die Herausgeber:innen dabei diese Frage, die sichso oder anders formuliert immer wieder stellt, wenn es um das Digitale und die Möglichkeiten der Computer geht.

Vor diesem Hintergrund stellt sich vielleicht mehr denn je die Frage, ob wissenschaftliche Hypothesen und theoretische Reflektionen – wie auch jene von Anderson selbst – in einer Gegenwart ubiquitären Dataminings und automatisierter algorithmischer Auswertung (vgl. Rouvroy 2013) zu bloßen Wiederholungs- bzw. kybernetischen Feedbackschleifen einer umfassenden, evidenzbasierten Echtzeitanalyse degradiert oder – im Sinne eines „end of theory“ – sogar einfach überflüssig geworden sind.[

Ob das so ist, können die Leser:innen herausfinden in den sieben Aufsätzen, die die Ausgabe versammelt hat.

Surveillance im globalen Süden

Das bereits vor einiger Zeit gegründete Netzwerk Surveillance in the Global South hat jetzt neben ihrer Mailing-Liste auch eine Webseite: https://surveillance-global-south.net. Die Initiatorin ist die Geografin Azadeh Akbari.

Auf der Seite finden sich einige Texte und mehrere Calls für Workshops und Beiträge. Neben den verschiedenen Netzwerken zu Suveillance finde ich das eine sehr gute Ergänzung mit einem besonderen Fokus, denn der globale Süden ist in verschiedener Hinsicht nicht besonders gut vertreten in dieser Community (was wohl für viele Wissenschaften und Disziplinen gelten dürfte).

Plattformen und die materielle Welt

Wie formen Plattformen unsere Umwelt? – gemeint sind digitale Plattformen wie Uber oder AirBnB etc. Dieser Frage geht ein Forschungsprojekt des geschätzten Kollegen Torin Monahan nach.

Mit Mediating Plattforms untersucht er mit seinem Team die Folgen dieser dominaten Spielart eines digitalen Überwachungskapitalismus.

This research project, funded by the US National Science Foundation, explores empirically what happens when large-scale digital platforms collide with the built world. It attends specifically to the mediating effects of existing organizational forms, material infrastructures, and cultural practices on platforms in cities.

Besonders interessant finde ich dabei die Karten, mit denen sie die Konzentration und die Übersprungeffekte von AirBnB-Vermietungen sichtbar machen. Vorsicht: Man braucht eine Weile, die Karten zu lesen und zu verstehen.

Anthropologie der Überwachung

Ein neues Forschungsprojekt an der LMU in München und dem King’s College London hat gerade seine Arbeit aufgenommen. Titel: Moral Surveillance and Community. Die Leiterin ist Vita Peacock.

Ich freue mich sehr im Advisory Board des Projekts zu sitzen, mit einigen von mir sehr geschätzten Kolleg:innen.

This collaborative study, funded by the European Research Council, investigates how and why people are voluntarily using monitoring technologies to advance projects they value. Using the perspectives and methods of anthropology, the team seeks to understand the role these technologies are now playing in the domains of care, health, safety, and citizenship.

Neues Buch: Überwachen und konsumieren

Überwachen und Konsumieren. Kontrolle, Normen und soziale Beziehungen in der digitalen Gesellschaft. 114 Seiten, Transcript Verlag

Die Digitalisierung unserer Lebenswelten ist allgegenwärtig und ermöglicht die Überwachung unseres Alltages in bisher ungekannten Formen. Warum aber gibt es dagegen so wenig Widerstand, obwohl Datenschützer immerzu warnen und Whistleblower wie Edward Snowden das ganze Ausmaß der Massenüberwachung öffentlich machen?

Es ist open access und kann im Netz frei als pdf heruntergeladen werden.

Neu: The Book of Anonymity

Lang ersehnt, noch länger dran gearbeitet, nun ist es raus: The Book of Anonymity. Der Abschlussband des Forschungsprojektes Re-configuring Anonymity (an dem ich auch beteiligt war).

Mein Beitrag zum Buch sind drei Artikel zum Thema Polizei.

Das Buch kann als gedruckte Version erworben oder frei heruntergeladen werden.

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