Category: Forschung/Theorie

Projekt: Beyond Big Data

Die kanadischen Kollegen vom Surveillance Studies Centre um David Lyon haben zu ihrem Projekt Beyond Big Data Surveillance einen Bericht und ein paar Videos erstellt, die ihr hier euch ansehen könnt.

Beyond Big Data Surveillance: Freedom and Fairness, Surveillance Studies Centre

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Die anderen Videos findet ihr auf der Webseite. Das hier nur für den Einstieg.

Amazon und die “Wellness Chamber”

Ich bin erst kürzlich über diese Idee von Amazon gestolpert, sie ist aber schon ein Jahr alt. Ich kann nicht beurteilen, ob es sie inzwischen tatsächlich (noch) gibt, aber die Idee ist schon recht abenteuerlich und dann auch wieder typisch Amazon. Hier ein Bericht der BBC vom Mai 2021: Amazon offers ‘wellness chamber’ for stressed staff.

Was soll das aber genau sein? Eine Kammer mitten in einer der Amazon-Logistikzentren, in die gestresste Arbeiter:innen gehen können um für sich zu sein. Nicht größer als ein geräumiges Dixi-Klo, sind sie dort den Blicken ihres Arbeitgebers entzogen und können etwas für ihr “mental wellbeing” tun – so die Idee, vorgetragen vo der Einfinderin – siehe Video am Ende.

During shifts employees can visit AmaZen stations and watch short videos featuring easy-to-follow well-being activities, including guided meditations, positive affirmations, calming scenes with sounds.”

BBC, 21.5.2021

Luxury Surveillance

Auf der SSN Konferenz in Rotterdam habe ich den Begriff “Luxury Surveillance” zum ersten Mal gehört. Ein weiterer schöner Begriff, um mit wenigen Worten die Welt auf den Punkt zu bringen, die Shoshana Zuboff mit ihrem Überwachungskapitalismus versucht hat zu beschreiben.

Und letzter war in vielen Beiträgen auf der Tagung in Rotterdam sehr präsent. Aber auch hier in Deutschland kommt mir Zuboffs Konzept immer öfter unter, insbesondere bei Studierenden und dem Nachwuchs. Das scheint einiges an Attraktivität bereitszustellen. Nun gut, darum soll es hier aber nciht gehen. Sondern vielmehr um das Konzept der “Luxury Surveillance”, das, so könnte ich mir gut vorstellen, zu einem stehenden Begriff werden könnte. Was steckt dahinter?

Die beiden Autoren Chris Gilliard und David Golumbia haben das Konzept in einem Artikel im Reallife-Magazin am 6. Juli 2021 vorgestellt: Luxury Surveillance: People pay a premium for tracking technologies that get imposed unwillingly on others.

Consumers of luxury surveillance see themselves as powerful and sovereign, even immune from unwelcome monitoring and control

Überwachung der Geheimdienste

Auf der SSN 2022 in Rotterdam habe ich vorvergangene Woche einige interessante Vorträge gehört und dabei einige Entdeckungen gemacht. Hier ist eine: das Forschungsprojekt Guard // Int, welches sich mit den Kontrollmöglichkeiten von Geheimdiensten in Europa beschätigt. Watching die verschwiegensten aller Watcher gewissermaßen.

GUARDINT is a European research project that examines surveillance, intelligence and oversight. The main goal is to build empirical and conceptual tools to better understand the limits and potential of intelligence oversight mechanisms.

Anonymität und personalisierte Subjekte

Die wunderbare Kollegin Renée Ridgeway hat eine Dissertation zum Thema The Personalised Subject vs. the Anonymous User vorgelegt, die frei abrufbar im Netz zum Download bereitsteht.

Renée war im weiteren Umfeld des Reconfiguring-Anonymity-Projektes und liefert mit dieser Arbeit weitere Einblicke und Erkenntnisse zum Thema Anonymität im Netz und in der digitalen Welt. Es geht um Google, TOR und eine Art von Autoethnographie im digitalen Raum. Lesenswert.

This thesis investigates how Google Search as a ‘media a priori’ organises (us)ers by first delving into how search worked in the past, engaging former European ‘address offices’ and human endeavours that attempted to ‘organise the world’s information’. It then explains how Google search developed during the last two decades, advancing an understanding that Re:search fuses two concepts: the Scientific Citation Index (SCI) for research, which in turn served as an inspiration for the PageRank of Google Search. Using my office at CBS as a site of data collection, I designed and carried out an ‘experiment in living’, searching with Google as the ‘Personalised Subject’ and with Tor as the ‘Anonymous User’, with the same set of chosen keywords. Whilst conducting ‘interviews’ with algorithms––invisible interlocutors––I collected data on myself and produced Re:search – Terms of Art. These ‘data visualisations as transcription’ reflect my search results based on ‘locative data’ (Google) or ‘off the map’ (Tor), and these ‘critical cartographies’ as practices of representation seek to intervene and give shape to the world by making invisible infrastructures more tangible. 

Big Tech und der Körper

Das sehr produktive Autor_innen-Duo Anna-Verena Nosthoff und Felix Maschewski haben (mehr oder weniger) gerade einen interessanten Aufsatz veröffentlich – den ich noch in Ruhe ganz lesen muss – mit dem Titel:

Überwachungskapitalistische Biopolitik: Big Tech und die Regierung der Körper, erschienen in Zeitschrift für Politikwissenschaft (online: 1.2.2022, und frei zum Download, https://doi.org/10.1007/s41358-021-00309-9)

Kommunikation und Krise

Das Journal communication +1 hat sich in seiner aktuellen Ausgabe dem Thema Krise und Kommunikation gewidmet: Volume 8, Issue 1 (2021) Crises and Communication, hier direkt zur aktuellen Ausgabe: https://scholarworks.umass.edu/cpo/

 To understand the effects of crises on communication, it is important to consider the history of systems of mediation that have both limited and encouraged access, participation, and equity across knowledge, space, and culture. What have crises, both present, perpetual, and past, intimated about flaws, gaps, and inequities in systems of communication that are overlooked or disregarded under “normal” (if “normal” exists) conditions?

Podcast: Doing Time, Talking Crime

Unter dem Titel Doing Time, Talking Crime hat das Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht einen Podcast aufgelegt, der sich mit eben diesen Themen aus der Forschung beschäftigt.

In der Podcast-Reihe „Doing Time, Talking Crime“ sprechen Wissenschaftler*innen des Max-Planck-Instituts zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht in entspannter Atmosphäre über ihre Forschungsfragen. 

Automating Banishment

The Stop LAPD Spying Coalition is a community group rooted in the Skid Row community on Tongva/Gabrielino land, stolen territory known as Los Angeles. Over the past decade, we have been working to build power to abolish LAPD surveillance.

Mit diesem Zitat, welches auf der Website mit dem Untertitel The Surveillance and Looting of looted land. steht, ist schon fast alles dazu gesagt. Es fehlt noch der Hinweis, dass die Informationen reichlich sind, super aufgearbeitet, mit Karten, Texten und Bildern. Es geht um Data-driven policing, also auch im predictive policing, um Rassismus und amerikanische (Kolonial-)Geschichte in L.A.

Bild von der Webseite https://automatingbanishment.org

Smart City und langsame Vernetzung

Über die Smart City war in diesem Blog ja schon öfter die Rede – und das Thema ist ja auch eng verbunden mit Überwachung, Kontrolle, mit den Utopien über zukünftiges Leben in Städten (und wohl auch darüber hinaus). Dass dazu eine digitale Vernetzung nötig ist, ist klar. Wie die aber aussieht und wo sie an Grenzen gerät, ist häufig weniger glamourös und bedeutet in die Niederungen des Alltages zu gehen. Das haben Kollegen von der TU Berlin getan, der DeutschlandFunk berichtet darüber.

Wird Berlin eine Smart City? Die praktische Umsetzung der digitalen Vernetzung. DLF 20.1.2022

Das dazugehörige Projekt scheint mit dieses hier zu sein, angesiedelt in der Planungs- und Architektursoziologie bei Martina Löw: Smart Cities. Everyday Life in Digitalized Spaces, welches wiederum wohl ein Teil (so genau kann man das nicht auf den Webseiten sehen) eines Sonderforschungsbereiches zur Re-Figuration von Räumen ist.

Buch: Perspektiven der Polizeiforschung

Als Ergebnis der ersten Nachwuchstagung zu Empirischer Polizeiforschung vom letzten Jahr in Berlin gibt es einen schönen Sammelband mit verschiedenen Beiträgen – und als open access auch für alle zugänglich.

Herausgegeben wurde der Band von Clemens Arzt, Nathalie Hirschmann, Daniela Hunold, Sven Lüders, Christoph Meißelbach, Marschel Schöne, Birgitta Sticher (Hrsg.)

Perspektiven der Polizeiforschung (pdf)

Kriminologie in Hamburg vor dem Aus?

Hier findet ihr die Stellungnahme zur drohenden Schließung eines Teils der Hamburger Kriminologie.

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