Auf Golem fragt sich Tim Reinboth, ob es nicht seltsam seie, “dass Science-Fiction-Klassiker aus dem kapitalistischen Westen meistens Dystopien sind, während sozialistische Autoren eher Utopien erträumten?”.
Wo die Utopien wachsen, Golem 27.12.2025
Und die Frage scheint bereichtigt, aber die Antwort nicht so klar, wie es scheinen möchte. Und weitergedacht ließe sich durchaus darüber nachdenken, was die gegenwärtige Welt einen für Zukunftsvorstellungen bereithalten lässt – angesichts der technofaschistischen Ideen und vermeintlichen Utopien von besseren Welten so ganz ohne Menschen bzw. diese nur als Bioware für die selbstdenkenden KI und ihre selbsternannten Herrscher. Utopie für die einen, Knechtschaft für alle anderen? Hatten wir alles schon, scheint aber weiterhin ansprechend zu sein, zumindest als hyperkapitalistische Idee.
Der Untertitel des erwähnten Beitrages “Die Zukunftsvisionen der Ost- und West-Science-Fiction waren vielseitiger als eine Geschichte von zwei Systemen.” kann so auch für die aktuelle Situation gelesen werden – es bleibt vielseitig (nicht nur komplex…..).
