Im Interview bei netzpolik.org beantworten die Kollegen Philipp Knopp und Fabian de Hair Fragen zu ihren Ergebnissen aus dem Projekt zu den KI-gestützten Kameras am Hamburger Hansaplatz, in der Nähe des dortigen Hauptbahnhofes. Nicht verwunderlich finde ich, dass der Effekt der Kameras, also Prävention oder gar direktes Einschreiten eher gering ist, dafür das Material sehr gut zum Trainieren der KI eingesetzt werden kann und offensichtlich auch wird. Die erst kommende Überwachung und der ewige Traum von der Polizei-Technologie zur Beherrschung des öffentlichen Raums. Kameras können, sollen, machen … wenig davon hat empirische Evidenz, auch wenn die selbstgemachten Evaluationen immer ein positives Ergebnis bescheinigen. Ein Link in den (teilweise dürftigen) Kommentaren verweist auf interessante Einschätzungen https://marx.wtf/2024/12/24/der-hansaplatz-versuch-war-kein-erfolg/
Kategorie: Künstliche Intelligenz
Algorithmen, Arbeit, Kommentar, Künstliche Intelligenz
Menschen, die für KI arbeiten
KI nimmt die Arbeitsplätze weg – es scheint viel eher so zu sein, dass KI jede Menge Menschen braucht um zu lernen, zu funktionieren und künstliche zu erscheinen, wie dieser Artikel bei Brand Eins mutmaßt.
Die unsichtbare Belegschaft (2026). Die KI, die angeblich unsere Jobs übernimmt, braucht Millionen von Menschen, die für sie arbeiten. Und die meisten davon wissen es nicht einmal.
Das ist jetzt nicht superneu und es gibt dazu eine Menge an Berichten, da ich aber gerade von Berit Glanz Rman „Automaton“ geschrieben habe, erschien es mir doch passend, das hier auch zu verlinken. Die Clickworker sind ja auch schon Thema von Filmen geworden, unser dazu tun, der KI zu helfen ist ebenfalls gut beschrieben. Dazu passt auch der Artikel von Wolf Lotter aus der taz vom 1.4.2026. Er beschreibt dort die „künstliche Intelligenz“ als ein Trick der Extraklasse – Digital Erwachsen: Die digitale Transformation ist ein Werkzeug zum Machterhalt und zum Diebstahl von Kreativität, meint Wolf Lotter. Eigentlich zieht die alte Industriewelt in den Computer um. Zeit für Emanzipation.
Klar, die Technologie ist schon beeindruckend, ihre Folgen gewaltig, aber dennoch ist der Hype, die Hoffnungen und die symbolischen Bedeutungen eben auch immer einen Blick wert. Das versprochene Paradies und die pubertäre Weltherrschaftsfantasien der Tech-Bros liegen eben nach beieinander, wobei letztere vor allem an dem Geld, weniger an der Innovation interssiert sind, wie Karl Bode in dem sehr hörenswerten Podcast „Tech won’t safe us“ in der Folge vom 23.4.2026 sehr kenntnisreich ausführt.
Geschichte, Internet/social media, Künstliche Intelligenz
Das Eliza-Project
Eliza hieß bekanntlich der erste Chatbot, entwickelt von Joseph Weizenbaum. Auf der Mailing-Liste AOIR-L haben ein paar der Nutzer dort verschiedene Links dazu gepostet, ein eher nerdiges Thema, das aber auch hier einen guten Blogeintrag macht: Das Eliza-Project

Die in dem Thread ebenfalls erwähnten Klone von Eliza sind hier zu finden: https://sites.google.com/view/elizagen-org/eliza-clones. Das alles hat viel mit der Geschichte des Internet zu tun, die eben nicht nur technisch zu sehen ist. Ein in dem Thread erwähnter ARtikel kann hierzu Auskunft geben.
Jones, Steve, & Latzko-Toth, Guillaume. (2017). Out from the PLATO cave: uncovering the pre-Internet history of social computing. Internet Histories, 1(1–2), 60–69. https://doi.org/10.1080/24701475.2017.1307544 (wenn ihr nicht dran kommt, gern eine Email an mich)
Um den ganzen Verlauf des Gespräches zu lesen, müsst ihr ins Archiv der Mailingliste gehen, Adresse oben, erstes Posting war am 29.4.2026) Viel Spaß
Fernseh/Radio/Medien-Tipp, Künstliche Intelligenz, Kultur/Kunst
Nicht technikoptimistisch, sondern menschenoptimistisch!
Die Autorin Berit Glanz, deren Roman Automaton ich ziemlich klasse fand, hat hier ein Interview beim SWR gegeben, so wie über Science Fiction, KI und Technik im allgemeinen spricht
Big Data, Fernseh/Radio/Medien-Tipp, Künstliche Intelligenz, Surveillance/Digital Kapitalismus
KI als Kolonialismus
Und einen Tipp noch heute, auch wenn ich zu doof bin, das Video aus der ARD-Mediathek dazu einzubinden, hier also per Link: NANO Talk: Neuer Kolonialismus – Kampf um Macht in neuen Sphären
Der Kolonialismus von heute wütet auch im Internet, in der Tiefsee und im Weltall. Wie dabei dieselben Mechanismen wie früher greifen, darüber diskutiert Stephanie Rohde mit ihren Gästen.
U.a. als Gäste dabei, Lena Ulbricht, Rainer Mühlhoff und andere. Eine lohnenswerte Diskussionsrunde, mit echtem Mehrwert.
Fernseh/Radio/Medien-Tipp, Kommentar, Künstliche Intelligenz, podcast
Die Sprachmaschinen und ich…
Algorithmen, Kommentar, Künstliche Intelligenz, Surveillance/Digital Kapitalismus
Palantir als Weltmacht?
Palantir ist in aller Munde. Dabei sind seine Software und die Absichten schon länger bekannt. Aber seit einem Jahr oder sogeht es steilt, auch und nicht zuletzt, weil es immer weniger verhüllt, welche kruden Ideen sich bei den Lenkern finden lassen. Was so klingt wie aus Science-Fiction-Heftchen und Blockbustern dystopischer Omnipräsenzfantasien zusammengesponnen, ist real und bei der Power, die dahinter steht, auch eine reale Bedrohung. Heise hat dazu einen kleinen Artikel veröffentlicht, in dem gefragt wird, ob und wie sich Palantir anschickt anstelle eines Staates agieren zu wollen.
Es ist eher kein Zufall, dass mich das an die Tyrell Corporation aus Blade Runner erinnert. Unternehmen als Staat. Technologie als Staatsräson: Was Palantir mit seinem Manifest bezweckt, 26.4.2026. Dazu passt auch der Text von Markus Beckedahl zur Entkernung der Demokratie in den Blättern für deutsche und internationale Politik. Die Entkernung der Demokratie. Wie wir die digitale Öffentlichkeit vor den Oligarchen retten können, 9/2025.
Anmerken möchte ich, dass dieses Thema eher nichts mit KI zu tun hat. Aber es dennoch der zweite Themenbereich ist, in dem Überwachung zunehmen zu finden ist. KI ist der andere. Über den Wandel der Diskurse und wie und was Überwachung eigentlich ist und welche öffentliche Rahmung des hat, denke ich gerade nach und schreibe in Kürze hier auch mal etwas dazu…
Geschichte, Kommentar, Künstliche Intelligenz, Surveillance/Digital Kapitalismus
Eugenik und die Billionäre
Fragte ich in meinem Kommentar gerade nach den unterliegenden Fantasien hinter KI und ihren Protagonisten in den Tech-Unternehmen, dann unterstreicht dieser Artikel hier genau mein Argument, der gar nicht so neuen Träume von Allmacht, rechten Fantasien des neuen Menschen und ganz banaler menschlicher Hybris, die vor allem deshalb so gefährlich ist, weil sie mit unvorstellbar viel Geld daher kommt. Die Frage ob das Geld die Männer dahinter gaga macht oder sie es ohnehin schon waren und daher dank Tech ihre feuchten SciFi-Fantasien, die bisweilen wie Abklatsch aus billigen Comicheften aussehen, in die Wirklichkeite – oder was sie dafür halten – umsetzen können. The billionaires‘ eugenics project: how Epstein infiltrated Harvard, muzzled the humanities and preached master-race science. Virgina Hoffmann 13.2.2026, in thenerve.news.
Das folgende Zitat aus dem Artikel bringt es beängstigend auf den Punkt:
Billionaires really like thinkers who see their exploitation of the weak as a good and natural thing
Fernseh/Radio/Medien-Tipp, Kommentar, Künstliche Intelligenz, Surveillance/Digital Kapitalismus
Faschismus, Überwachung und die KI
Nicht schon wieder, möchte man fast sagen bei diesem Thema. Es ist doch schon alles gesagt dazu. Ja und nein.
Rainer Mühlhoff, Philosoph und Mathemater aus Osnabrück mit einem sehr interessanten Intervie beim Deutschlandfunk: KI – Gefahr eines digitalen Faschismus? 22.3.2026. Er bringt die aktuell diskutierten Aspekte rund um diese Themen sehr schön auf den Punkt. Und auch wenn vieles davon nicht neu ist, so kann es nicht oft genug gesagt werden.
Neben den aktuellen Fragen allerdings, sollte (und muss) man sich auch damit beschäftigen, worum es denn jenseits der Technik eigentlich geht. Was macht die KI (vor allem ja momentan die LLMs) so beliebt, so attraktiv? Welche Sehnsüchte werden damit befriedigt, welche Träume scheinbar erfüllt?
Und schaut man sich nicht nur die Begehrlichkeiten der Tech-Unternehmen an, sondern auch die der Staaten und anderer Akteure, dann wird klar, dass der Wunsch nach Überwachung ungebrochen, ja gerade zu größenwahnsinnig ist. Das Vertrauen in die Bürger:innen ist gering – angesichts von Terror, Krieg und dem Versuch der Einflussnahme von autoritären Staaten wie klassischerweise Russland oder China, aber neuerdings auch den USA und anderen, ist manch eine Vorsichtsmaßnahme auch nachvollziehbar. Die Frage aber ist, ob der Wunsch der Abwehr nicht auch dazu genutzt wird, noch mehr Kontrolle über das Volk, die unbekannte Größe zu erlangen. Die Narrative der Rechten, dies- und jenseits der Technik lassen das stark vermuten. Und dann wieder sehen wir nichts neues, sondern das ewig alte Spiel.
Mir ist es aber wichtig darauf hinzuweisen, den bei allem Fokus auf die neue Technik geht verloren, dass die damit verfolgten Wünsche so neu dann doch nicht sind.
Kommentar, Künstliche Intelligenz
Wenn die KI mit der KI
Das Gerede über und um KI kann schon auch nerven, so wichtig das Thema in all seinen Facetten auch ist. Wenn es nicht gerade um das nächste Geschäftsmodell geht, oder die verpassten Chancen, wo KI um der KI Willen von Politikern und ihren Einflüsterern aus der Tech-Branche als der neueste und beste und überhaupt der lebensnotwendigste Schei…. angepriesen wird. Dass die KI nur so gut sein wird, wie die Energie, die sie antreibt und es eben dann doch keine lebenden Organismen sind, wird dabei leicht vergessen. Nun ja. Man sollte vielleicht weniger darauf schauen, was KI ethisch darf, als welche Kultur und Menschenbilder die KI umgeben und welche (und vor allem wessen) Sehnsüchte hier befriedigt werden.
Gut, so weit die kleine Einleitung zu einem Text vom geschätzten Adrian Lobe bei der taz vom 2.3.2026 mit dem Titel „Künstliche Intelligenz macht keine Impulskäufe“. Und da wären wir auch schon bei einem Problem, denn der Konsummarkt lebt genau davon. Das wollen die Anbieter von Konsumartikeln wirklich? Ich bezweifele das. Aber im Artikel geht es vor allem um die Entstehung von sozialen Normen durch KI, wenn sie miteinander agieren.
Bilder/Image, Künstliche Intelligenz, Kultur/Kunst
KI-Bilder – unsere Bilder der KI
Wenn es um die Bebilderung des Themas Überwachung geht, sind die gewählten Bilder häufig beschränkt – Augen, Kameras, Schlüsselöcher, Bildschirme, Nullen und Einsen. Ähnlich ist es bei der KI – weshalb es eine Initiative gibt, die sich um bessere Bilder von KI bemüht. Better Images of AI. Eine der Überlegung dabei ist, dass …
Images relating machine intelligence to human intelligence set unrealistic expectations and misstate the capabilities of AI. Images representing AI as sentient robots mask the accountability of the humans actually developing the technology, and can suggest the presence of robots where there are none.
Innere Sicherheit / Terrorismus, Künstliche Intelligenz, Videoüberwachung / CCTV / BodyCams
Kameras und die Sicherheit – mal wieder
Im Dezember fand ein Weizenbaum-Forum zum neuen ASOG in Berlin statt. Da eine der Neuerungen die intelligente Videoüberwachung ist – oder die Möglichkeit dazu – war es letztlich auch eine Diskussion über Kameras. Mit dabei mein lieber Kollege Dietmar Kammerer sowie Jonas Botta. Von jedem von uns gibt es ein einzelnes Video.
Danke an das Weizenbaum-Institut für die Zusammenschnitte und die Veranstaltung überhaupt.
