Category: Künstliche Intelligenz

Das Gehirn als Vorhersageinstrument

In dem Artikel “Is the Human Brain a Prediction Machine?” aus der März-Ausgabe des Magazins Reason, ein US-amerkanisches libertäres Journal, werden die Thesen des Philosophen Andy Clark vorgestellt und ein wenig darüber nachgedacht. Der Autor Brian L. Keeley, ebenfalls Philosoph, kann der Idee einiges abgewinnen, insgesamt für ihn eine “aktualisierte Version einer theory of mind.

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KI als Verheißung

Dass Künstliche Intelligenz mehr ist als nur eine Technologie bzw. wie alle Technologien auch Symbol für etwas, Projektionsfläche für Wünsche, ja gar für Utopien einer besseren Welt sind, ist nichts neues, schon gar nicht hier im Blog. Dass es jetzt ein Buch dazu gibt, ist daher umso schöner.

Der geschätzte Kollege Stefan Selke hat mit “Technik als Trost. Verheißungen künstlicher Intelligenz” (transcript, leider nicht open access) eine Analyse veröffentlicht, die einen Blick wert ist. Gerade weil sie jenseits der Technik geht, jenseits der Profit-orientierten Werbesprüche von Politik, Unternehmen und der vielen Blender geht, die damit alles so schön praktisch machen wollen.

Verheißungen über Künstliche Intelligenz (KI) sind spekulative Bedeutungszuschreibungen und Heilsversprechen, die aus KI ein kollektives Tröstungsprojekt machen – so die These von Stefan Selke. In einer Metastudie vergleicht er vier prototypische Zukunftsnarrative und zieht dazu Quellen von Fachtexten bis zu Science-Fiction heran.

Aus der Werbung zum Buch

In diesem Zusammenhang sei dann auch nochmal an das wundervolle Buch von Robert Feustel erinnert: „Am Anfang war die Information. Digitalisierung als Religion”, welches sich hier mit Gewinn als Ergänzung lesen lässt.

Die Verdachtsmachine

Die bekannten Vorwürfe gegen Algorithmen und KI, dass sie aufgrund ihrer Trainingsdaten die Einstellungen und Kategorisierungen vornehmen würden (und so rassistisch oder anders diskriminierend sein können, vgl. “Can a machine be racist?” The Conversation 6.3.2023), die auch die sie umgebende Gesellschaft hat und lebt, werden in den Artikeln und Berichten zu dem Thema immer wieder erzählt. Das ist, wenn man sich viel damit beschäftigt, etwas langweilig, aber nie unbedeutend.

Wired hat eine sehr schönen Zugang dazu gefunden, neben einer ästhetisch charmanten Webseite. Der Bericht Inside the Suspicion Machine betrachtet die Kategorisierungen unter dem Aspekt des Verdachts – einem Aspekt sozialem Phänomen, das viel zu wenig thematisiert wird. Wir sprechen immer von den Werbewirkungen, die Kategorisierungen und anhängenden Diskriminierungen, aber selten vom Verdacht. Ich finde zu Unrecht, denn die Figur des Verdachts kann die Argumente nochmal anders einordnen und bewusst machen, worum es bei den Kategorien auch gehen kann und welche Vorstellungen und hierarchischen Vorstellungen möglicherweise hinter KI steht – die alles andere als neutral ist, sondern ja gerade ein Symbol und eine Projektionsfläche für Utopien und Wünsche (auch krude) ist.

Inside the Suspicion Machine. Obscure government algorithms are making life-changing decisions about millions of people around the world. Here, for the first time, we reveal how one of these systems works. Wired, 6.3.2023

Konsum als Hyperrealität

If philosopher Will Durant’s assertion that “we are what we repeatedly do” is true, then let’s face it: we are becoming increasingly machine-like through our near-constant interactions with technology.

Ein beängstigender, aber theoretisch auch sehr interessanter Gedanke. Steven Monacelli denkt in Simulacra & Self-Simulation darüber nach, was es bedeutet, wenn wir angeschlossen an die bekannten Plattformen zu, wie er es nennt, “pattern machines” verwandelt werden – “in turn, our digital addictions fuel data collection systems which catalogue, collate, and convert our lives into mathematical probabilities, and, in the process, threaten to transform us from organic, conscious, and autonomous beings into mindless, unconscious, and dependent pattern machines”.

Religion, Überwachung, Transhumanismus

Ich glaube ich habe hier schon dann und wann mal etwas zum Thema Transhumanismus geschrieben oder verlinkt. So auch heute. Ein interessanter Artikel zu Ray Kurzweils Ideen und ihre Verankerung in einer Art christlicher Erweckungsideologie us-amerikanischer Prägung von MEGHAN O’GIEBLYN. Mit dabei die üblichen Verdächtigen wie Elon Musk und Peter Thiel, aber auch neue Namen und interessante Beobachtungen. Dass es dabei nicht um harmlose Spinnereien allein geht, wird schnell klar und allein deshalb ist der Essay den Leseaufwand wert.

Technology has a role in the process of redemption,” he said. Christians today assume the prophecies about bodily perfection and eternal life are going to be realized in heaven. But the disciples understood those prophecies as referring to things that were going to take place here on Earth.

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Roboter und Überwachung

Über Roboter habe ich ja schon das eine oder andere geschrieben, es gibt auch eine Folge der Berichte aus Panoptopia dazu, und es ist immer wieder ein interessantes Thema, weil es sich vermischt mit Überwachung, KI, Algorithmen, aber eben auch gesellschaftlichen Fragen.

Hier ein Artikel zu Informationen, Überwachung und Robotern und wie sie der Polizei helfen und den öffentlichen Raum einnehmen. Vieles ist bekannt, aber hier noch mal gut zusammengefasst.

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AI findet Instafotos

Nichts bleibt unentdeckt. Das Projekt “the Follower” nutzt offene Kameras und KI zum Erkennen von Gesichtern und Situationen um auf Instagram gespostete Bilder zu finden und den Hergang ihrer Aufnahme zu zeigen. Der Künstler dahinter ist Dries Depoorter, recht erfolgreich mit seiner digitalen Kunst. Und auch wenn man The Follower als Kritik verstehen kann, so arbeitet er auch für Unternehmen wie Amazon und andere ähnliche.

© Dries Depoorter, https://gifyu.com/image/Swotp, https://driesdepoorter.be/thefollower/

Die Überwachung der Gesundheit

Public Health, die öffentliche Gesundheitsfürsorge muss notwendigerweise auch Mittel der Überwachung, Kontrolle oder Supervision haben, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Das wurde bei Corona sehr deutlich, wo spezielle Formen auf diesen Fall und Virus nur teilweise vorhanden waren und erst nachträglich, teilweise mehr schlecht als recht geschaffen wurden. Big Data war kaum ein Thema dabei.

Nun gut, die Überwachung der Gesundheit bzw. Gesundheit als eine Geschäftsmodell hat aber auch noch andere Dimensionen, die in dieser Doku bei Arte sehr gut beleuchtet werden. Sehenswerter Film, der eine weitere Dimension zu den ohnehin schon erschreckenden Mitteln und Möglichkeiten von Facebook hinzufügt.

Praxis Dr. Zuckerberg – Gesund mit Algorithmen?

Die Stiftung von Mark Zuckerberg will bis zum Ende des Jahrhunderts „alle Krankheiten ausrotten“. Der Chef von Apple behauptet, Apples wichtigster Beitrag für die Menschheit werde die Gesundheit sein. Den Fortschrittsdenkern aus dem Silicon Valley stehen zwar schier grenzenlose finanzielle Mittel zur Verfügung. Doch kann die Technologie in Zukunft wirklich den Arzt ersetzen? Wie verändert die Auswertung medizinischer Daten mit Hilfe künstlicher Intelligenz die Medizin? Und was für Auswirkungen hat die digitale Medizin auf die Rolle der Ärzte? (aus dem Begleittext bei ARTE)

@notmyrobots

@notmyrobots  ist ein Twitter-Account, der über unsinnige, falsche oder absurde Vorstellung und Darstellungen von Künstlicher Intelligenz berichtet. Damit nicht genug – auf https://notmyrobot.home.blog gibt es zu dem noch mehr Bilder und vor allem eine Literatursammlung zum Thema.

Das ist ein wichtiges Thema, denn über die Dominanz der Darstellungen von KI, die alle hier bestimmt kennen oder denen änhliches dazu einfällt, werden eben auch die Diskurse gesteuert und entlang der damit evozierten Ideen die Diskussionen geführt. Deshalb sind die Diskussionen zu KI wie sie sind.

Es geht hier um die Kultur hinter der KI, denn die Ideen haben ein Milieu und das ist nicht zufällig.

Eugenik als Form der Überwachung

Die Geschichte der Eugenik ist länger als man gemeinhin denken mag. Die Verbindung sind Nazi-Deutschland und der Holocaust. Die Auswahl von Menschen, die Idee man könne sie züchten oder eine bessere Auswahl irgendwie gestalten und vorhersehen, kontrollieren um Gesellschaft zu steuern endet nicht dort. Mit der Digitalisierung kommen diese Ideen wieder hervor – wenn sie es nicht bereits vorher schon durch eine Verbindung von Mensch und Maschine waren, Cyborgs, der vernetzte Mensch, nun nicht mehr nur das Internet der Dinge, sondern das Internet der Sinne, wenn man etwas holprig einen Vergleich anstellen möchte.

Transhumanismus ist eines der Stichwörter hier. Bevor darüber zu reden sein wird, lohnt sich ein Blick in die Ideenwelt der Eugenik und die erschreckende Aktualität , wenn auch noch kleiben, der Begeisterung für diese Ideen. Der Artikel gibt einen guten Einstieg und stellt wichtige Fragen. Und ja, in diesem Sinn ist Eugenik eine Form der Überwachung, der Kontrolle und da sind wir noch gar nicht beim Thema der Körperdaten oder Gen-Informationen angekommen. Und nein, mit vermeintlich geimpften Chips hat das alles nicht zu tun!

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Frankenstein, Shelley, AI und Pandemie

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Ich habe gerade reingehört und es macht großen Spaß dem weiten Bogen, der hier gespannt wird, zuzuhören.