Kategorie: Künstliche Intelligenz

KI-Bilder – unsere Bilder der KI

Wenn es um die Bebilderung des Themas Überwachung geht, sind die gewählten Bilder häufig beschränkt – Augen, Kameras, Schlüsselöcher, Bildschirme, Nullen und Einsen. Ähnlich ist es bei der KI – weshalb es eine Initiative gibt, die sich um bessere Bilder von KI bemüht. Better Images of AI. Eine der Überlegung dabei ist, dass …

Images relating machine intelligence to human intelligence set unrealistic expectations and misstate the capabilities of AI. Images representing AI as sentient robots mask the accountability of the humans actually developing the technology, and can suggest the presence of robots where there are none.

Kameras und die Sicherheit – mal wieder

Im Dezember fand ein Weizenbaum-Forum zum neuen ASOG in Berlin statt. Da eine der Neuerungen die intelligente Videoüberwachung ist – oder die Möglichkeit dazu – war es letztlich auch eine Diskussion über Kameras. Mit dabei mein lieber Kollege Dietmar Kammerer sowie Jonas Botta. Von jedem von uns gibt es ein einzelnes Video.

Danke an das Weizenbaum-Institut für die Zusammenschnitte und die Veranstaltung überhaupt.

Das Ende des freien Intenets?

Neben der Diskussion um Open Access in den Wissenschaften (dazu erscheint in Kürze eine Themenausgabe des Journal kommunikation@gesellschaft) tranportierte das Internet auch immer die Idee freie Informationen, insbsondere was Nachrichten angeht. Das Feld ist lange bereits umkämpft und mit dem Beginn der Kommerzialisierung des Netzes vor 25, vielleicht sogar 30 Jahren steht diese Idee immer schon zur Disposition, wenn sie nicht in Gefahr ist. Freie Zugänge und diese Idee werden im großen Maßstab u.a. von Wikipedia oder der Wayback Machine, dem Archiv des Internet, hoch gehalten. Letzteres scheint nun in Gefahr zu sein, wie The Conversation berichtet.

News sites are locking out the Internet Archive to stop AI crawling. Is the ‘open web’ closing? (5.2.2026)

Dass die freie Zugänglichkeit nicht ganz ohne Dilemmata ist, wird in dem Artikel klar. Ob aber die kommerzielle Schließung die Lösung sein wird, die dann die „freien“ sozialen Medien mit den vermeintlichen News für alle noch mehr zu den allverfügbaren Quellen von wenn schon nicht sklavisch „obhektiver“, vor allem aber faktenbasierter Berichterstattung machen würde, ist eine genauere Betrachtung wert. Muss es sein, die Ergebnisse dessen sieht man bereits jetzt.

Sehr passend dazu findet im September die Tagung Tagung „Utopien und Dystopien der digitalen Gesellschaft: 30 Jahre Forschung zu computervermittelter Kommunikation“ zusammen mit dem Weizenbaum-Institut statt.

Autonom oder gesteuert aus der Ferne?

Man könnte meinen das sei doch eins oder so ähnlich, irgendwie, weil autonome Vehikel doch irgendwie das Netz brauchen, schon zur Orientierung, GPS und so. Nein, es scheint dann doch noch einen menschlichen Faktor zu geben. Die Webseite Futurism berichtet in ihrem Artikel

It Turns Out That When Waymos Are Stumped, They Get Intervention From Workers in the Philippines (6.2.2026)

von Menschen auf Philipinen, die im Hintergrund steuernd auf die Fahrzeuge eingreifen. Ähnliches war doch auch bei Alexa der Fall, anders, aber eben nicht dem Versprechen nach, dass alles eine KI, das Gerät oder die Technologie selbst macht… mmmhhh

* Ich lese machen Artikel von Futurism, kenne aber die Hintergründe der Webseite nicht. Nicht immer leicht rauszufinden, wer für wen da was schreibt. Hier ein Check von Futurism https://mediabiasfactcheck.com/futurism/

Dystopie und Utopie – systemabhängig?

Auf Golem fragt sich Tim Reinboth, ob es nicht seltsam seie, „dass Science-Fiction-Klassiker aus dem kapitalistischen Westen meistens Dystopien sind, während sozialistische Autoren eher Utopien erträumten?“.

Wo die Utopien wachsen, Golem 27.12.2025

Und die Frage scheint bereichtigt, aber die Antwort nicht so klar, wie es scheinen möchte. Und weitergedacht ließe sich durchaus darüber nachdenken, was die gegenwärtige Welt einen für Zukunftsvorstellungen bereithalten lässt – angesichts der technofaschistischen Ideen und vermeintlichen Utopien von besseren Welten so ganz ohne Menschen bzw. diese nur als Bioware für die selbstdenkenden KI und ihre selbsternannten Herrscher. Utopie für die einen, Knechtschaft für alle anderen? Hatten wir alles schon, scheint aber weiterhin ansprechend zu sein, zumindest als hyperkapitalistische Idee.

Der Untertitel des erwähnten Beitrages „Die Zukunftsvisionen der Ost- und West-Science-Fiction waren vielseitiger als eine Geschichte von zwei Systemen.“ kann so auch für die aktuelle Situation gelesen werden – es bleibt vielseitig (nicht nur komplex…..).

Vom Äußeren auf das Innere schließen….

und natürlich soll auch das KI (AI) tun können. Warum auch nicht, kann doch auch sonst fast alles. Mich hat der Bluesky-Thread vor allem wegen des Kommentars angesprochen: Phrenology. Eine Pseudowissenschaft im 19 Jahrhundert (Wikipedia, allerdings recht oberflächlich, was die kritische Einschätzung angeht)

Computer scientists: "So with machine learning we can extract subtle patterns from massive datasets. What shall we do with it?"Business school professors, every single time: "You know, I think phrenology got a raw deal in the late 1800s."

Carl T. Bergstrom (@carlbergstrom.com) 2025-12-11T19:36:35.138Z

AI is all around

Man und frau muss nicht technophob sein, um kritisch über AI nachzudenken. Gerade mit einem Faible für Technik scheint es mir, ist das genaue Hinsehen auf die Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz wichtiger denn je. Insbesondere, und hier vor allem meinem Interesse geschuldet, wenn es um die symbolischen Bedeutungen der Technologie(n) geht, die mit dem Kürzel KI/AI verbunden sind –und nicht selten einfach ein Verkaufsargument darstellen, denn irgendeinen Mehrwert in der Praxis für irgendwen oder gar die Gesellschaft als Ganzes haben. Der Begriff wird dann recht schnell recht leer und beliebig. Die Beschreibung, die mein geschätzter Kollege David Murakami Wood für AI, gefunden hat, finde ich dabei noch immer sehr auf den Punkt:

In other words, they produce patterns, which sometimes (increasingly frequently) appear good enough to fool pattern-recognizing brains like our own. 

Tech Bro Topia

Unter der Überschrift „Mit der roten Pille zur Macht“ beginnt die 1ste Folge des Podcasts bei Deutschlandfunk zu den Tech Bros, ein derzeit sehr angesagtes Thema, auch ich habe im Blog schon den einen oder anderen Beitrag dazu gepostet. Daher hier der Tipp: Tech Bro Topia, ein 6-teiliger Podcast bei DLF

Sommer 2025: Die USA vollziehen den Schwenk zum Autoritarismus. Mittendrin die Tech-Bros aus dem Silicon Valley. Sie wollen den Staat abschaffen und den Weltraum kolonisieren. Aber wie kommen sie auf solche Ideen?

Der Podcast beleuchte die Geschichte des Silicon Valley, von den Ideen der Hippies bis zu den Tech Bros, den Individuen, die mit ihrer Macht mehr Einfluss auf Politik und Gesellschaft ausüben, als das einmal vorstellbar war, auch und gerade weil sie etwas herstellen oder anbieten oder besitzen, das unser Leben auf dem Globus entscheidend mitprägt. Ob das Digitale auch der Weg raus aus dem Dilemma sein wird, wenn man z.B. an die Klimakrise denkt, dass muss sich erst noch erweisen. Momentan verbraucht der AI-Hype vor allem jede Menge Wasser und Energie.

Algorithmische Narrative und der Zeitgeist

Heute möchte ich auf den Aufsatz des Kollegen Rainer Rehak hinweisen, der sich der Narrative rund um KI angenommen hat. Der Artikel ist wirklich lesenswert, wenn auch notwendigerweise lang und ausführlich. Rainer Rehak nimmt sich darin prominenter Erzählungen zu KI – oder das was so mancher dafür hält – vor, u.a. Agency, Autonomie, Wissensverarbeitung, Vorhersage, Objektivität.

AI Narrative Breakdown. A Critical Assessment of Power and Promise, 23.6.2025, in FAccT ’25: Proceedings of the 2025 ACM Conference on Fairness, Accountability, and Transparency, Pages 1250 – 1260, https://doi.org/10.1145/3715275.3732083

Wer in der DB den vielen Business-Typ:innen mal so beim Telefonieren zuhört – immer ein großer Spaß für mich – der hört immer öfter auch etwas von KI, in nahezu jedem Zusammenhang. Rehak nennt das „Zeitgeist-KI“, ein wirklich charmanter, aber vor allem treffender Begriff

To characterize the regularly (too) vague use of the term artificial intelligence in societal discourse, I propose the term „Zeitgeist AI“ [96]. „Zeitgeist AI“ can mean anything from big data, algorithms, apps and statistics to software, robots, digital technology, all the way to the internet and digitalization in general. In political discourse, too, there is often a blanket reference to „artificial intelligence,“ 

Also, ein Lesetipp, denn die symbolische Bedeutung der Technologie KI ist bestimmt so groß, wenn nicht größer als ihre tatsächlichen Möglichkeiten. Hier gibt es ein paar interessante Gedanken und Erkenntnisse zu lesen.