Category: Corona

Krise – revisited

Vor gut 5 Monaten habe ich für die Rosa-Luxemburg-Stiftung zur damals beginnenen Corona-Krise einen längeren Text geschrieben, worin ich mich u.a. fragte, ob Aussagen über die Gesellschaft nach Corona nach ein paar Wochen schon wirklich seriös sind. Viele meine Soziologie-Kollegen überwarfen sich förmlich mit Ideen für die Zeit danach – und ich thematsierte das hier im Blog (worauf der lange Text letztlich beruhte).

Corona-Bilder

Ich bin mir sicher, jeder hat irgendwelche Bilder von absurd anmutenden Situationen, die sich aus den Regeln der Corona-Beschränkungen ergeben haben. Nun da diese Beschränkungen langsam wieder aufgehoben werden, sind manche Bilder nur mehr Erinnerung.

Eine davon ist dieser Spielplatz bei mir um die Ecke, eigentlich nur eine Schaukel und eine Rutsche, die von ein paar wirklich kleinen Kindern genutzt werden. Das war kein Hotspot kindlicher Freizeitbeschäftigung, sondern eine versteckte Ecke für ein paar U4-Kinder, um mal ein wenig in Bewegung zu kommen. Aber da ein Hausmeister hier das Sagen hat, war zack-zack ein Absperrband drumgezogen. Absurd. Aber zum Glück vorbei.

Überwachung, Körper und Corona

Gedanken zu Tracing-Apps, Volksgesundheit und biologistischen Vergleichen

Es sind viele verschiedene Aspekte, die von dem berührt werden, was wir derzeit als Corona-Krise irgendwie in seiner Totalität zu fassen versuchen. Über Raum habe ich schon etwas geschrieben. Über den Körper aber findet man auch einen Zugang um die Situation oder einige Aspekte der Situation zu betrachten. Das betrifft insbesondere den Aspekt der Überwachung des Viruses, so muss man es wohl reichlich prosaisch, aber dennoch unzureichend schreiben. Denn nicht der Virus wird überwacht, sondern dessen Träger, die Menschen. Das bringt in Bezug auf die Räume bereits Probleme. Mehr noch allerdings wenn man auf die Körper schaut und eben diese als Gefahr erkennt und ebenso behandelt.

Zur Selbstbeobachtung der Gesellschaft…

Überwachung durch Selbstbeoachtung – oder umgekehrt?

Es gibt derart viele Beiträge zur gegenwärigen Situation, dass eine Auswahl oft schwerfällt. Viele sind interessant, manche regen an, über bestimmte Aspekte ein wenig weiter nachzudenken. Bei manchen habe ich das Gefühl, die könnten hier im Blog von Interesse sein. So auch dieser hier von Armin Nassehi, der gerade sehr präsent in den Medien ist.

Ein Aspekt, den er dabei sehr gern und immer wieder betont ist der von der Selbstbeobachtung der Gesellschaft – das gilt in Bezug zur Digitalität der Gesellschaft, als auch hinsichtlich Corona. Und klar hat jeder so seine Argumente und theoretischen Spielfiguren. Bei Nassehi sind es halt oft systemtheoretische. In einem Artikel in der Frankfurter Rundschau kommt dann auch mal beides zusammen.Armin Nassehi: „Es ist eine digitalisierte Selbstbeobachtung der Gesellschaft“ (FR, 24.4.2020)

Pandemie und Raum

Gedanken und Texte

Die Bilder unten zeigen meinen lokalen Supermarkt im Kassenbereich. Auf dem Foto sieht es gar nicht so beeindruckend aus, aber vor Ort hatte ich dort, und auch in anderen Geschäften, den Eindruck, ich befinde mich im Sicherheitsbereich eines Flughafens. Es mag am Material gelegen haben, oder an der ungewohnten Gesamtoptik – klar ist aber, dass die Corona-Pandemie, oder genauer die verfügten Maßnahmen und was wir daraus machen, Raum und die Nutzung sowie die Gestaltung des Raums verändern. Ob nachhaltig bleibt abzuwarten (siehe auch den Text zu den Einkaufsorten hier).

Nachdenken über Corona: Surveillance Studies

Blink, der Blog des Journals Surveillance & Society, hat gerade eine neue Serie mit Beiträgen zu Corona gestartet. Den Auftakt macht Marina Levina, u.a. Autorin von  Pandemics and the Media (2015) mit ihrem Beitrag zu Living and Thinking through a Pandemic.

I have argued before and I will argue again that a pandemic gives us an intense and unflinching focus on that which always has always been true — a problem of health is determined by meaning we, as a society, attach to what it means to live in an infected and/or diseased body, be it a national, a global, or an individual one. The current debate about vulnerability and sacrifice is fully dependent on already established norms the society holds of “pre-existing” conditions as wholly the fault and responsibility of individuals as supposed environmental, sociopolitical, and economic factors.

Überwachung, Pandemien und Sicherheit

Gedanken und Texte in Corona-Zeiten

© 2020 TU Wien / dwh
© 2020 TU Wien / dwh

Nach den ersten Wochen des Kontaktverbots und der Empfehlung besser zu Hause zu bleiben, der Sorge um Eltern und Kinder, um Freunde und andere Nahestehende, in der ich versuche so viel wie möglich an Informationen zu verarbeiten wie es geht, kann ich leider nur sagen: Es wird da draußen eher unübersichtlicher als klarer. Aber das ist vielleicht der Kern einer Krise.

Kommentare und Einschätzungen zur Krise, zur Zukunft der Gesellschaft gibt es derzeit reichlich. Aus allen klugen und wirren Ecken. Ich möchte mich hier gar nicht einreihen in das Spiel und mitspekulieren, sondern ein paar Ressourcen teilen, die sich aus meiner Sicht eher generell mit verschiedenen Aspekten der Krise auseinandersetzen, denen das tagesaktuelle Geschwirre ein wenig fehlt. Das gelingt nicht immer, aber ich hoffe zu einem Teil. Dazu gehört in diesem Blog selbstverständlich zu allererst der Aspekt der Überwachung und Kontrolle, namentlich die Diskussion zu Tracking sowie die Angst vor dem autoritären Staat, der jetzt die Krise nutzt und alles umkrempeln will. Bei letzterem bin ich ob der Analyse vorsichtig, aber eine gute Chronologie zur innneren Sicherheit liefert Cilip – zu den Tracking Apps habe ich selbst etwas gesagt, …