Category: Forschung/Theorie

Utopien des Sozialen – Demokratie als Risikofaktor

In einem Artikel vom 18.12.2019 schreibt Adrian Lobe über Prognose-Dystopie: Demokratie als Risikofaktor (SZ).

Im wesentlichen geht es um die tieferen Implikationen und Konsequenzen von Vorhersagen, wie sie verbunden mit den Begriffen KI Algorithmen sowie Big Data gegenwärtig sehr en vogue sind. Die Vorausschau als Bedürfnis von Regierungen, die mit den neuen Technologien nun endlich, so meinen viele ihrer Vertreter, das Mittel gefunden haben die Zukunft zu kontrollieren (vgl. dazu auch meinen Aufsatz in der APuZ, 25.4.2014).

In dem Artikel von Adrian Lobe kommen eine Reihe von interessanten Beobachtungen vor, u.a. diese:

Plattformen und Systemtheorie

Ob und wenn ja, welche Antworten die Systemtheorie auf das Phänomen der Plattformen (Google, Facebook etc.) hat, diskutiert der Soziologe Dirk Baecker auf Breitband mit Teresa Sickert. Ich finde manche der Gedanken nachvollziehbar, manches nicht so überzeugend. Aber hört selbst.

Die Systemtheorie scheint sich des digitalen angenommen zu haben, wie auch das Buch “Muster” von Armin Nassehi zeigt, dass dieses Jahr erschienen ist. Eine Rezension davon gibt es im Januar hier im Blog.

Das unregulierbare System der Plattformen, Interview mit Dirk Baecker bei Breitband, 21.12.2019, Deutschlandfunk Kultur.

Vorankündigung: The Book of Anonymity

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Die Maschinen zähmen….

Die Vorlesungreihe “Taming the Machines” an der Uni Hamburg ist in diesem Wintersemester ein echter Tipp. Das Programm verspricht viele interessante und wirklich spannende Vorträge rund um die Themen, KI, Algorithmen, Überwachung, Daten. Außerdem wird die Preisverleihung des Surveillance-Studies-Preises 2020 auch in diesem Rahmen stattfinden.

Die Surveilance Studies-Lecture wird gehalten von Dr. Pak-Hang Wong, Universität Hamburg zum Thema: Three Arguments for “Responsible Users”. AI Ethics for Ordinary People. 

Interview mit Gary T. Marx

Gary Marx ist bestimmt einer der einfallsreichsten Forscher, wenn es um Überwachung geht, anderen ist er vor allem durch seine Arbeiten zu Polizei bekannt (siehe z.B. Rezension von Windows into the Soul). Womit auch immer er auf sich aufmerksam gemacht hat, er kann gut erzählen und ist, soweit ich das von meinen Begegnungen mit ihm sagen kann, ein großartiger Mensch und Kollege.

Warum Künstliche Intelligenz?

Wie kam es von der Idee eines “complex information processing” zum Begriff der Künstlichen Intelligenz? Und was hat das mit ihrer Kontrolle zu tun?

Eine Rezension des Buches Human Compatible: Artificial Intelligence and the Problem of Control von Stuart Russell Viking (2019) in Nature gibt dazu ein paar Einblicke.

David Leslie: Raging robots, hapless humans: the AI dystopia (2.Okt. 2019, Nature)

cfp: Podcasts und die neue Audiokultur

Nur weil es inzwischen mit den Berichten aus Panoptopia auch einen Podcast der Surveillance Studies gibt, verlinke ich hier auch den folgenden Call for Papers für das Journal Kommunikation@Gesellschaft (und auch weil ich sowohl das Journal mitherausgebe, als auch für den Call mitverantwortlich bin).

cfp: “Senden, Hören, Teilen: Podcasts und digitale Audiokultur[en]”.

Einreichungsfrist für Abstracts ist der 15.11.2019

Kontrollverlust

Die Sendereihe Radiokolleg von Ö1 entwickelt sich zu einer Lieblingsserie. Neulich 4 Teile zum Gesicht, nun mehrere Teile zum Kontrollverlust mit dem Titel “Fäden in der Hand”. Autorin ist in diesem Fall Sarah Kriesche, u.a. Preisträgerin des Surveillance Studies-Journalistenpreises.

Was passiert, wenn man die Fäden in der Hand hat und alle Stricke reißen? Das Bedürfnis nach Kontrolle und Selbstbestimmung zählt zu den psychischen Grundbedürfnissen des Menschen. Sowohl für das individuelle, als auch das gesamtgesellschaftliche Wohlbefinden zählt nicht nur, Kontrolle zum Beispiel über eine Situation zu erlangen, sondern auch, Kontrolle abgeben zu können.
Doch inwieweit ist es in einer datengetriebenen Welt noch möglich, Situationen zu kontrollieren? Technische Hilfsmittel, wie zum Beispiel das Smartphone, sollen das Leben angenehmer gestalten; die wahren Absichten der Architektinnen und Architekten der Hard- und Software, scheinen oft im Verborgenen zu liegen.