Konsum, KI und J.G. Ballard

Es war ein LinkedIn-Beitrag von Adrienne Fichter, einer Schweizer Journalistin, die mich drauf gebracht hat. In dem Beitrag ging es um eine weitere Kollegin und ihren Beitrag auf der re:publica, in dem diese sagt, dass KI unsere Probleme nicht lösen wird. Ein Zitat von Fichter ist mir dabei aufgefallen:

„Und: Hao zeigt auf: Technologiegestaltung ist immer eine Folge von Entscheidungen, von Individuen, von Gruppen, von Konflikten, von Machtkämpfen und Machtspielen…“

Nun ist das nicht neu, sondern etwas, dass Techniksoziologie/anthropologie schon lange wissen. Gleichzeitig hat es mich erinnert an eine Kurzgeschichte von J.G. Ballard: The Subliminal Man (1963).

Wie in so vielen Geschichten von ihm geht es auch hier um eine Mischung aus Konsum, Technik und Überwachung. Dass wir so langsam in der Zeit ankommen, die Ballard in seinen vielen Kurzgeschichten und auch den längeren Romanen schon vor langer Zeit beschrieben hat, ist einerseits beunruhigend und macht andererseits diese so lesenswert, gerade weil wir heute soviel mehr wissen, aber dennoch nicht so viel gelernt zu haben scheinen.

ps. Die Sammlung der kompletten Kurzgeschichten von Ballard ist eine echte Aufgabe, die sich aber lohnt, auch vielen Gründen, auch zur Unterhaltung, aber im Zusammenhang mit diesen Themen noch einmal extra. Das "Taschenbuch" hat rund 1.200 Seiten.