Der illegale Film

Das Bild an sich ist auch ein Teil vieler Überwachungsdiskussionen. Das Bild ist nicht Überwachung, aber die Beherrschung der Bilder, die Frage der Verfügungsgewalt über sie, ihre Ausgestaltung und nicht zuletzt die Technologien, mit denen sie gemacht, verbreitet, bearbeitet und gesammelt sowie analysiert werden, sind auch immer Fragen und Aspekte der Überwachung mit verbunden.

Martin Baer und Klaus Wischmann haben dem Bild nun einen Film gewidmet – und was auf den ersten Blick (!) ironisch in der Formulierung anmuten mag, ist dennoch sehr konsequent, auch und gerade in unserer bildgewaltigen Welt, in der das Bild an Wahrheitsgehalt immer mehr verliert, wenn es denn je wahr gewesen ist.

Alexa als totalitäre Technologie?

Adrian Lobe denkt in der NZZ darüber nach, ob Alexas Stimmenerkennung nicht zu totalitären Ergebnissen führen könnte. Lesenswerter Kommentar zu einer immer alltäglicheren Technologie.

Sprachgesteuerte Computer: An meiner Stimme merkt Alexa bald, dass ich krank bin, bevor ich selber es weiss (NZZ 10.4.2019)

Eine Gesellschaft, in der Kommunikation und letztlich auch Mitsprache nur noch biologisch vermittelt ist, ist totalitär. Womöglich müsste man sich angesichts der Ubiquität der Sprachsteuerung Gedanken über eine Verschlüsselung seiner Stimme oder eine künstliche Taubheit von Maschinen machen, um seine Identität und Souveränität zu wahren. Wenn künftig Maschinen unser innerstes Seelenleben offenlegen und den binären Code Sagen/Nichtsagen zu einer Aussagepflicht umcodieren, dann droht das Kommunikationssystem einzustürzen. Und die freie Gesellschaft, die darauf aufbaut, auch.

Ungeklärt oder wenig beschrieben sind nach wie vor die individuellen und gesellschaftlichen Bedürfnisse, die hinter den Wünschen stehen solche Gimmicks zu haben und zu nutzen – aber was tut man nicht alles um modern zu sein oder zu wirken.

NYT: Privacy Project

Die New York Times hat ein zum Thema Privatsphäre ein kleines journalistisches Projekt initiiert, welches sich mit den vielfältigen Dimensionen von Technik im digitalen Alltag beschäftigt. Es besteht aus einer Reihe von Beiträgen, hauptsächlich Kommentaren, die das Thema ausloten.

Companies and governments are gaining new powers to follow people across the internet and around the world, and even to peer into their genomes. The benefits of such advances have been apparent for years; the costs — in anonymity, even autonomy — are now becoming clearer. The boundaries of privacy are in dispute, and its future is in doubt. Citizens, politicians and business leaders are asking if societies are making the wisest tradeoffs. The Times is embarking on this monthslong project to explore the technology and where it’s taking us, and to convene debate about how it can best help realize human potential.

Filmprojekt zu Überwachung

Am Surveillance Studies Centre an der Queens University in Kingston, Kanada wurden Filme aus dem Projekt Screening Surveillance veröffentlicht. Hier einer der Filme, weitere auf der Webseite selbst.

Blaxites is a film that follows the story of a young woman whose celebratory social media post affects her access to vital medication. Her attempts to circumvent the system leads to even more dire consequences.

Plattformen und die zukünftigen Gesellschaften

Fahrdienste mit oder irgendwann mal ohne Fahrer sind ja gerade der letzte Schrei. Ich nehme mal den kurzen Nachrichten-Beitrag von NDR Info als Anlass um über ein paar Dinge nachzudenken, inbsbesondere den Grund, warum es möglicherweise lohnt einen kritischen Blick zu riskieren.

Interview zu Big Data Policing

Interview mit Andrew Ferguson, Autor von The Rise of Big Data Policing: Surveillance, Race, and the Future of Law Enforcement (hier eine Rezension in diesem Blog).

Chris Richardson spricht mit Ferguson über sein Buch und das Thema Predictive Policing in einem Wissenschaftspodcast “This is not a Pipe Podcast.”

28.3.2019

Secrecy and the U.S. Security State

Secrecy and the U.S. Security State

Secrecy is a fundamental aspect of the U.S. security state. According to Joseph Masco, the logics and dynamics of official secrecy do more than prevent the release of information; they also have profound effects on U.S. society. What Masco calls the security/threat matrix can be traced back to the effort to withhold information about the about the atomic bomb.

Überwachung und Klima, Forts.

Gewissermaßen als Fortsetzung des Beitrages zu Überwachung und Klimaschutz (Pol. Feuill. bei Dradio), hat Adrian Lobe jetzt eine Antwort darauf in seiner Kolumne Lobes Digitalfabrik geschrieben (Spektrum der Wissenschaft, 13.3.2019):

Mit Überwachung das Klima retten?

Und er hat ein gewichtiges Argument, dass die Lösung Digitalisierung wohlmöglich in ein anderes Licht setzt – an dem wir aber auch nicht vorbeikommen:

Big Data verbraucht selbst jede Menge Energie. Laut einem Bericht von »Climate Home News« könnte die Datenproduktion bis 2025 20 Prozent des weltweiten Strombedarfs ausmachen. Bis 2040 könnte die Kommunikations- und Informationstechnologie sogar für 14 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich sein

Die digitale Zukunft und mit ihr die Überwachungsfantasien der Smart Cities und anderer Pläne wären somit auch schädlich fürs Klima – die alleinige Lösung scheint das also nicht zu sein, wie aber dann?

An den Grenzen…

Überwachung hat auch (nicht immer) mit Grenzen zu tun, Grenzen fast immer mit ihrer Kontrolle auf die eine oder andere Weise. Im Guardian fand ich dieses großartige Bild, welches auch zeigt, warum Überwachung stattfindet und welche Auswirkungen sie haben kann.

US aerial view of the US-Mexico border fence seen from Tijuana. Photograph: Guillermo Arias/AFP/Getty Images

The Guardian,15.1.2019: What is life really like in border country, where Trump wants his wall?

The Guardian travelled to five locations on the US-Mexico border to discover how Trump’s rhetoric jars with the reality on the ground