Ein Nachruf von Susanne Krasmann, Christine Hentschel, Nils Schuhmacher und Bettina Paul im Namen des Fachbereichs Sozialwissenschaften

Etwas ausführlicher dann noch in der taz (10.9.2025) von Nils Schuhmacher und Robert Matthies.
Ein Nachruf von Susanne Krasmann, Christine Hentschel, Nils Schuhmacher und Bettina Paul im Namen des Fachbereichs Sozialwissenschaften

Etwas ausführlicher dann noch in der taz (10.9.2025) von Nils Schuhmacher und Robert Matthies.
Netzpolitik.org bittet um Mithilfe bei Einschätzung der Vorratsdatenspeicherung, mehr über den Link.
Oder sind es nur philosophische Fragen, die damals so aktuell sind wie heute, und heute dringlicher denn je, bei dem Hype den KI in jedem und allem auslöst?
Das neue Bundespolizeigesetz enthält eigentlich nicht viel Neues. Es vereint viele Vorstellungen der letzten Jahre, was zumindest die technischen Möglichkeiten angeht, die nun auch rechtlich abgesichert werden, um eingesetzt zu werden. Ich hoffe, da wird dann doch noch einiges vor Gerichten gestoppt, aber wenn ich mir die letzten 25 Jahre so anschaue, dann hat der feuchte Traum der Sekurokraten sich davon nicht aufhalten lassen.
Auch wenn es nicht beruhigend ist, wenn wir damit nicht allein sind, hier ein Beispiel wie Überwachungstechnologien an den Grenzen (The American Prospect, 5.8.2025) getestet werden – gegen die Migranten, die vermeintliche Bedrohung aller heimischen Ordnung – langsam und stetig nach innen kriechen. Auch das ist hierzulande zu sehen und keine Seltenheit. Nichts was mal getestet wird, verschwindet so einfach, egal ob es wirksam ist oder nicht.
Einen Post über die so genannten Enhanced Games, bei denen Doping frei gegeben ist und von den Tech-Bros auf ihrer Suche nach dem Übermenschen untersützt wird, wollte ich schon länger machen, jetzt komme ich dazu. Die Spiele sind zwar noch ein Jahr weit weg, aber momentan zumindest spricht keiner mehr darüber. Hier eine kleine Auswahl an Berichten und Einschätzungen dazu (weitere Artikel sind in den Beiträgen verlinkt):
Im Blog des Journals Surveillance & Society haben die Kolleg:innen Marc Shuilenburg and Yarin Eski nochmal über einen Artikel reflektiert, der in eben diesem Journal bereits erschienen ist:
Unter der Überschrift Swasticars, Surveillance, and the Seductive Trap of Smartness: How Tesla Became the Luxury Blueprint for Disciplinary Technology zeigen sie wie und warum Konsum nicht nur ein Einfallstor für Überwachung ist – also wie der Konsum überwacht wird. Sondern sie zeigen wie Konsum als ein Teil von Überwachung gesehen werden muss. Überwachung ist ein Konsumgut, so hatte ich das formuliert in Überwachen und Konsumieren (2021). In zwischen hat sich für dieses Verhältnis im Englischen der Begriff der Luxury Surveillance etabliert bzw. wird immer mal wieder angeführt.
And here’s the kicker, the dystopian twist. People pay for this, happily and eagerly so! Hands over wallets and eyes wide with techno-lust. We don’t just tolerate surveillance anymore but worse: we finance it! We trade our privacy for prestige, our data for dopamine, and our control over our freedom for convenience. Meaning, we buy into the very systems that discipline and control us, just because they’re fast, shiny, and whisper the promises of status and self-actualization. (Zitat aus dem Artikel)
Für alle, die mal alle Argumente rund um öffentliche Videoüberwachung ganz kompakt hören wollen, hier ein Interview mit dem geschätzten Kollegen Christian Wickert, dieses Mal im ORF, vom 11.8.2025, der es sehr schön auf den Punkt bringt.
Ö1 Mittagsjournal: Soziologe Wickert zu mehr Videoüberwachung
Der Titel hat es schon in sich, da konnte ich nicht dran vorbeisehen. Dass der Artikel wieder Mal mit einem Augen-Icon bebildert ist, passt hier vielleicht sogar besser als bei vielen anderen Artikeln zum Thema.
Das Überwachungsimperium. Wie sich die deutsche Polizei von Peter Thiels Palantir-Software abhängig macht, Autorin Sonja Peteranderl in Blätter für deutsche und internationale Politik, August 2025.
Ob alle deutschen Polizei- und Innenbehörden sich dem verschließen, also diese Software nicht installieren und nutzen, bleibt abzuwarten. Einige tun es, einige nicht. Die Informationslage zur Software und den Hintergründen ihres Miteigentümers Peter Thiel ist nicht zu übersehen. Das aber hat die Securokraten noch nie abgehalten, unsinnige und gefährliche Dinge zu kaufen oder umzusetzen.
Das Journal New Media & Society hat ein Special Issue zu Digital Twinning publiziert. New Media & Society, Volume 27, Issue 8: Special Issue: Digital Twinning, Aug 2025.
Es geht nicht vordergründig um Überwachung, aber um Simulation der Wirklichkeit, große Mengen an Daten und irgendwie auch um Überwachung, vor allem aber um Kontrolle und Übersicht. Ein Blick lohnt sich. (Fast) alles open access!
Science Fiction und dytopische Literatur und Filme gibt es viele, einige davon epochal gut und wegweisen, nicht nur 1984. Dieser Skeet bei Bluesky zeigt mit ein paar Memes wie vergangene Vorstellungen über die Zukunft gerade in der Gegenwart ankommen, absurder, als man sich das hätte vorstellen können. Ich bin kein Literaturwissenschaftler, aber es scheint aus soziologischer Sicht, dass manches bereits angelegt war in der Gegenwart ihrer Entstehung, das nur extrapoliert, nicht neu erfunden werden musste, um dystopische Zukünfte zu erdenken. Schwierig nicht vollkommen den Kopf oder die Übersicht oder den Verstand (und die Zuversicht) zu verlieren.
Es wird gegenwärtig viel geschrieben, analysiert und gewarnt über, zu und vor Palantir. Bevor ich eine Liste der Artikel und Beiträge dazu mache, verlinke ich erstmal den Film „Watching You“ von Klaus Stern zu Alex Karp, den es gerade in der ARD-Mediathek zu sehen gibt.
Ich habe den Film im Februar bei einer Vorführung im Weizenbaum-Institut gesehen, Klaus Stern war da vor Ort. Dazu hatte ich schon mal einen Eintrag gemacht mit Hintergrundinfos, immer noch lesenswert, da die Infos sehr gute wissenschaftliche Analysen sehr geschätzter Kolleg:innen sind.
Und Herbst habe ich Klaus Stern nach Hamburg eingeladen, ich zeige den Film als Teil der Ringvorlesung Friedensbildung, und hier wird der Regisseur dann dabei sein für Fragen und Diskussion.
Unter der Überschrift „Mit der roten Pille zur Macht“ beginnt die 1ste Folge des Podcasts bei Deutschlandfunk zu den Tech Bros, ein derzeit sehr angesagtes Thema, auch ich habe im Blog schon den einen oder anderen Beitrag dazu gepostet. Daher hier der Tipp: Tech Bro Topia, ein 6-teiliger Podcast bei DLF
Sommer 2025: Die USA vollziehen den Schwenk zum Autoritarismus. Mittendrin die Tech-Bros aus dem Silicon Valley. Sie wollen den Staat abschaffen und den Weltraum kolonisieren. Aber wie kommen sie auf solche Ideen?
Der Podcast beleuchte die Geschichte des Silicon Valley, von den Ideen der Hippies bis zu den Tech Bros, den Individuen, die mit ihrer Macht mehr Einfluss auf Politik und Gesellschaft ausüben, als das einmal vorstellbar war, auch und gerade weil sie etwas herstellen oder anbieten oder besitzen, das unser Leben auf dem Globus entscheidend mitprägt. Ob das Digitale auch der Weg raus aus dem Dilemma sein wird, wenn man z.B. an die Klimakrise denkt, dass muss sich erst noch erweisen. Momentan verbraucht der AI-Hype vor allem jede Menge Wasser und Energie.