Wenn die KI mit der KI

Das Gerede über und um KI kann schon auch nerven, so wichtig das Thema in all seinen Facetten auch ist. Wenn es nicht gerade um das nächste Geschäftsmodell geht, oder die verpassten Chancen, wo KI um der KI Willen von Politikern und ihren Einflüsterern aus der Tech-Branche als der neueste und beste und überhaupt der lebensnotwendigste Schei…. angepriesen wird. Dass die KI nur so gut sein wird, wie die Energie, die sie antreibt und es eben dann doch keine lebenden Organismen sind, wird dabei leicht vergessen. Nun ja. Man sollte vielleicht weniger darauf schauen, was KI ethisch darf, als welche Kultur und Menschenbilder die KI umgeben und welche (und vor allem wessen) Sehnsüchte hier befriedigt werden.

Gut, so weit die kleine Einleitung zu einem Text vom geschätzten Adrian Lobe bei der taz vom 2.3.2026 mit dem Titel „Künstliche Intelligenz macht keine Impulskäufe“. Und da wären wir auch schon bei einem Problem, denn der Konsummarkt lebt genau davon. Das wollen die Anbieter von Konsumartikeln wirklich? Ich bezweifele das. Aber im Artikel geht es vor allem um die Entstehung von sozialen Normen durch KI, wenn sie miteinander agieren.

Die Forscher sprechen von „Bausteinen einer Gesellschaft“. Entsteht hier so etwas wie eine Gesellschaft der Maschinen, eine virtuelle Parallelgesellschaft, ohne dass der Mensch dies merkt? Die Studie könnte nicht nur helfen, Verhaltensweisen von KI-Agenten besser zu verstehen, sondern auch den (sozialen?) Wandel innerhalb dieser Systeme. Die KI-Dompteure sind schnell bei der Hand, in ihren Experimenten unerwartete Handlungsschritte großer Sprachmodelle als „unerwünschtes Verhalten“ („undesirable behavior“) abzuqualifizieren – und brechen ab, wo es für Sozialwissenschaftler interessant wird: dort, wo sich maschinelle Prozesse zu kommunikativen Handlungen verdichten. Die Soziologie steht womöglich erst am Anfang eines neuen Forschungsfelds. Fakt ist: In die Gesellschaft der Maschinen muss sich der Mensch erst noch integrieren.

Das hört sich tatsächlich creepy an, dennoch stellen sich auch hier eine Menge Fragen, u.a. warum wir das wollen würden, warum es Leute gibt, die eine Gesellschaft ohne Menschen herbeisehen – oder geht es gar nicht darum? Dass Programme Normen entwickeln ist wirklich spannend, aber ist das dann Soziologie, Maschinen-Soziologie? Mit welcher Relevanz für uns? Zu mehr Demokratie und mehr Gleichheit scheint mir das nicht zu führen, eher zu einer Gesellschaft mit ein paar kontrollierenden Herrschern (den Tech-Oligarchen), die dann mit einer KI die Menscheit kontrollieren, die als billige Sklaven arbeiten verrichtet, die sich brauchen um ihre Welt zu erhalten. Sprachmodelle putzen halt keine Klos und holen auch den Dreck nicht aus dem Berg, der in die Computer muss… Viele Fragen, zu viele eigentlich.

Dass KI mit KI redet und dann Entscheidungen trifft, die als für-uns angepriesen werden, aber eigentlich ohne-uns passieren, ist fast schon grotesk. Solln sie doch in ihre Parallelwelt gehen, solange wir bleiben können. Ich bin noch nicht sicher, ob ich mich vor der KI oder den Anwendern fürchten soll, die das Zeug propagieren, momentan noch letzteres und dem nihilisitisch-machthungrigen, aber letzlich recht armen Menschenbild, das da vorscheint.

Mehr dazu bestimmt in Kürze wieder, Anlässe gibt es genug.