Kategorie: Forschung/Theorie

Report zu Überwachung, Privatsphäre und Technologie im UK

Die Royal Academy of Engeneering hat einen eigenen Report veröffentlicht, der sich mit den Herausforderungen des technologischen Wandels beschäftigt: „Dilemma of Privacy and Surveillance. Challenges of Technological Change“ (pdf).

Advances in technology have the potential to do great good, but they also carry the risk of doing damage if they are introduced without proper care and forethought. One of The Royal Academy of Engineering’s priorities is to lead debate on matters of engineering by guiding thinking, influencing public policy making and providing a forum for the exchange of ideas. This report is a contribution to the public debate on information technology and its possible impacts on our privacy. (aus dem Vorwort des Berichtes).

Forschungsbericht – Videoüberwachung in Hamburg

Jetzt ist es öffentlich: Der Forschungsbericht zum Projekt „Videoüberwachung in Hamburg“ ist raus und auf dem Netz verfügbar. Dort sind alle Daten und die Erhebungs-Materialien einsehbar. Ich freue mich über Kommentare und Diskussion.

Die Pressemitteilung dazu ist auf den Seiten der Uni Hamburg einzusehen.

Und auch das Buch „Surveillance Studies. Perspektiven eines Forschungsfeldes“ (Barbara Budrich Verlag) ist auf dem Weg in die Druckerpresse. Darüber mehr wenn es erhältlich ist.

Surveillance Studies Network

Jetzt hat auch das britisch/internationale Surveillance Studies Network eine Webpräsenz – die in nächster Zukunft noch ausgebaut werden soll. Unser kleiner Blog hier und das Forschungsnetzwerk werden dann ein assozierter Teil werden. Bis jetzt hat das Netzwerk, in dem jeder offziell Mitglied werden kann, den Bericht zur britischen Überwachungsgesellschaft herausgegeben und ist für das Journal Surveillance & Society verantwortlich, das leider im Moment mal wieder etwas zurückhängt mit seinen Ausgaben….

Mal sehen was beim SSN in näherer Zukunft noch passiert, ein internationales Forschungsnetzwerk mit entsprechenden Resourcen wäre durchaus angebracht und ein echter Schritt nach vorn im Hinblick auf Wahrnehmung und Akzeptanz von solch thematischer Forschung, u.a bei den Förderinstitutionen, wie z.B. dem neugegründeten European Research Council.

Mehr als Datenschutz?

Überwachungsstaat oder nicht? Wohin gehen wir und wer mag das abschließend und vor allem empirisch bewerten? Angesichts eines Postings auf get-pricacy.info, in dem Peter Schaar für seine zugegebenermaßen manchmal eher weichen Äußerungen zum Thema Datenschutz, arg gescholten wurde. stellt sich mir die Frage, worum es überhaupt geht bei der Beschäftigung mit dem Thema Überwachung. Und: Reichen die bloßen Hinweise darauf wie „böse“ der Staat uind die Unternehmen im Umgang mit unseren Daten sind? Nein, das reicht lange nicht. Aber hierzulande wird das Thema Überwachung hauptsächlich durch die Brille des Datenschutzes gesehen – oder als Widerstand gegen Videoüberwachung. Beides ehrenwerte und wichtige Themen, aber für eine wissenschaftliche und darüberhinausgehende gesellschaftlich relevante Beschäftigung mit dem Thema nicht genut. Überhaupt nicht. Und dann reicht es auch nicht aus, als Datenschutz-Aktivist durch die Gegend zu laufen und anhand von ad-hoc Empirie zu meckern.

Forschung zu Überwachung muss vielschichtiger werden, ohne das andere zu vergessen. Ein Telepolis-Artikel gibt zumindest eine Idee für andere Felder der Überwachung und gesellschaftlichen Kontrolle, der sich in unserer Gesellschaft abzeichnen – eine Tendenz zu einer Gesellschaft des institutionellen Misstrauens u.a.. Allgemein ist das theoretische Niveau der Forschung nur teilweise vergleichbar mit dem der britischen und nordamerikanischen Forschung (vor allem Kanada). Hierzulande verändert sich das erst sehr langsam und in letzter Zeit. Für Anregungen und Ideen bin ich dankbar – auch für Diskussionen, die sich einmal mit konkreten Forschungen beschäftigen sowie anderen Aspekten als Datenschutz (der wichtig, aber nicht alles ist).

Eine Anregung zum Mitdenken und mitschreiben.

Gefahr im Überfluss

Frisch aus der Presse: Tobias Singelnstein und Peer Stolle in Jungle World. Gefahr im Überfluss – ein Vorabdruck einer gekürzten Fasssung ihres Beitrages zum Buch „Surveillance Studies. Perspektiven eines Forschungsfeldes“, das im März (also bald) erscheinen wird.

Übrigens: Heute ist das Blog hier ein Jahr alt. Eure Meinung und Vorschläge zum Bisherigen und für die Zukunft nehme ich gern entgegen – wozu sind Kommentare sonst da…

Spionage-Ausstellung in London und die Kritik

Das Science Museum in London präsentiert eine Ausstellung rund um das Thema Spionage – einen passenderen Ort hätte man kaum finden können! Es ist vor allem eine Ausstellung für Kinder mit vielen Aktionen zum Mitmachen.

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Nun ist London nicht nur die Heimat des besten und elegantesten Geheimagenten der Welt – sondern auch die Stadt, in der die tägliche Spionage am Bürger zu ungeahnten Höhen getrieben wurde. Das britische Spyblog macht darauf angesichts einer Rede der Chefin von MI5 zur Eröffnung der Ausstellung aufmerksam. Sicher ist so eine Ausstellung für alle Kinder eine Riesenshow – aber die angemahnte ausgeglichene Darstellung wäre für Eltern als auch für viele Kinder interessant und nicht nur Fehl am Platze. Die Ausstellung läuft noch bis zum September – genug Zeit, mir selbst ein Bild zu machen.

Simulation und Kontrolle: Hamburg in 3D

„Schaut auf diese ideale Stadt“ titelt die taz am 31.1. und meint die neue 3D Ansicht von Hamburg, die in Kürze im Internet zu sehen und zu gestalten sein wird. Wer dort, was machen kann ist dabei noch nicht raus – wohl aber sicher dürfte sein, dass es eine schöne und saubere Stadt sein wird – eben ein Idealbild, welches Investoren anlocken soll. Der Schmutz darf dann nicht mehr stattfinden. Die Autorin fragt sich zurecht was passiert wenn die Wirklichkeit in die Simulation einbrechen wird: