Big Data, Bots und Algorithmen

An der Universität Hamburg gibt es in diesem Wintersemester 3 Vorlesungsreihen im Allg. Vorlesungswesen, die sich im weitesten Sinne mit dem Thema Big Data beschäftigen.

Die Reihe Mathematik trifft Daten beschäftigt sich mit der mathematischen Seite des Themas.

Die Rache der Bots. Demokratische Integrität und automatisierte Meinung will vor allem den Herausforderungen nachgehen, die vom Einsatz digitaler
Manipulationstechniken für die Integrität demokratischer Meinungsbildung und Entscheidungsfindung ausgeht.

Und schließlich, die auch (hier bereits angekündigte) Reihe Daten, Algorithmen, Kontrolle der Zukunft: Big Data in der digitalen Gesellschaft – Anwendungen und Zweifel.

An diesem Thema Interessierte finden dazu also in diesem Winter reichhaltige Kost!

Big Data und die Polizei

Da dieser Artikel heute in der FAZ besprochen wurde, sollte er hier auch Erwähnung finden.

Sarah Brayne: Big Data Surveillance: The Case of Policing. American Sociological Review, vol 82, no 5, 2017.

Aus der Conclusion:

Focusing on the interplay between surveillance practices, law, and technology offers new insights into social control and inequality. I argued that big data participates in and reflects existing social structures. Far from eliminating human discretion and bias, big data represents a new form of capital that is both a social product and a social resource.

Interessant auf jeden Fall.

Datenschutz ist kein Täterschutz!

Adrian Lobe erhält Datenschutzpreis

Der Gewinner des Surveillance-Studies-Journalistenpreises von 2016 erhält jetzt den Journalistenpreis der Stiftung Datenschutz, der in Kooperation mit der Deutschen Fachpresse erstmals vergeben wird.

Foto aus der Pressemitteilung, © Stiftung Datenschutz, Adrian Lobe, 2 v.r.

Prämierter Artikel: Wir haben sehr wohl etwas zu verbergen! In “Die Zeit”, 28.11.2016.

Wir gratulieren ganz herzlich!

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Film: Nothing to hide

Gut gemachter Film, mit der leider so bekannten Konzentration auf das Wer-was-von-mir-wissen-kann-Narrativ und wie man sich besser schützt in der digitalen Welt. Als wenn diese ein extra zu uns und unseren Gesellschaften ist und nicht ein Teil davon, verwoben mit allem (zumindest vielem), was wir tun und wie wir Soziales und Politisches organisieren.

Publikumswirksam und -tauglich, informativ, aber für eine akademische Debatte wenig neue Ideen und Gedanken. Es treten in dem Film aber mal andere Gesichter und Denker auf, das ist in der Tat erfrischend.

Aber die 90 Minuten ist es auf jeden Fall wert.

Bericht zu Pre-Crime

Simon Egbert vom Institut für kriminologische Sozialforschung über predictive policing, aus Anlass des neuen Films Pre-Crime, der gerade in den Kinos anläuft.

RBB Online: “Pre-Crime” – wenn Computer Verbrechen vorhersagen”, 1.10.2017.

8te Surveillance Network Conference

findet 2018 in Aarhus statt. Titel: Surveillance Beyond Borders and Boundaries. Der Call for Papers ist jetzt online:

Hamburg nach G20

Die gescheiterte Sicherheitstrategie zum G20-Gipfel in Hamburg hatte bisher erstaunlich wenig Konsequenzen. Kein Rücktritt, kein Fehlereingeständnis seitens der Polizei oder der Innenpolitik – stattdessen Exkulpation und ein Sonderausschuss mit unklarem Impact, der gleich zu Beginn v.a. mit geschwärzten Dokumenten konfrontiert war.

Von Seiten zivilgesellschaftlicher Gruppen, bspw. der Protestierenden und der Forschung gibt es jedoch den erklärten Willen zur Aufarbeitung der Geschehnisse.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg und die GEW Hamburg laden für Freitag, den 22.9.2017 zu einer Diskussion:

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Raum, Sicherheit und was man draus macht …

Sicher nach Hause kommen – der Wunsch eines jeden von uns, auch wenn wir nicht immer daran zuerst denken, wenn wir unterwegs sind. Für jene, die sich besonders viel Sorgen machen, gibt es (selbstverständlich) eine App, die dabei hilft: Wayguard. Der Werbespruch dazu:

“Allein unterwegs? Der WayGuard gibt dir auf dem Weg ein gutes Gefühl!”

Das Angebot ist ein Service der Versicherung Axa in Zusammenarbeit mit Polizei NRW. Überwachung? Ja, aber nichts um sich aufzuregen. Selbstgewählt, und man nutzt das GPS des Handys, nur schaut jetzt jemand dabei zu. Soweit so gut, ein Teil unseres Alltags im Konsum der Überwachung. Abgesehen von möglichem Missbrauch, ist das keine Aufreger.

Und um den Service als solchen geht es mir auch gar nicht, sondern um eine interessante Begegnung, die ich auf einer Konferenz hatte, wo ich von diesem Service erfuhr und darüber in einen Streit mit dem Publikum meines Vortrages geriet.

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Trailer: Pre-Crime

Da, wo der Film CITIZENFOUR aufhört, geht PRE-CRIME einen Schritt weiter. Die Regisseure Monika Hielscher und Matthias Heeder stellen einige der brennendsten Fragen unserer Zeit: Wie viel Freiheit sind wir bereit aufzugeben für das Versprechen absoluter Sicherheit? Und können wir uns auf das Urteil von Computern und Algorithmen wirklich verlassen?

Ja, aber …

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Mehr Polizei, mehr Sicherheit?

Artikel für die Netzdebatte “Risikogesellschaft” bei der Bundeszentrale für politische Bildung, erschienen online am 12. Juli 2017.

Mehr als nur die Polizei: Braucht Deutschland mehr Sicherheitsbehörden?

(Die Ordnung und Struktur der Debatte habe ich nicht verstanden, 
vielleicht findet ihr da was beim Durchklicken)

Rezension: Rechtsgeschichte der Telefonüberwachung

Rezension: zusammen mit Criminologia-LogoKopie

Martin Rieger: Konstituierung staatlicher Telekommunikationsüberwachung. Rechtshistorie in der BRD und Analyse von Bundestagsdebatten zur Vorratsdatenspeicherung. Konstanz: Xio Books 2016.

von Matthias Schulze, SWP Berlin

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