Archiv für Polizei/Militär/Geheimdienst

Die Kriminalität der Zukunft

Die zu kennen ist zu ihrer Verhinderung bestimmt wichtig. Wie aber schon häufiger berichtet haben Predictive Policing und andere Strategien so ihre Tücken.

Nun berichtet Marc Goodman, ein ehemaliger Polizist, bei einem TED talk, wieso die technologische Entwicklung eine Gefahr darstellt, denn auch die Bösen können sie nutzen. Mehr oder weniger unreflektiert breitet er hier ein Szenario aus, deren Argumentation mitreißend, aber letztlich lückenhaft bleibt. So hätten die Narcos in Mexiko eigene Handy-Netze – Verbrecher mit Technologie und das droht uns bald überall. Sieht man sich das spezielle Problem in Mexiko näher an, so sieht man, dass es sich hier um einen Staat im Staat handelt – und der alte Staat wohl auch bis zum Hals mit dem anderen in Personen verquickt ist, aber das ist alles nicht so wichtig hier.

Insgesamt trifft auch für diesen TED talk die Kritik zu, die ein Kolumnist des New Statesman bereits 2012 so schön formuliert hat:

In the cult of TED, everything is awesome and inspirational, and ideas aren’t supposed to be challenged, says Martin Robbins.

Gefahrengebiete verletzten Grundrechte

Der Hamburgische Datenschutzbeautragte hat ein Rechtsgutachten zu den Gefahrengebieten erstellt – und stellt wenig überraschend fest, dass hier Grundrechte verletzt worden sind.

Das Ding ist lang, aber lohnenswert.

Die Werte der NSA – in ihren eigenen Worten!

The mission of the National Security Agency (NSA) and its military component, the Central Security Service (CSS), is focused on saving lives, defending vital networks, and exploiting the foreign communications of adversaries. On behalf of the dedicated employees of America’s cryptologic organization, I appreciate your taking the time to learn about this unique national asset.

Eher amüsant und vielsagend denn tiefschürfend! NSA core values/ clear vision

Zu den Hamburger Gefahrengebieten

Auf Einladung der LINKEN habe ich auf einer Infoveranstaltung (vom 28. Januar 2014) eine Einschätzung zu den Gefahrengebieten in Hamburg im Januar 2014 gegeben:

Gesichtserkennung vs. Pornographie

Der NSA/GCHQ-Skandal wird täglich interessanter. Der schönste Aspekt der jüngsten Enthüllung des Guardian (wonach der britische Geheimdienst offenbar weitgehend ungefiltert die Webcams von Yahoo-Kunden mitgeschnitten hat) ist, dass offenbar ein relevanter Anteil an Material darunter war (nach einer statistischen Schätzung des GCHQ: 7.1%), dass von den Spionen als “undesirable nudity” eingestuft wurde. Um seine empfindsamen Angestellten vor dem Material zu schützen(!) und das System “safer to use” zu machen, wurde offenbar eine Software zur automatisierten Gesichtserkennung eingesetzt. Da Gesichter bekanntermaßen nicht das Hauptmotiv von pornographischem Material darstellen, ist das wohl eine kluge Lösung. Allerdings arbeitete die Software wohl nicht perfekt, wie im Dokument eingestanden wird:

“there is no perfect ability to censor material which may be offensive. Users who may feel uncomfortable about such material are advised not to open them”.

Daraus lässt sich ein schöne Frage basteln: Wenn wir alle nackt herumrennen und Obszönitäten ins Telefon schreien, wären wir dann sicher vor Überwachung?

The day we fight back….

the-day-we-fight-back-540x304Die Internetaktion gegen Massenüberwachung am heutigen Tage.

In Deutschland findet etwas in Karlsruhe statt – GERMANY SURVEILLANCE SALON February 11th, 2014 at 18:30 Uhr

Schatz wo bist du? – NSA liest sms

Wie viele Medien nach Recherchen des Guardian nun auch berichten hat die NSA 200 Millionen Sms mitgelesen oder gespeichert. Davon müssen doch rund 190 Millionen bestimmt folgende Inhalte haben….

“Schatz, wo bist Du?”

“Schatz, ich komme gleich?”

“Ihdgdl”

Irre interessant……;-)

UN startet eigene Spionage-Drohnen

Die UN setzt im Luftraum des Kongo Spionage-Drohnen ein um dort Gebiete die schwierig zu kontrollieren sind, sowie Bevölkerungswanderungen und die Bewegungen von bewaffneten Truppen zu überwachen.

Bisher hatte die UN Groß Britannien und die USA für ihre Drohnenaktivitäten kritisiert – wenn auch meistens für ihre Luftschläge.

“The most prolific user of targeted killings today is the United States, which primarily uses drones for attacks,” wrote Philip Alston, special investigator to the UN Human Rights Council, in 2009. “Some 40 states already possess drone technology, and some already have, or are seeking, the capacity to fire missiles from them.”

Mehr bei Wired: http://www.wired.com/dangerroom/2013/12/un-drones/

Die NSA: ein Dienstleistungsunternehmen

Die New York Times hat ein Dokument von 2012 veröffentlicht, in dem die NSA ihre langfristige Strategie darlegt: A Strategy for Surveillance Powers

This five-page document, written in 2012, is essentially a National Security Agency mission statement with broad goals, including a desire to push for changes in the law to provide the agency with expanded surveillance powers. It was written before Edward J. Snowden’s leaks, so it provides a glimpse at the thinking of agency officials before Mr. Snowden upset their political calculus.

Unter “Vaules” findet man diese schöne Beschreibung des Selbstverständnisses der NSA als Dienstleistungsunternehmen:

Our customers and stakeholders can rely on us to provide timely, high quality products and services, because we never stop innovating and improving, and we never give up!

Hier das Dokument als PDF (mit OCR gescannt).

Pro Publica zu Überwachung

Wer immer begklagt hat, die amerikanische Presse bringe ja gar nichts zur NSA, der wird hier reichlich Material aus amerikanischer Perspektive finden. Pro Publica – Journalism in the Public Interest – mit einer Special Section zum Thema Überwachung. Ich glaube, dass ist eine gute Ergänzung zur deutschen Berichterstattung, einfach weil es eine andere Perspektive bietet.

ProPublica is an independent, non-profit newsroom that produces investigative journalism in the public interest. Our work focuses exclusively on truly important stories, stories with “moral force.