Category: Kultur/Kunst

cfp: Podcasts und die neue Audiokultur

Nur weil es inzwischen mit den Berichten aus Panoptopia auch einen Podcast der Surveillance Studies gibt, verlinke ich hier auch den folgenden Call for Papers für das Journal Kommunikation@Gesellschaft (und auch weil ich sowohl das Journal mitherausgebe, als auch für den Call mitverantwortlich bin).

cfp: “Senden, Hören, Teilen: Podcasts und digitale Audiokultur[en]”.

Einreichungsfrist für Abstracts ist der 15.11.2019

Kontrollverlust

Die Sendereihe Radiokolleg von Ö1 entwickelt sich zu einer Lieblingsserie. Neulich 4 Teile zum Gesicht, nun mehrere Teile zum Kontrollverlust mit dem Titel “Fäden in der Hand”. Autorin ist in diesem Fall Sarah Kriesche, u.a. Preisträgerin des Surveillance Studies-Journalistenpreises.

Was passiert, wenn man die Fäden in der Hand hat und alle Stricke reißen? Das Bedürfnis nach Kontrolle und Selbstbestimmung zählt zu den psychischen Grundbedürfnissen des Menschen. Sowohl für das individuelle, als auch das gesamtgesellschaftliche Wohlbefinden zählt nicht nur, Kontrolle zum Beispiel über eine Situation zu erlangen, sondern auch, Kontrolle abgeben zu können.
Doch inwieweit ist es in einer datengetriebenen Welt noch möglich, Situationen zu kontrollieren? Technische Hilfsmittel, wie zum Beispiel das Smartphone, sollen das Leben angenehmer gestalten; die wahren Absichten der Architektinnen und Architekten der Hard- und Software, scheinen oft im Verborgenen zu liegen.

Die vielen Seiten des Gesichts

Die Gesichtserkennung ist gerade das heiße Thema in vielen Medien, auch gestellt mit der unvermeidlichen (und leider sehr verkürzenden) Frage “Was macht das mit uns?”. Daphne Hruby von Ö1 hat sich des Themas einmal anders angekommen und die Bedeutung des Gesichtes in der Kultur angeschaut. In 4 Beiträgen erkundet sie die vielen Facetten des Themas von den Ideen des Johann Kaspar Lavater bis hin zum chinesischen Social Scoring-System, welches eben mit Gesichtserkennung arbeitet.

Eine Zehntelsekunde – nur so lange brauchen wir, um vom Gegenüber einen ersten Eindruck zu bekommen. Ist er attraktiv, ist sie sympathisch, ist der Mensch interessant oder gefährlich – gewonnen wird diese Information vor allem aus unserem Gesicht. Treue, Intelligenz, soziale Herkunft – die Palette, was Studien alles aus unserem Antlitz zu lesen glauben, ist breit.

High-Rise und das neue Wohnen in Hamburg

Über meine Beigeisterung des Buches High Rise von JG Ballard habe ich in den vergangenen Wochen ja schon öfter berichtet.

Bei einem Stadtspaziergang in der von mir koordinierten Sommerschule “Stadt und Konflikt” waren wir auch in der so genannten “(Neue) Mitte Altona” und beim Anblick einiger der neuen Häuser, war ich doch sehr an das Buch erinnert.

Vor allem die Balkone eines Bauabschnittes haben es mir dabei angetan.

“We need to talk, AI”

©2019 https://weneedtotalk.ai

Comic-Seite aus: We need to talk AI.

Ein Comic zu Künstlicher Intelligenz – warum auch nicht.

Die beiden Autorinnen Julia Schneider und Lena Kadriye Ziyal haben mit  “We need to talk, AI”. A Critical Essay on Artificial Intelligence einen Erklär-Comic entworfen, der wie die Süddeutsche Zeitung schreibt, die Technologie ohne Hype oder Angstmache verständlich machen würde.

Anschauen kann man sich den Comic online, er ist aber auch als Printausgabe erhältlich.

Aus der Begründung der Autorinnen für den Comic:

This pioneering comic essay on AI invites you on an illustrated journey through the dimensions and implications of the groundbreaking technology, discussing important opportunities and limitations. It is a creative stimulus for insiders of the subject as well as an invitation for newbies to get informed and join the debate.

Über KI, Domestiken und das digitale Leben

Manchmal kommen mehrere Dinge zusammen, aus ganz unterschiedlichen Richtungen und ergeben dann einen Sinn, einen möglichen Zusammenhang. In diesem Fall war es die Lektüre sehr unterschiedlicher Texte am Wochenende, deren innere Zusammenhänge ich hiermal kurz beleuchten möchte. Angefangen hat es eigentlich mit der Strafe, die Facebook für seine Datenschutzverletzungen zahlen muss. Genauer mit der Berichterstattung.

Wie alle festgestellt haben, sind $5 Mrd. zwar viel Geld sind, aber nicht so richtig viel für Facebook. Die Fixierung vieler Berichte auf Datenschutz und die Verletzungen durch Facebook & Co sind mir schon lange nicht mehr genug, um zu beschreiben, warum es sich lohnt mit den Unternehmen und ihren Strategien auseinanderzusetzen. Auch wenn es ein “Aufreger” ist, was so an Daten über Personen gespeichert wird, ist es nicht der eigentliche Aspekt, der im Mittelpunkt der Betrachtung stehen sollte. Vielmehr geht es doch darum, welche Rolle und Bedeutung diese Unternehmen, das Digitale schlechthin im Leben von Menschen, in ihrem Alltag und für eine gesellschaftliche Existenz bereits eingenommen hat. Und inwiefern von dort aus weitergedacht wird, wie Gesellschaft sein könnte, sein müsste, oder wo man einen entsprechenden Einfluss üben sollte.

Dazu bot folgende Lektüre Anreize, das einmal zu konkretisieren.

JG Ballard: Das kommende Reich

Schon etwas länger her, aber weil ich gerade sein Buch High Rise lese, sei hier nochmal auf diese Sendung beim Deutschlandfunk hingewiesen:

Das Werk des britischen Autors J. G. Ballard: Das kommende Reich vom 7.7.2019 (Autor: Thomas Palzer).

Der Film High Rise war ziemlich beklemmend – auch weil an einer entscheidenen Szene im Film, in denen der Strom in dem Hochhaus ausfiel, das gleiche in unserem Kino passierte. Ein Bagger hatte bei Erdarbeiten ein dickes Stromkabel in Darmstadt durchtrennt. Sogar das Riesenrad des Heinerfestes stand eine Weile still.

Ich bin mir sicher, die anderen Werke sind ebenfalls lesenswert, im Hinblick auf Dystopien/Utopien und die Welt der Überwachung auf jeden Fall, wenn auch sehr subtil und schon etliche Jahre her.

 

Siegerfilme der Tübinale 2019

Passend zur neuesten Ausgabe der Berichte aus Panoptopia, stehen auch die Siegerfilme der Tübinale 2019 online. Als bester Film wurde ausgezeichnet “Mary had a little lamb” und die beste Kamera bekam der Film “Kontrollverlust”. Der ist deshalb hier relevant, weil er sich mit der Überwachung durch Dopingkontrollen beschäftigt und neben dem Thema auch handwerklich sehenswert ist.

Tübinale 2019 und Surveillance 2.0

Ich war gestern in Tübingen auf der Tübinale und der dazugehörigen Tagung “Surveillance 2.0. Zwischen Komfort und Kontrolle”. Darüber werde ich ausführlich in einem Bericht aus Panoptopia erzählen, darin dann auch ein Interview mit Dietmar Kammerer sowie den Gewinnern der Tübinale.

Ihr könnt euch hier die komplette Veranstaltung noch einmal im Original anschauen, es ist der ungeschnittene Livestream, daher lang! Ein Hauch von Hollywood oder Berlinale war auch hier zu spüren, die Motivation und der Einsatz konnte es auf jeden Fall mit den großen Vorbildern aufnehmen. Der Siegerfilm ist ab Min. 47:50 zu sehen. Mary had a little lamb.

Der illegale Film

Das Bild an sich ist auch ein Teil vieler Überwachungsdiskussionen. Das Bild ist nicht Überwachung, aber die Beherrschung der Bilder, die Frage der Verfügungsgewalt über sie, ihre Ausgestaltung und nicht zuletzt die Technologien, mit denen sie gemacht, verbreitet, bearbeitet und gesammelt sowie analysiert werden, sind auch immer Fragen und Aspekte der Überwachung mit verbunden.

Martin Baer und Klaus Wischmann haben dem Bild nun einen Film gewidmet – und was auf den ersten Blick (!) ironisch in der Formulierung anmuten mag, ist dennoch sehr konsequent, auch und gerade in unserer bildgewaltigen Welt, in der das Bild an Wahrheitsgehalt immer mehr verliert, wenn es denn je wahr gewesen ist.