Category: Kultur/Kunst

Spaß mit Videoüberwachung

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Ungewollt im Fernsehen

Der Filmemacher Martin Baer, Ko-Regisseur von Der illegale Film, einer Doku über die Kulturgeschichte des Fotografierens, war ungewollt im Fernsehen, wie SPIEGEL + berichtet (Paywall, oder ohne im Tagesspiegel). Für Recherchen zum Film hatte er als Testperson am so genannten “Feldversuch” des Bundesinnenministeriums zur Gesichtserkennung am Berliner Südkreuz teilgenommen. Dann entschied Horst Seehofer, die umstrittene Passage aus dem Gesetzesentwurf streichen zu lassen, der es der Bundespolizei erlaubt hätte, Software zur Gesichtserkennung einzusetzen. In ihrem Bericht dazu (24.01.2020) zeigte die Tagesschau unter anderem das unverpixelte Porträt von Baer – obgleich den Testpersonen zugesichert worden war, dass ihre Bilder niemals an die Öffentlichkeit gelangen würden. Auf jeden normlan Zuschauer, so wird Baer zitiert, müsse es aussehen, als wäre er ein zur Fahndung ausgeschriebener Krimineller. Es wird vermutet, dass das Foto, das Baer und weitere Personen zeigt, während eines Pressetermins entstanden ist. In den Filmaufnahmen der Tagesschau vor Ort am Südkreuz sind alle Gesichter übrigens verpixelt worden.

Zum Todestag George Orwells

Heute am 21.1.2020 ist der 70ste Todestag von George Orwell. Mit dem Roman 1984 und dem “Big Brother” wurde er zum Stichwortgeber für die Warnungen vor Überwachung und mit den darüber evozierten Bildern und Ideen auch für die Forschung maßgeblich.

Was bedeuten diese Bilder heute, was liegt gegenwärtig an? Ein paar Fragen.

Können Maschinen tanzen?

Die Frage ob Androiden von elektrischen Schafen träumen, treibt uns spätestens seit Bladerunner um (manche auch früher), aber ob sie tanzen können, davon müsst ihr euch selbst überzeugen bei der Digital Science Night am 23.1.2020, Beginn um 19 Uhr.

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Vorankündigung: The Book of Anonymity

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Anonymity is the enemy

Gestern war ich als Diskussionsteilnehmer zu einer Filmvorführung in einer Reihe Zukunft, Gesellschaft, Technologien.

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Gezeigt wurde der Film Anon, der allein aus ästhetischen Gründen absolut sehenswert ist. Darüber hinaus stellt er wichtige Fragen, die für eine Diskussion zur Gesellschaft der Gegenwart hochaktuell sind. Wer sind wir, wer bin ich? Was ist Wahrheit und wie gehen wir mit Wissen um, dass flüchtig, oft nicht fassbar und vor allem hochgradig manipulierbar ist? Und dann selbstvertändlich die Frage nach der Möglichkeit von Anonymität in der Gesellschaft – die gerade in den westlichen Gesellschaften und ihrem Narrativ der Individualität als höchstem Gut elementar ist. Aber eben auch eine Menge Probleme schafft und somit umkämpft ist.

Wenn ihr also die Chance habt, den Film zu sehen, geht hin. Ist von 2018, aber lief kaum in deutschen Kinos.

Künstler und Agenten

In meiner Post fand ich heute diesen Flyer. Die Ausstellung hat zwar schon begonnen, aber dafür läuft sie auch noch bis in den März 2020

Artists & Agents – Performancekunst und Geheimdienste

Dortmunder U | Ebene 3 | 26. Oktober 2019 – 22. März 2020

Im Zentrum der Ausstellung steht die Interaktion zwischen Geheimdiensten und Performancekunst – einer Kunstform, die als besonders gefährlich galt. Fast nur in Osteuropa sind die Archive zugänglich und offenbaren die „Zersetzung” und „Liquidierung” kritischer Künstler*innen durch die Staatssicherheitsdienste. Dafür mussten die Agent*innen jedoch teils selbst zu ‚Performancekünstler*innen’ werden.

Filmreihe: Zukunft, Gesellschaft, Technologien

Die Filmreihe Zukunft, Gesellschaft, Technologien bringt im Wintersemester ein interessantes Programm ins Abaton-Kino, jeweils begleitet durch eine anschließende Diskussion mit Experten, Wissenschaftlern u.a. Ich selbst bin am 19.11. mit dabei, gezeigt wird dann der Film “Anon”.

Die Veranstaltung wird von den Projekten „SciFiVisions“ und „tekethics“ der Hamburg Open Online University organisiert und dort auch digital begleitet.

Hierzu können Interessierte online die Themen vertiefen und ergänzende Texte mittels Annotation diskutieren.

Die digitale, technische Welt, in der wir leben, ist voller Herausforderungen, Chancen und Risiken für uns alle. Für viele ist sie aber auch eine Welt vieler Mysterien: intelligente Maschinen, Biotechnologie, das Internet der Dinge, Globalisierung, Roboter, Drohnen, Social Media und soziale Kreditsysteme: Was bedeutet das alles? Und vor allem, wie gehen wir damit um?

Biometric Selfies

Ein schönes Fundstück.

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cfp: Podcasts und die neue Audiokultur

Nur weil es inzwischen mit den Berichten aus Panoptopia auch einen Podcast der Surveillance Studies gibt, verlinke ich hier auch den folgenden Call for Papers für das Journal Kommunikation@Gesellschaft (und auch weil ich sowohl das Journal mitherausgebe, als auch für den Call mitverantwortlich bin).

cfp: “Senden, Hören, Teilen: Podcasts und digitale Audiokultur[en]”.

Einreichungsfrist für Abstracts ist der 15.11.2019

Kontrollverlust

Die Sendereihe Radiokolleg von Ö1 entwickelt sich zu einer Lieblingsserie. Neulich 4 Teile zum Gesicht, nun mehrere Teile zum Kontrollverlust mit dem Titel “Fäden in der Hand”. Autorin ist in diesem Fall Sarah Kriesche, u.a. Preisträgerin des Surveillance Studies-Journalistenpreises.

Was passiert, wenn man die Fäden in der Hand hat und alle Stricke reißen? Das Bedürfnis nach Kontrolle und Selbstbestimmung zählt zu den psychischen Grundbedürfnissen des Menschen. Sowohl für das individuelle, als auch das gesamtgesellschaftliche Wohlbefinden zählt nicht nur, Kontrolle zum Beispiel über eine Situation zu erlangen, sondern auch, Kontrolle abgeben zu können.
Doch inwieweit ist es in einer datengetriebenen Welt noch möglich, Situationen zu kontrollieren? Technische Hilfsmittel, wie zum Beispiel das Smartphone, sollen das Leben angenehmer gestalten; die wahren Absichten der Architektinnen und Architekten der Hard- und Software, scheinen oft im Verborgenen zu liegen.