Kategorie: Datenschutz

Update: Surveillance Society Report

Zum Bericht, den das Surveillance Studies Network (SSN) 2006 für den britischen Information commissioner verfasst hat, gibt es nun ein Update: Information Commissioner’s report to Parliament on the state of surveillance. Wenig überraschend: Überwachungsmaßnahmen haben seit 2006 in Qualität, Ausmaß und Reichweite massiv zugenommen. Interessanterweise kommt der Bericht auch zu dem Schluss, dass die Diskussion sich selbst im Weg steht:

The report notes that since 2006 visual, covert, database and other forms of surveillance have proceeded apace and that it has been a challenge for regulators who often have limited powers at their disposal, to keep up. […]  The report observes that the quality of debate surrounding developments is hampering proper consideration. Anticipating and controlling new developments is a constant challenge.

Kommentare vom Guardian und von David Wood.

RFID in Schulkindern

Schon etwas älter, aber wenn es stimmt, eine weitere Folge in der Serie „was alles gemacht wird, weil es möglich ist“. Die Frage ist dabei vor allem – ist die Technologie zu verteufeln – also die RFID Chips – oder die Ideen, die hinter diesem Unsinn stehen. Letztere halte ich für wesentlich bedenklicher, da sie zwar mit Technik besser durchgesetzt werden können, aber auch ohne ein Klima der Konformität, Angst und der ständigen Kontrolle erzeugen können: Kalifornien. Schulkinder werden mit RFID-Chips überwacht. (Gulli 11.9.2010)

Der neue Personalausweis

Es gibt wahrscheinlich jede Menge zum neuen „Perso“, der demnächst eingeführt wird – hier als Anfang einmal die technischen Hintergründe und Argumente bei der  c’t und  dem DeutschlandFunk. Die Kritik ist riesig und der tatsächliche Nutzen wird sich erst noch zeigen – auch und gerade im Hinblick auf die kommerziellen Anwendungen. Mehr dazu wenn es anfällt.

Kundenkarten, Daten und falsche Schlüsse

Alle Welt regt sich gerade – zu Recht – über den möglichen Handel mit Daten im Zusammenhang mit Kundenkarten und der Firma Easycash bzw. einer ihrer Töchter – passenderweise Loyalty Solutions genannt. Berichte darüber finden sich u.a. bei der Süddeutschen Zeitung – Ich weiß, was du letzten Sommer gekauft hast – oder ein ausgiebigeres Dossier beim NDR. Darin findet sich auch ein Gespräch mit dem Datenschutzbeauftragen Neumann von Mecklenburg-Vorpommern, in dem er die geringen Rabatte und die oft fragwürdigen Praktiken der Datensammler kritisiert – wie alle anderen zu Recht auch.

Dennoch haben alle Kritiker nur zum Teil Recht bzw. betrachten sie die ganze Sache von zu wenigen Seiten.

Evaluation of data retention directive

The EU has evaluated the data retention directive (DRD) and come to the conclusion that is serves its purpose and is working efficiently. However if one looks at the draft report (via vorratsdatenspeicherung.de), a few questions remain, mainly concerning the methods of the evaluation and some particular statements.

As a consequence, the evidential value of retained data must be assessed on a case-by-case basis in the light of all the relevant factors of a case. ….. Since law enforcement resources are limited the fact that retained data are used, signify they were deemed relevant. …. The retention of data is considered proportionate if it has considerable law enforcement relevance. (pp. 7)

Kann man Datenschutz lernen?

Die Veranstaltung ist zwar schon etwas älter, aber das Video mit den Vorträgen und den Diskussionen lohnt sich noch immer. Aus der Annenberg Washington Series hier ein Video zum Thema „Can privacy education help consumers?“ (April 17, 2008, National Press Club, Washington, D.C., http://annenbergwashingtonseries.org/

Veranstalter ist Joseph Turow, der als Kommunikationswissenschaftler einige interesannte Dinge zum Thema Privastphäre und Datenschutz geschrieben hat – sein Blog Media today and tommorrow – sein Profil an der Annenberg School for Communicatons, Uni. of Pennsylvania.

Apple erfindet das Spy Phone

Apple hat ein Patent angemeldet, das iPhone-Besitzer vor dem Diebstahl ihres Lieblingsgerätes schützen soll. Der Vorteil: Der Besitzer muss das Fehlen weder bemerken noch melden. Das Gerät selbst findet heraus, ob es gestohlen wurde. Der Nachteil: Der Benutzer wird rundum ausspioniert. SPIEGEL ONLINE hat das Wichtigste dazu aufgeschrieben. Entscheidend scheint mir diese Beobachtung zum Verhältnis von Technik & Mensch:

Das Gerät soll selbständig entscheiden, wann sich ein Nutzer verdächtig macht und es an der Zeit ist, seine Eingaben und sein Umfeld heimlich zu protokollieren, sein Gesicht zu fotografieren, seine Stimme zu analysieren. Die Logik ist modernen IT-Schutzprogrammen entlehnt, die Schadcodes auf Computern nicht mehr nur anhand von Signaturen entdecken wollen, sondern anhand ungewöhnlichen Verhaltens: Abweichendes Verhalten führt also dazu, dass der Nutzer quasi wie ein Virus behandelt wird.