Kundenkarten, Daten und falsche Schlüsse

Alle Welt regt sich gerade – zu Recht – über den möglichen Handel mit Daten im Zusammenhang mit Kundenkarten und der Firma Easycash bzw. einer ihrer Töchter – passenderweise Loyalty Solutions genannt. Berichte darüber finden sich u.a. bei der Süddeutschen Zeitung – Ich weiß, was du letzten Sommer gekauft hast – oder ein ausgiebigeres Dossier beim NDR. Darin findet sich auch ein Gespräch mit dem Datenschutzbeauftragen Neumann von Mecklenburg-Vorpommern, in dem er die geringen Rabatte und die oft fragwürdigen Praktiken der Datensammler kritisiert – wie alle anderen zu Recht auch.

Dennoch haben alle Kritiker nur zum Teil Recht bzw. betrachten sie die ganze Sache von zu wenigen Seiten.

Daher rührt meiner Meinung nach auch die immer gleiche Verwunderung und das immer gleiche Lamento, das Kundenkarten eigentlich nichts bringen. Nun habe ich die Ergebnisse aus dem Kundenkarten-Forschungsprojekt noch nicht veröffentlicht, aber das hole ich mit einer Reihe von Aufsätzen und dem demnächst erscheinenden Abschlussbericht in Kürze nach. Daher hier nur kurz: Kundenkarten werden von vielen Menschen/Konsumenten nicht nur als Tauschmittel für Rabatte gesehen, sondern sind Teil des Alltages, zu dem auch das Einkaufen/Shoppen gehört – und dabei geht es nicht um Datenschutz oder das Ausrechnen von Rabatten, sondern um Wohlfühlen, Vertrauen, Marken/Firmentreue – weswegen der englische Begriff loyalty card auch viel passender ist. Die Hinweise auf den geringen Nutzen müssen verpuffen, da beim Einkaufen andere Sachen wichtiger sind. Da nützt das Unverständnis bei aller Kritik an den Praktiken der Unternehmeh nichts, liebe Datenschützer. Alle sind zwar bestürzt, vergessen es aber beim Shoppen wieder, denn da wird mit einer Kundenkarte auch eine soziale Beziehung besiegelt, die mehr ist als ein Geld-gegen-Ware-Tausch auf monetärer Basis.

Mehr dazu in Kürze hier.

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