Die dunkle Welt der Aufklärer

Das Autorenpaar Felix Maschewski und Anna-Verena Nosthoff, letzerte gerade überall in den Medien mit ihrem Buch Kybernetik und Kritik, welches beworben wird, wie etwas für die breite Masse, aber wohl eigentlich etwas für den akademischen Diskurs zum Thema Technik, Herrschaft, dem Digitalen und den Entwicklungen des Silicon Valley (meine sehr grobe Inhaltsangabe hier) ist. Die Theorie der Regierungskunst, so der Untertitel, ist ein massives Werk politischer Philosophie, in dem auch der Aspekt der Überwachung eine Rolle spielt.

Ich habe über die Tech-Bros und die Ideologie des Silicon-Valley, welches einem Evangelikalismus nicht nur zufällig nicht unähnlich ist, schon öfter geschrieben oder kluge Gedanken dazu verlinkt. Hier ist ein weiterer, dieses Mal von den beiden.

Willkommen in der Welt der «Dunklen Aufklärer» in dem schweizer Journal „Republik“, vom 9.5.2026. Sie beleuchten die ideologisch-philosopisch-theoretischen Grundlagen dieser Denkrichtungen, historisch und ideengeschichtlich, in für Leser:innen leichter verdaulichen Format, dennoch ebenso gehaltvoll.

Selbstverständlich sind die Neo­reaktionären auch von der KI fasziniert. Leitend ist dabei die Überzeugung, dass KI und Kapitalismus unausweichlich zusammen­gehören: «Es ist der gleiche Prozess. Kapitalismus kann nur auf die Produktion künstlicher Intelligenz hinauslaufen, und künstliche Intelligenz kann nur aus einem sich selbst antreibenden Kapitalismus hervorgehen. Man versteht weder das eine noch das andere, wenn man nicht erkennt, dass die beiden letztlich identisch sind.»

Und es kommen alle auch hier wieder vor: Trump, Vance, Thiel, Musk, dazu Curtis Yarvin und Nick Land, der Transhumanismus, die Idee der Micro-Staaten und wie alles zusammenhängt. Als Einstieg für das mächtige Buch vieleicht auch ein guter Anfang.