Category: Buch-Tipp/Veröffentlichung

Neue Literatur: Predictive Policing

Für European Journal for Security Research haben Jens Hälterlein und Lars Ostermeier ein Special Issue zum Thema Predictive Policing zusammengestellt.

European Journal for Security Research, Volume 3, Issue 2, October 2018: Predictive Security Technologies

Als Autoren mit dabei: Simon Egbert, Dominik Gerstner, Lena Ulbrichtm, Robert Pelzer sowie Katharina A. Zweig, Georg Wenzelburger & Tobias D. Krafft.

Online frei verfügbar ist die Einleitung, alle weitere wohl über entsprechende Unizugänge oder gegen Geld.

Einen Bericht von einer Konferenz in Basel (Sept. 2018) zum selben Thema findet ihr auf dem Blog Rechtswirklichkeit. Das Blog des Berliner Arbeitskreises Rechtswirklichkeit.

KFN-Studie zu Videoüberwachung

Das KFN in Hannover hat eine Studie zur Wirksamkeit von Videoüberwachung veröffentlicht, genauer: Ergebnisse der Evaluation der polizeilichen Videobeobachtung in Nordrhein-Westfalen gema?ß § 15a PolG NRW.

Darin werden eine Menge von Studien zitiert, auch meine Ergebnisse von 2007 und andere. Die Ergebnisse sind kaum überwältigend, sondern bestätigen wie so oft, dass die Kameras im Ergebnis wenig bringen.

Der Freiheitsfoo hat ein paar Ergebnisse herausgearbeitet und kommentiert. Das ist sehr hilfreich, danke dafür.

Ich würde auch dieses Mal wieder behaupten, dass Kamerasüberwachung im öffentlichen Raum zur Kriminalitätsreduzierung ein politisches Mittel sind, auf das Hoffnungen eher projiziert werden, als Kriminelle abgeschreckt, wenn denn eine solche Gleichung so einfach möglich ist.

Lauschangriff aus der Tiefe

Der Beitrag ist zwar schon etwas älter (Novermber 2017), aber weil ich gerade in Hamburg eine großartige Arbeit von Trevor Paglen (webseite) gesehen habe (Kunsthalle, Control / No Control), will ich hier diesen Tipp auch posten.

Es geht um einen Betrag in der Zeitschrift Mare mit dem Titel Lauschangriff aus der Tiefe, in der es um die Seekabel des Internets geht.

Seekabel bilden die Nervenstränge unserer digitalen Gesellschaft. Ohne sie gäbe es die markantesten Formen des Kapitalismus nicht. 2012 berechnete die Asiatisch-Pazifische Wirtschaftsgemeinschaft, dass der Datenverkehr durch die Seekabel einem Transaktionswert von zehn Trillionen US-Dollar entspricht – und zwar täglich.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 23. September. Lohnenswert!!

Kommissar Google – Datensammeln und Strafverfolgung

Adrian Lobe evaluiert in der Süddeutschen Zeitung, was es bedeutet, wenn Google und die Strafverfolgungsbehörden ihre Zusammenarbeit intensivieren und warum das gravierene Folgen für den Rechtsstaat haben könnte – unser Konsum aber leider der Schlüssel für diese Gefahr ist.

Digitale Kommissare, 17.4.2018

Datensammler wie Google verfolgen jede Regung des Alltags. Für Strafverfolgungsbehörden sind diese Informationen ein Schatz.

Der Skandal um Cambridge Analytica

Anstatt eines Kommentars zu Cambridge Analytica, hier ein sehr treffender Artikel mit dem treffenen Titel: Cambridge Analytica: the outrage is the real story. Bereits Karl Krauss wusste, das der Skandal dann beginnt, wenn die Polizei ihm ein Ende bereitet.

But what did we really think would happen when the worst aspects of Silicon Valley, a cynical Etonian establishment, reactionary Anglo-American nationalism and hedge-fund capital found each other? As Mark Fisher once said, “Many of what we call ‘conspiracies’ are the ruling class showing class solidarity.”
“Many of what we call ‘conspiracies’ are the ruling class showing class solidarity.” […] Perhaps a more important question to ask is: why do we carry on being shocked when social media’s centrality in our attention and emotional lives doesn’t go well for us?

Die Frage allerdings finde ich auch nicht so überraschend. Der Analyse folge ich, für eine Antwort hätte ich das Stichwort vom Konsum der Überwachung bereit (hier im Blog bereits einige Male angesprochen).

Aktuell dazu ein Interview beim Deutschlandfunk in Kultur Heute (2.4.2018): Überwachung als Fürsorge (trifft es auch, aber nicht ganz)

 

Texte zu Polizei und Videoüberwachung

Der geschätzte Kollege Peter Ullrich vom Berliner Institut für
Protest- und Bewegungsforschung hat zwei neue Texte online gestellt, die es zu lesen lohnt.

  1. Ullrich, Peter. 2018. Researching Police in/under Protest. Police Research as a Journey of Discovery with Obstacles. Berlin: Institut für Protest- und Bewegungsforschung.
  2. Ullrich, Peter. 2018. Videoüberwachung von Demonstrationen und die Definitionsmacht der Polizei. Zwischen Objektivitätsfiktion und selektiver Sanktionierung. Berlin: Technische Universität