Category: Big Data

Race and Surveillance

Da sich der Begriff race nicht ganz passend mit Rasse übersetzen lässt (zumindest nicht in der Verwendung), bleibe ich beim Englischen. Die Zusammenhänge zu Überwachung sind vielfältig, aber immer noch eher ein Seitenaspekt der surveillance studies.

Oft geht es dabei um die diskriminierende Beobachtung bestimmter ethnischer Bevölkerungsgruppen, insbesondere der afro-amerikanischen in den USA. Dort ist genau dieses Verhältnis auch viel diskutiert, wie eine Konferenz im April 2016 nahelegt: Government Surveillance and Race. (Pressemitteilung zur Konferenz; Videos von der Tagung). Hier geht es vor allem um Themen wie Polizei(gewalt), Strafjustizsystem, Überwachung von Aktivisten usw.

Siehe auch die Besprechung von Simone Brownes Dark Matters

Die Diskussion über die Probleme bei der digitalen Identifizierung bestimmter ethnischer Gruppen, vor allem aufgrund der Hautfarbe sind nicht neu, aber immer wieder ein Thema: Machine Bias. There’s software used across the country to predict future criminals. And it’s biased against blacks.

Zu Künstlicher Intelligenz und den latent diskriminierenden Eigenschaften der Algorithmen berichtet auch der Artikel Artificial Intelligence’s White Guy Problem. (NYT 25.6.2016)

Die Zusammenhänge sind aber nicht nur willkürlich und allein rassistisch, sondern haben ihre Ursprünge in den historischen Strukturen der Gesellschaft, zu denen auch eine räumliche Dimension gehört…..

“Handys sind das kleineste Problem”

“Some analysts think this is the future—it’s huge, as big as the Internet and World Wide Web,” says David O’Brien, a senior researcher at the Berkman Center for Internet & Society at HLS. “It’s hard to separate the hype from reality, but signs suggest we’re at the early stages of a tectonic shift.”

In dem klugen und auch gestalterisch gelungenem Artikel gibt es ein paar Argumente zum Internet der Dinge, einer Welt in der der Satz “Cellphones may be the least of your privacy concerns” ein Hinweis auf Kommendes sein könnte.

The New Age of Surveillance, by Elaine Mcardle, May 10, 2016, Havard Law Bulletin

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Journal: Big data: big power shifts?

In der Internet Policy Review, 5(1) ist gerade ein Themenheft zu “Big data: big power shifts?”  veröffentlicht worden. Herausgeber sind in diesem Fall Lena Ulbricht, Berlin Social Science Center (WZB) und Maximilian von Grafenstein, Humboldt Institute for Internet and Society (HIIG).

Die Unterstützung erfolgte durch das Vodafone Institute for Society and Communications. Das klingt zunächst einmal ungewöhnlich für ein wissenschaftliches Journal, muss aber nicht unbedingt etwas Schlechtes sein, zumal ich das Institute auch nicht kenne.

In diesem Zusammenhang sei auch noch auf folgendes Journal verwiesen, über das ich neulich gestolpert bin und das bei transcript erscheint: Digital Culture & Society. Vol. 2, Issue 1/2016 behandelt z.B. das Thema Quantified Selves and Statistical Bodies. Die Einleitung ist als pdf zugänglich.

Die Überwachung der Konsumenten

Ich finde die Artikel von Sami Coll immer eine Bereicherung für die Diskussion. Sein Ausgangspunkt sind Kundenkartensysteme, aber er nutzt seine Forschung weit darüber hinaus um in theoretische Überlegungen zu Überwachung einzusteigen. Aktuell gibt es eine historische Perspektive.

Sami Coll (2016) Discipline and Reward: The Surveillance of Consumers through Loyalty Cards, Geschichte und Gesellschaft 42(1)

This article focuses on the most predominant modality of contemporary  surveillance—the surveillance of consumers, which tends to be hidden behind state surveillance. It presents empirical research done on the four major retail stores in Switzerland and their loyalty systems.

Data & Agency

Data & Agency, Special issue von Big Data & Society

This special theme explores the location of agency in the massive flows of data circulating between devices, institutions, industries and users. Because Big Data facilitates new regimes of governance, control and discrimination, the special theme creates a space to reflect on alternative forms of Big Data, forms which enable small-scale public organisations and community groups to act with agency in the face of the rising significance of data.

Mehr Infos im dazugehörigen Blog.

Smart Home erklärt!

Der Datenjournalist Marco Maas hat sich ein SmartHome eingerichtet, um zu zeigen worauf man sich einlassen kann – und vielleicht nicht unbedingt sollte. Immer schon ein Nerd, äußert er hier allerdings auch nachdenkliche Töne, ob der absurd weitreichenden Folgen dieser mit dem Argument “praktisch” oft beworbenen neuen Annehmlichkeit der digitalten Welt. Guter Beitrag!

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