Category: Videoüberwachung / CCTV / BodyCams

Film & Diskussion – Everybody watches Everybody

Die Humanistische Union Berlin-Brandenburg lädt ein zur Präsentation des Kurzfilms EWE (everybody watches everybody) und anschließender Diskussion über Nutzen und Gefahren von Videoüberwachung

am Mittwoch, dem 7. November um 19 Uhr
im Robert-Havemann-Saal im Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Str. 4, Berlin.

Sinn und Unsinn von Kameras

Es ist ein unendliches Thema. Der bayrische Zündfunk hat sich dem angenommen und ein kleines Feature produziert: Vom Sinn und Unsinn der Kameraüberwachung. Angesichts von Innenminster Friedrichs Aussagen zur positiven Wirkung von Kameras würde man sich wünschen wir alle würden mehr mit einander sprechen – so aber hält er es für ausgemacht, dass Kameras präventiv wirken. Was weiß er, das wir nicht wissen? Zu lesen bei der taz - Bloß nicht zu schnell laufen – ein Bericht zu Indect, im Kasten ist Friedrich zitiert.

Und wer zum Thema noch was zum Schmunzeln sucht – Xtra3 hat zuverlässig den Knaller zu bieten: Videoüberwachung für Klopapierdiebe.

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Kameras gefährden unsere Menschenrechte

Dieser Standpunkt ist nicht neu – aber nun kommt er offiziell vom Surveillance Commissioner Großbritanniens, der die technische Entwicklung für den Grund hält, dass Kameras nicht mehr zu kontrollieren noch zu regulieren sind. Der Besen ist aus der Box und macht was er will. Wie gesagt nichts neues – aber ein interessantes Interview, das zeigt, wie weit fortgeschritten der Ãœberwachungsalltag in VereingtenKönigreich bereits ist – ganz ohne Zukunftsblicke und abgefahrende Visionen.

–>> CCTV Technology has ‘Overtaken Ability to regulate it. (Wall Street Journal/ Independent fürs Interview)

Ob dagegen das Kartieren von Kameras sei dahin gestellt – aber ein schöne Idee ist es trotzdem. Was nicht so alles geht mit Technik – zum einen oder anderen Zweck: Crowdmapping Denmark’s CCTV cameras.

Sensitising Urban Transport Security

Die Dissertation Sensitising Urban Transport Security: Surveillance and Policing in Berlin, Stockholm, and Warsaw von Ola Svenonius ist fertig, frei zum Download und sehr interessant.

Viel Spaß beim Lesen und Gratulation Ola!

ps. dazu passt auch Video Surveillance and Social Control in a Comparative Perspective, herausgegeben von Ola Svenonius und Fredrika Björklund,

EU erklärt Indect

Das muss man gesehen haben. Der EU-Kommissar (? ist das die Bezeichnung?) Marco Malarcane from DG Enterprise & Industrie erklärt Indect und warum das alles harmlos ist

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Surveillance Chess

Mit CCTV Kameras spielen und Kunst machen, ist nun nichts neues mehr – mit den Ãœberwachern aber Schach zu spielen, die hinter den Kameras sitzen, finde ich gelungen. Hier ist das Video dazu:

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Surveillance Chess from !Mediengruppe Bitnik on Vimeo.

Equipped with an interfering transmitter !Mediengruppe Bitnik hacks surveillance cameras in pre-Olympic London and assumes control. The artist collective replaces real-time surveillance images with an invitation to play a game of chess. The security staff’s surveillance monitor located in the control room becomes a game console.

Social Impact: Künstler wollen für Videokameras unsichtbar bleiben

“Social Impact”, aka Christian Korherr und Ulrike Hager, veranstalten Rundgänge, auf denen die Ãœberwachungskameras “ausgeblendet” werden. Hier einige Links:

Projektseite 2009 zur Kulturhauptstadt Linz: Ausblenden

Tagesthemen: Künstler wollen für Videokameras in Stuttgart unsichtbar bleiben

Deutschlandfunk: Unentdeckt durch Stuttgart

Stuttgarter Zeitung: Auffällig und unsichtbar

Auch Polizei stellt Videos bei Youtube ein

Viel Hoffnung haben Protestierende in die Möglichkeiten der Gegenüberwachung gesetzt, um bspw. Polizeigewalt aufzudecken. Spektakuläre Fälle, wie der von Rodney King in Los Angeles oder der Vorfall auf der Freiheit-Statt-Angst-Demonstration in Berlin 2009 nährten die Erwartungen in die “accountability 2.0” (Eijkmann 2011). Dieser Logik folgt immer öfter auch die Polizei. Verschiedene Polizeibehörden in den USA, so ein ausführlicher AP-Bericht, stellen vermehrt Videos auf Youtube ein, um ihre Seite der Geschichte zu erzählen.  Es geht ihnen dabei oft um das Vorfeld der von Protestierenden gezeigten Polizeiübergriffe oder auch darum im Fall von offensichtlichem Fehlverhalten zu beteuern, dass dieses auch zur Entlassung des polizeilichen Gewalttäters geführt hat. Der Artikel stelt keinerlei kritische Fragen darüber, was es bedeutet, wenn nun noch mehr Instanzen Bilder von Demonstrationsteilnehmer/innen veröffentlichen.

Sicherheit im Kleingarten

Das Feature “New Stellingen – Die Sicherheit in Nachbars Garten” von  Andreas Kebelmann, das bei NDR Kultur lief, ist durchaus hörenswert. Der Hamburger Kollege Joachim Häfele taucht auch darin auf und erzählt ein paar interessante Dinge zu incivilities, Sicherheit und anderem. Das Manuskript gibt es als download. Das Feature habe ich als mp3 bei mir liegen – per Anfrage und Mail verschicke ich das auch.

Was geschieht, wenn man die Sicherheitskonzepte einer Großstadt auf eine Kleingartenanlage anwendet, was antworten Kleingärtner, Sicherheitsprofis und Anwohner auf Fragen nach Sicherheitsempfinden, Überwachung und Freiheit? In der Überlagerung von Überwachungsszenarien und Hobbygärtneridylle, von Großstadt und Kleingarten verschwimmen Ängste und Paranoia, Realität und Fiktion.