Kategorie: Videoüberwachung / CCTV / BodyCams

Mobile Autokennzeichen-Erkennung

Die Hamburger Polizei hat begonnen ihre Fahrzeuge mit einer Kamera zu Identifizierung von Autokennzeichen auszustatten
Beruhigend ist, dass die Polzei (noch?) nicht darüber nachdenkt, das Ganze flächendeckend einzuführen:

NDR Online, 1. Juni 2006

Zunächst will die Polizei zwei Geräte bei Verkehrskontrollen oder beim Objektschutz einsetzten. Vorbild der Aktion ist Großbritannien. In London gebe es zahlreiche festinstallierte Lesegeräte in der gesamten Stadt, die von einer Einsatzzentrale gesteuert werden. Dies solle in der Hansestadt allerdings nicht eingeführt werden, so die Hamburger Polizei.

Big Brother schaut zu

Das Handelsblatt hat in seiner Ausgabe vom 31. Mai einen Artikel zu Videoüberwachung und unserer Forschung hier in Hamburg veröffentlicht. Die Autorin Eva-Maria Schnurr hat einen sehr schönen und runden Artikel geschrieben, der die Forschung gut auf den Punkt bringt und die Diskussion um Videoüberwachung insgesamt gut darstellt.

Und auch die Kollegen aus Oldenburg mit dem Projekt „Kontrolle und öffentlicher Raum kommen darin vor… und sie haben dabei ähnliches zu berichten wie wir auch.

Allerdings machen Videokameras Orte im Bewusstsein der Menschen bisweilen auch erst gefährlich. Das zeigte eine Studie im Rahmen des DFG-Projekts „Kontrolle und öffentlicher Raum“ am Institut für Soziologie der Universität Oldenburg.

Bürgerwehr per SMS

Das ist doch mal was.. der Bürger sagt den Kontrolleuren, wohin sie ihre Kamerasaugen richten müssen – Cambridge enables public to text crime warnings to its CCTV control centre

There are only 158 cameras in Cambridge, Ely and Soham but potentially there are something in the region of 170,000 pairs of eyes living, working and playing in these areas – who can see a lot more than the police or CCTV cameras ever can.

Englischer Film mit CCTV Thematik

Der Film Red Road – Wettbewerbsbeitrag in Cannes – nutzt das Thema Videoüberwachung für einen Film, den der Spiegel zwar für nicht gelungen hält, der aber nach Aussage der BBC einen Anstoß für eine Debatte über Videoüberwachung in England liefern kann

„Red Road“ erzählt die Geschichte einer verhärmten Frau, die Glasgows übelste Ecken mit sogenannten CCTV-Kameras überwacht. Wie ein zur Untätigkeit verdammter Gott sieht sie den Menschen auf Dutzenden von Monitoren zu, zoomt sich hier mal eine kuriose Szene heran, bespitzelt dort mal den netten Mann mit der kranken Bulldogge. – aus dem Spiegel Online

The British director of CCTV movie Red Road has said the future of 24-hour surveillance of society needs to be debated.

Die englische Polizei: hat besseres zu tun

Die schönsten Aufnahmen nützen wenig, wenn die Polizei keine Zeit hat, sie auszuwerten, wie ein interessanter Artikel im Telegraph zeigt. Dem Bericht zufolge beschweren sich Laden- und Geschäftsinhaber zunehmend über den Unwillen der Polizei, Aufnahmen aus ihren hauseigenen Überwachungsanlagen zu sichten, nachdem in die Geschäfte eingebrochen wurde.

Ein Sprecher der Londoner Polizei wird wie folgt zitiert: „If there is no clear indication that there is a good picture of the subject or incident on the CCTV camera, we have to consider the amount of hours that would be taken up by officers, and if it is the best use of their time.“

Eine Umfrage der Zeitung ergab, dass neun von 52 befragten Polizeiwachen „nicht notwendigerweise“ auf Bänder zurückgreifen würden, wenn ein nächtlicher Einbruch stattgefunden hat.

mehr zur Videoübewachung….

Manchmal ist es schon komisch worauf man achtet, weiß man erst einmal um die Kameras, die einen beobachten sollen… bzw. den Raum, in dem man steht. Gestern waren wir mal wieder auf der Reeperbahn, um unsere Umfrage zu Videoüberwachung und Raumwahrnehmung weiterzuführen… ich hatte gerade ein Interview beendet da krachte es genau vor meinen Augen…. eine Mercedes bremste und ein kleiner VW Transporter fuhr mich Schmackes hinten drauf… ein schöner Schaden… niemand wurde verletzt. Ich blickte sofort hoch zur Kamera, die nicht auf den Unfall gerichtet war, sondern gerade an anderer Stelle etwas suchte.
Es dauerte drei Minuten dann hatte die Kameras den Unfall erfasst und ging auch nicht mehr weg davon… es dauerte allerdings weitere 25 Minuten bis eine Polizeistreife erschien – eine Wache ist ca. 1,5 Fußminuten weit weg. Am Straßenübergang waren schon den ganzen Tag die Ampeln ausgefallen – eine gefährliche Stelle für alle Fußgänger – kein Polizist weit und breit, obwohl das wohl auch zur Sicherheit der Menschen beigetragen hätte…

Die Taz berichtet heute nochmal von den Anfragen und der Kritik an der Videoüberwachung und kommentiert das politische Gezerre um fast sinnlose Zahlen, denn letztlich sind die Kameras erst einen Monat in Betrieb…
bei aller Kritik – alle Aussagen darüber sind bisher unsinnig, die Zahlen können nicht wirklich etwas aussagen… also bleibt es abzuwarten und im besten Fall eine ordentliche Evaluation in einem Jahr durchzuführen.

Mehr Straftaten trotz Videoüberwachung….

Wie NDR Online berichtet, gab es seit Einführung der Kameraüberwachung auf der Reeperbahn in Hamburg nicht weniger, sondern mehr Straftaten. Quelle für die Einschätzung ist eine Antwort des Senates auf eine Anfrage des Abgeordneten Andreas Dressel von der SPD… allerdings sind die Schwankungen nach oben und unten so gering, dass das ‚mehr‘ relativ zu sehen ist…. von einer Wirksamkeit aber ebensowenig gesprochen werden kann…

Der bisherige ‚Nicht-Erfolg‘ könnte zu der Annahme werleiten, dass die Videoüberwachung ausgeweitet werden müsste, um auch die Bereiche abzudeckken, in denen die Straftaten stattfanden… nämlich offensichtlich in nicht gefilmten Bereichen….

Kameras für jeden – ein Schritt zu weit?

Mehr vom Shoeditch-Projekt. Die BBC kommentiert das Projekt, in dem die Bewohner Teil der Verbrechensbekämpfung sein sollen – und gleichzeitig einer ständien (Selbst)Kontrolle unterworfen sind.

„If residents are at home watching the live stream and they spot something they immediately call the police station,“ explains Digital Bridge chief executive James Morris.

Most wanted!

Was früher die grauseligen Anschläge an Polizeiwachen und anderen Orten waren, sind nun die Bilder von Überwachungskameras – Sussex Police (BBC News, 7. Mai 2006) geht mit ihren Laptops in Schulen und Gefängnisse um die Bilder erkennungsdienslich einzusetzen. Die Lehrer, Schüler, Wärter und Insassen sollen dabei der Polizei helfen, den Bildern Personen zuzuordnen…. Spätestens jetzt hat die Videoüberwachung ihren präventiven Charakter verloren und dient der reinen Überwachung… angesichts von Kürzungen bei der Polizei auch hier in Deutschland eine beängstigende Vorstellung…. wer da so alles falsch liegen kann… denn wer kontolliert eigentlich dieses Gebahren…

„We need the support of our communities to make Sird a success,“ said Mr Asser.

…und dann überwacht bald jeder jeden… was eine Atmosphäre!!

Kameras für die Anwohner

Das Thema ist ja schon länger bekannt – in einem Wohnviertel in London sollen die Anwohner Zugang zu ihrem eigenen Kamerasystem bekommen, um ihre Nachbarschaft selbst überwachen zu können. Hier noch Mal der letzte Stand aus dem Telegraph vom 8. Mai 2006. Insgesamt sind dafür 12 Mio. Pfund bereitsgestellt worden… u.a. von der EU…

The project is funded by the Government, European Structural Funds and the private sector, and is endorsed by Hackney police. It has been produced by the Shoreditch Trust, a regeneration body managed by residents.

Schutzwesten trotz Videoüberwachung?!

Die Hamburger Hochbahn hat für ihre Fahrkartenprüfer und die Hochbahn-Wachen Schutzwesten gekauft – bei 60 Angriffen auf die Mitarbeiter allein 2005, so weit, so gut. Überhaupt ist der öffentliche Nahverkehr in Hamburg sehr sicher… 0,6 Straftaten pro 1 Mio. Fahrgäste… und dabei hat auch die Videoüberwachung geholfen…..so die Hochbahn in Hamburg… nur dass es in 2004 ’nur‘ 40 Überfälle auf Mitarbeiter waren und ein Jahr später 20 mehr… das scheint auch die Videoüberwachung nicht verhindert zu haben… also was denn jetzt: sicher oder unsicher… ??

NDR Online, 4. Mai 2006