Category: Videoüberwachung / CCTV / BodyCams

Konferenz: Technik und Protest

Zwischen Innovation, Akzeptanzmanagement und Kontrolle

An der TU Berlin findet im September (22./23.) eine Tagung zum Thema “Technik und Protest. Zwischen Innovation, Akzeptanzmanagement und Kontrolle” statt. Ein Panel befasst sich mit “Big Data, Überwachung und der Kultur der Kontrolle” (mit Beiträgen u.a. zu Videoüberwachung von Demonstrationen, Profiling und Tracking von Aktivist/innen).

Die Veranstalter/innen haben dazu einen Call for posters, media presentations and artistic interventions ausgeschrieben.

Mehr Schulterkameras für hessische Polizei

Bereits seit einem Jahr erprobt die Polizei in Frankfurt/Main den Einsatz von Mini-Kameras, die an der Uniform befestigt sind. Mit ihrer Hilfe sollen Polizisten auf Streife insbesondere vor Übergriffen geschützt werden und ggf. Beweismaterial aufzeichnen können. Nun wird der Pilotversuch auf weitere Städte (Offenbach und Wiesbaden) ausgeweitet.

Berichterstattung auf hr-online, Süddeutsche Zeitung.

Wunsch und Wirklichkeit der Videoüberwachung

Zwei Zahlenwerke erscheinen mir dieser Tage bemerkenswert:

78 Prozent der Fahrgäste sei es demnach wichtig oder sogar sehr wichtig, dass Züge, U-Bahnen, Busse und Haltestellen mit Videokameras überwacht seien. (…) 63 Prozent sähen es gern, wenn Sicherheitspersonal mitfahren würde. 29 Prozent möchten sogar, dass Polizisten in Bahnen und Bussen anwesend sind.

(Quelle: sueddeutsche.de)

Nun ist Bahnfahren nicht immer nur Freude, insbesondere im Nahverkehr. Unangenehme Situationen wird jeder von uns schon mal erlebt haben, gar keine Frage. Doch eine unangenehme Situation kann letztlich völlig folgenlos verlaufen. Was bedeutet sie also, wenn (wie in den allermeisten Fällen) gar nichts passiert ist?

UN startet eigene Spionage-Drohnen

Die UN setzt im Luftraum des Kongo Spionage-Drohnen ein um dort Gebiete die schwierig zu kontrollieren sind, sowie Bevölkerungswanderungen und die Bewegungen von bewaffneten Truppen zu überwachen.

Bisher hatte die UN Groß Britannien und die USA für ihre Drohnenaktivitäten kritisiert – wenn auch meistens für ihre Luftschläge.

“The most prolific user of targeted killings today is the United States, which primarily uses drones for attacks,” wrote Philip Alston, special investigator to the UN Human Rights Council, in 2009. “Some 40 states already possess drone technology, and some already have, or are seeking, the capacity to fire missiles from them.”

Mehr bei Wired: http://www.wired.com/dangerroom/2013/12/un-drones/

Increasing sales with surveillance

“The impact, the researchers say, came not from firing workers engaged in theft, but mostly from their changed behavior. Knowing they were being monitored, the servers not only pulled back on any unethical practices, but also channeled their efforts into, say, prompting customers to have that dessert or a second beer, raising revenue for the restaurant and tips for themselves.”

(Source: nytimes.com)

Videoüberwachung, aber richtig…

Das Britische Innenministerium hat Richtlinien für die “richtige” Videoüberwachung herausgegeben – Home Office introduces CCTV code to ensure ‘surveillance by consent’

The new 12-point guide also aims to “ensure public bodies such as local authorities and the police consider whether they are proportionate before erecting new cameras.”

Und hier gibt es den Originaltext des Surveillance Camera Code of Practice. Ob das die generelle Idee von einer maßvollen Überwachung bzw. der Vermeidung von ständiger Beobachtung sowie der Achtung der Menschenrechte umsetzen kann, möchte ich bezweifeln – ständig schauen zu wollen, ob etwas passiert, ist doch an sich schon problematisch….

Anthropomorphe Überwachung

Auch das dürfte nicht so neu sein – Technik, die die Menschen emuliert um ihnen nicht fremd zu sein. Hier ist es mal wieder ein Kameras, deren Design wie ein Auge anmutet.

Sentinent heißt dieses Auge. Entwickelt hat sie der Produktdesigner Curtis John von der Middelsex University in London, mit der die Kriminalität reduziert werden soll – ein hohes Ziel…. (das Foto ist von der Webseite)

Sentient is part of a range of interactive deterrent systems designed to use the psychology behind the relationships people have with anthropomorphic (human-like) objects. The system focuses on the flight or fight reflex, using surprise and miss direction to unnerve and scare trespassers.

Peter Schaar kritisiert Videoüberwachungsdiskussionen

“Der Datenschützer kritisierte auch die aktuelle Debatte über Video-Ãœberwachung nach dem Anschlag auf den Marathonlauf in Boston. Es gebe bereits jetzt ein hohes Niveau an Videoüberwachung und entsprechende gesetzliche Voraussetzungen dafür. An welchen Orten die Videoüberwachung bei Anwesenheit vieler Menschen zum Einsatz komme, sei eine Frage der Polizeitaktik. “Eine flächendeckende Videoüberwachung sollte es nicht geben”, so Schaar, weil diese in das informationelle Selbstbestimmungsrecht eingreife.”

(Quelle)