Kategorie: Forschung/Theorie

cfp: Thematic Issue on ‘Privacy and Technology’

Innovation; The European Journal of Social Science Research
Call for Papers for Thematic Issue on ‘Privacy and Technology’

SUBMISSION DEADLINE: November 30, 2010

Innovation; The European Journal of Social Science Research invites contributions in the form of original research articles and research notes for a thematic issue on ‘privacy and technology’. Topics to be discussed in this issue of the journal include (but are not limited to) the following:

  • Data Protection in Europe (with a special focus on New Member States)
  • International, comparative Analyses of Approaches to Privacy
  • Cognition and Privacy
  • Privacy and Health Care
  • Changes in Privacy perceptions

Konferenz: Urban Security Work Spaces

Urban Security Work Spaces
Policing the Crisis – Policing in Crisis
Berlin, August 28-30, 2010
Rosa Luxemburg Stiftung, Großer Konferenzsaal

The 21st century is witnessing what has been called the »pluralization of policing«: Private security companies have conquered urban spaces and are developing some expertise in public policing. Current studies claim that the private security industry will grow further and take over more tasks formerly executed by state police; at the same time technologies complement and even incur human security work. State police has also undergone significant changes, including commercialization, new public management, and »police-private-partnerships« .

Maßgeschneiderte Werbung

Ist zwar schon zwei Wochen her, aber deshalb nicht irrelevant – ein Radioprogramm der BBC (bei ca. 27.00 Min), das sich mit Sky TV und deren Werbestrategien beschäftigt. In diesem Falle geht es um das, was man unter Geo-Marketing versteht:

“Sky already uses the information they hold about customers to determine the adverts they see when watching TV online but now they want to extend this to some of their TV channels. So what you get in an ad break will be determined by your post code, subscription package and other data they hold about you”.

in diesem Zusammenhang ist auch ein Bericht von n-tv interessant, der von Werbung berichtet, die erkennen kann, wer vorbei geht und sich entsprechend auf den Kunden dann einstellt – so eine Szene gab es auch in dem Spielberg Film „Minority Report“.  Hinter der Forschung steht in diesem Fall das Institut für Anthropomatik in Karlsruhe.

Neues Buch: Surveillance and Democracy

Die Kollegen Minas Samatas von Kreta und Kevin Haggerty aus Alberta haben ein neues Buch herausgegeben:  “Surveillance and Democracy mit Kapiteln von David Lyon, Deborah Johnson ,Torin Monahan,  Michalis Lianos, Kirstie Ball, Lilian Mitrou, Minas Samatas, und anderen. Mehr Infos auf der Seite des Verlages. 

This collection represents the first sustained attempt to grapple with the complex and often paradoxical relationships between surveillance and democracy. Is surveillance a barrier to democratic processes, or might it be a necessary component of democracy? How has the legacy of post 9/11 surveillance developments shaped democratic processes? As surveillance measures are increasingly justified in terms of national security, is there the prospect that a shadow „security state“ will emerge? How might new surveillance measures alter the conceptions of citizens and citizenship which are at the heart of democracy? How might new communication and surveillance systems extend (or limit) the prospects for meaningful public activism?

Videoüberwachung und Ethik

Auf DeutschlandRadio Kultur gab es ein Interview zu den ethischen Grenzen der Videoüberwachung. Angesiedelt ist es im Projekt „MuVit – Mustererkennung und Video-Tracking. Sozialpsychologische, soziologische, ethische und rechtswissenschaftliche Analysen“ (darüber hatte ich hier bereits geschrieben).

Regina Ammicht Quinn, die Leiterin des Projektes:

„Wir haben jetzt im Vorfeld die Chance, während der Technikentwicklung zu überlegen: Welches wären denn innerhalb dieser Technikentwicklung die ethisch relevanten Punkte? Gibt es da welche? Kann eine Technik so oder entwickelt werden? Es ist nicht ethisch relevant, ob der Knopf grün oder blau ist. Aber es ist unter Umständen ethisch relevant, welche Vorrichtungen tatsächlich da sind. Wie, auf welche Art und Weise diese Aufmerksamkeitslenkung passiert. Oder sozusagen welche Grundbegriffe oder welche Grundurteile so einer Mustererkennung zugrunde gelegt werden.

Die Arbeit an solchen Projekten ist nicht ehrenrührig, aber zumindest schwierig, denn da könnten insbesondere kritische Wissenschaftler unter Umständen in Zwiespälte geraten, die man so offen einmal thematisieren sollte. Ich selbst habe mir eine Teilnahme an einem anderen BMBF Sicherheitsprojekt daher länger überlegt und dann zugesagt. Die Gründe erläutere ich, wenn das Projekt startet.

Neue Ausgabe von Surveillance & Society

Volume 7  | Number 3/4
edited by Valerie Steeves and Owain Jones

unter anderem mit Artikeln von

  • Gary Marx and Valerie Steeves – ‚From the Beginning: Children as Subjects and Agents of Surveillance‘
  • Angie C Henderson, Sandra M Harmon and Jeffrey Houser – ‚A New State of Surveillance? An Application of Michel Foucault to Modern Motherhood‘
  • Anna Sparrman and Anne-Li Lindgren – ‚Visual documentation as a normalizing practice: a new discourse of visibility in preschool‘
  • Micheal Gallagher – ‚Are schools panoptic?‘
  • Mike McCahill and Rachel Finn – ‚The Social impact of Surveillance in Three UK Schools: Angels, Devils and Teen Mums‘
  • Ian McIntosh, Samantha Punch, Nika Dorrer and Ruth Emond – ‚“You don’t have to be watched to make your toast“: Surveillance and Food Practices within Residential Care‘
  • Lynne Wrennall – ‚Surveillance and Child Protection: De-mystifying the Trojan Horse‘
  • Craig Osmond – ‚Anti-social behaviour and its surveillant inter-assemblage‘
  • Tonya Rooney – ‚Trusting Children: How do surveillance technologies alter a child’s experience of trust, risk and responsibility?‘

Eine Charta für Videoüberwachung

Auf einer Konferenz in Rotterdam wurde vor Ende Mai eine „Charter for the Democratic Use of Video Surveillance” in European Cities“ verabschiedet. Veranstaltet wurde die Tagung vom European Forum of Urban Safety. Ein Bericht von der Konferenz folgt laut Webseite noch. Die Charta ist dort aber als pdf verfügbar (es gibt sie auch in französisch).

Zum Sinn und Zweck dieser Charta erläutert Benjamin Goold (University of Vancouver) wie folgt:

What is the purpose of a charter?
Charters and codes of conduct are frequently referred to as forms of “soft law” or “informal” regulation, as they do not typically give rise to substantive legal rights or interests. It would be wrong, however, to assume that charters are not important forms of internal regulation. By providing a clear set of values and governing principles, they can play a pivotal role in shaping the organisational culture of CCTV schemes, and provide camera operators and scheme managers with goals that can be used to guide everyday decision-making. In addition, they can also serve as a benchmark against which the performance of a scheme can be measured, and provide the basis for more the development of detailed organisational and management guidelines.

Noch mehr Forschung zu Kameras

Auch die Uni Potsdam freut sich über eine Förderung im Rahmen der Sicherheitsforschung des BMBF. Hier geht es ähnlich einem anderen bereits erwähnten Projekt um „innovative Verfahren der Erkennung und Verarbeitung von Bild- und Sensordaten für zivile Sicherheitslösungen (Mustererkennung).“ (Teil des Verbundprojekt MuVit)

Das eine ist die Kritik an der vom BMBF finanzierten Sicherheitsforschung, an der auch Kollegen in durchaus wichtigen und unstrittigen Projekten beteiligt sind. Der Spagat zwischen genehmer und kritischer Forschung ist dann manchmal in der Tat schwierig. Aber das ist hier nicht das Thema. Vielmehr sollte man sich in der Forschung vor Politikern hüten, die sich solcher Drittmittel-Erfolge annehmen, um ziemlich unqualifizierten Unsinn dann dazu verbreiten, dessen Gehalt nicht über die üblichen Platitüden hinausgeht. Ob der Forschung und der Diskussion und auch den Kollegen damit geholfen ist, möchte ich bezweifeln.

Expertisen zu Körperscannern gesucht

Im Rahmen des BMBF-geförderten Projektes THEBEN sind kurzfristig fünf Expertisen zum Thema „Der Einfluss von Sicherheitstechnik auf die Mobilität von Menschen mit Behinderungen im Kontext der Flugsicherheit am Beispiel ‚Körperscanner'“.

Weitere Informationen findet man hier: http://www.izew.uni-tuebingen.de/pdf/100531-behinderung_und_mobilitaet-call.pdf

Zudem ist für den 21. und 22. Juli 2010 ein Workshop in Tübingen zu dem Thema geplant. Für eine begrenzte Anzahl an Teilnehmer(innen) können die
Reisekosten übernommen werden. Falls Interesse an der Teilnahme besteht: Bitte melden.

Videoüberwachung: Neue Techniken und ihre Folgen

Ich weiß noch nicht genau was ich davon halten soll, aber immerhin ist es mal ein psychologisches Forschungsprojekt, was zu diesem Thema bislang gefehlt hat. Ich selbst musste zu der Frage nach den psychologischen Auswirkungen von Videoüberwachung bisher immer verneinen, wusste aber auch niemanden, der dazu etwas gemacht hat – nun kümmern sich ein paar Kollegen darum. Der Kontext der Forschung allerdings ist interessant – handelt es sich doch um ein Verbundprojekt, was auch die Verbesserung von Videoüberwachung zum Ziel hat.

Vier Universitäten forschen im Verbund zu Video-Tracking und Mustererkennung und stellen sich dabei u.a. die folgenden Fragen:

Unter welchen Voraussetzungen sind die neuen Techniken sinnvoll? Welche Chancen und Risiken bergen sie? Mit diesen Fragen befassen sich Sozialpsychologen, Soziologen, Ethiker und Rechtswissenschaftler von den Universitäten Würzburg, Freiburg, Potsdam und Tübingen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Verbundprojekt MuViT (Mustererkennung und Video-Tracking), und zwar im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit“, das von der Bundesregierung aufgelegt wurde.

Dabei forscht ein Projekt explizit zu den Auswirkungen der Technik auf die Menschen – nämlich die die sozialpsychologische Arbeitsgruppe um Professor Fritz Strack und Dr. Petra Markel, die sich auf die Auswirkungen der neuen Techniken auf Wahrnehmung, Erleben und Sozialverhalten der Beobachteten konzentrieren. Ob das tatsächlich die relevanten Fragen im Hinblick auf das System Videoüberwachung sind, muss offen bleiben. Beim idw gibt es aber für alle, die mehr wissen wollen, zusätzliche Informationen.