Kategorie: Forschung/Theorie

dradio: Indect & co

Ob Computer  immer mehr von Bilder, Daten und Zusammenhängen verstehen ist auch in der Forschung fraglich. Das Projekt Indect meint ja und entwirft mit viel Geld eine beänstigende Überwachungsmaschine. Dradio fragt noch einmal nach und stellt auch andere Projekte rund um den Computer und das Thema Daten vor – in der Sendung Breitband vom 27.11.2010: Indect, Kinect, Datablog, Internet-Eyes und Witch-House

cfp: No borders? Exclusion, justice and the politics of fear

39th Annual Conference of the European Group for the Study of Deviance and Social Control

3rd – 7th September 2011, Université de Savoie, Chambéry, France

CALL FOR PAPERS

It is often asserted that neoliberal globalisation had the liberating effect of breaking down boundaries as barriers to free trade were swept away. Yet, ‘actually existing neoliberalism’ (Brenner and Theodore, 2002) has in reality seen the erection of a host of new boundaries and the reinforcement of old ones. Boundaries continue to be a salient feature of the contemporary political, geographical and social landscape. National boundaries have been reinforced, particularly in the European security state as ever-stricter immigration controls are adopted.

Jenseits von Überwachung. Strategien der Kontrolle und ihre Kritik

Heft 20 der Reihe „Philosophische Gespräche“ zum Thema „Jenseits von Überwachung. Strategien der Kontrolle und ihre Kritik. Tagungsbeiträge“ ist erschienen.

Reihe „Philosophische Gespräche“, Heft 20, 2010, 52 S., A5, 3 Euro plus Versand

Beiträge von Matthias Rothe/Falko Schmieder, Lars Ostermeier, Vassilis Tsianos/Serhat Karakayali, Peter Ullrich/Anja Lê

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Theorie und Praxis der Risikoabwägung

Auf dradio Kultur gab es eine interessante Sendung zum Thema Risiko, dass insofern mit den Themen des Blogs zu tun hat, als Kontrolle und Überwachungsmaßnahmen auch mit bestehenden Risiken begründet werden, darauf hinweisen oder vorgeben diese zu minimieren. Da ist doch ein wenig wissenschaftlicher Hintergrund zum Thema Risiko doch gar nicht so verkehrt.

Nur der Tod ist sicher
Theorie und Praxis der Risikoabwägung
Von Matthias Eckoldt
Unsere Wahrnehmung über Risiken in dieser modernen und komplexen Welt ist höchst subjektiv und manchmal auch unbegründet. Nehmen wir als Beispiel das Fliegen, mit dem nicht Wenige so ihre Probleme haben, vor allen Dingen dann, wenn es über die Meere geht. Die Wahrheit ist aber, dass wer mit dem Auto zum Flughafen fährt und dort lebend ankommt, die Hälfte des Reiserisikos schon hinter sich hat.

Evaluation of data retention directive

The EU has evaluated the data retention directive (DRD) and come to the conclusion that is serves its purpose and is working efficiently. However if one looks at the draft report (via vorratsdatenspeicherung.de), a few questions remain, mainly concerning the methods of the evaluation and some particular statements.

As a consequence, the evidential value of retained data must be assessed on a case-by-case basis in the light of all the relevant factors of a case. ….. Since law enforcement resources are limited the fact that retained data are used, signify they were deemed relevant. …. The retention of data is considered proportionate if it has considerable law enforcement relevance. (pp. 7)

Öffentliche Vorlesungsreihe: Biometrie

An der Universität Hamburg gibt es in diesem Wintersemester eine öffentliche Ringvorlesung zum Thema Biometrie und Biopolitik mit interessanten Gästen. Aus der Ankündigung der Veranstalter:

Ein „polizeistaatlicher“ Zugriff auf digitale Technologien der biometrischen Datenspeicherung und -verarbeitung ist gegenwärtig in der öffentlichen Debatte zwar als Option präsent, die Aufmerksamkeit richtet sich dabei jedoch nur in geringem Maße auf die fortgeschrittene Anwendung solcher Informationstechnologien im Bereich der europäischen Grenzkontrolle. Wir möchten den Einsatz von biometrischen Grenztechnologien in der Rekonstitutierung des europäischen Grenzregimes interdisziplinär diskutieren und die Effekte neuartiger postnationaler und zugleich deterritorialisierter Konturen einer digitalisierten Form der Grenze untersuchen (Gesamtes Programm)

Beginn ist der 25.10.2010: Biometrie und Biopolitik. Eine Einführung von Thomas Lemke, Frankfurt a.M.

Zeithistorische Forschung: Sicherheit

Die aktuelle Ausgabe des Journals Zeithistorische Forschung (2/2010) ist dem Thema Sicherheit gewidmet:

  • Tatjana Tönsmeyer/Annette Vowinckel über Sicherheit als Thema der Zeitgeschichte
  • Achim Saupe über „innere Sicherheit“ als Begriff und Problem
  • Peter Borscheid über Geschichte und Gegenwart des Versicherungswesens
  • Elena Dragomir über Wahrnehmungen sozialer Sicherheit im kommunistischen Rumänien
  • Eckart Conze über Friedensbewegung und NATO-Doppelbeschluss in der Bundesrepublik
  • Melanie Arndt über deutsche Initiativen für „Tschernobyl-Kinder“
  • Debatte: Die große Unsicherheit – Überlegungen zur Historisierung der jüngsten Weltwirtschaftskrise

Das Journal ist Teil des Portals Zeitgeschichte online – wo es auch einen Text des Kollegen Dietmar Kammerer zur Geschichte der Videoüberwachung in Deutschland gibt. In diesem Zusammenhang sei auch einmal auf die von ihm erstellte Liste zu Filmen mit einem Bezug zum Thema Überwachung hingewiesen.

Cyber-surveillance in Everyday Life: An International Workshop

University of Toronto
May 12, 2011 – May 15, 2011

Digitally mediated surveillance is an increasingly prevalent, but still largely invisible, aspect of everyday life. As we work, play and negotiate public spaces, on-line and off, we produce a growing stream of personal digital data of interest to unseen others.

CCTV cameras hosted by private and public actors survey and record our movements in public space, as well as in the workplace. Corporate interests track our behaviour as we navigate both social and transactional cyberspaces, data mining our digital doubles and packaging users as commodities for sale to the highest bidder. Governments continue to collect personal information on-line with unclear guidelines for retention and use, while law enforcement increasingly use internet technology to monitor not only criminals but activists and political dissidents as well, with worrisome implications for democracy.

Auf der Website gibt es den vollständigen Call for Proposals und man kann dort auch seine abstracts hochladen.

Der große Bruder und das digitale Utopia

Das e-Journal Digital Icons hat seine 3. Ausgabe dem Thema Überwachung gewidmet und kann online hier gelesen werden:

Between Big Brother and the Digital Utopia: e-Governance in Post-Totalitarian Space

Aus dem Editorial:

The third issue of Digital Icons explores the practice of e-participation and e-governance in post-Soviet, post-communist countries, focusing on three main geographical areas, Central Europe (Slovakia), Russia, and Central Asia. e-Governance is understood in broad terms as a multi-faceted phenomenon that encompasses (un-)regulated socio-political and cultural practices that foster public debate, facilitate community building and ensure transparency and accountability of official and alternative actors of power.

Neue Ausgabe von Surveillance & Society

Surveillance & Society | the international journal of surveillance studies
Vol 8, No 1 | Open Issue

The first issue of our eighth volume is out now, with four particularly provocative pieces from

  • Irus Braverman on automated public toilets,
  • Samuel Nunn on the biases of police wiretap interpretation
  • Anthony Bolton Newkirk on fusion centres, and
  • Stuart Waiton on the (anti-)politics of CCTV.

Plus opinion and reviews.

Sicherheitsforschung, die Unis und der Wissenschaftler

Sicherheitsforschung ist im Kommen. Kollegen und auch ich selbst mittelbar sind an Projekten beteiligt, die sich mit Fragen der Sicherheit in der Definition des Sicherheitsapparates beschäftigen. Ob und wie kritische Forschung da immer ohne weiteres möglich ist und welche anderen Verquickungen es gibt ist auch das Thema eines Textes von der Tübinger Informationstelle Militarisierung (IMI-Analyse 2010/029 – in: AUSDRUCK, August 2010): Wo beginnt der Krieg?  Der Wissenschaftsbetrieb muss in die Verantwortung genommen werden.

Auch wenn unter den gegebenen Bedingungen der momentan aktuellen Forschungsprogramme der EU (vgl. auch Ben Hayes „Arming Big Brother“) und des BMBF kritische Forschung möglich ist, sollte man sich diesen Fragen dennoch stellen und die weitergehenden Konsequenzen offenlegen und breit diskutieren. Anregungen und weitere links willkommen.