Kategorie: Internet/social media

Die Evolution des Internet

Es ist kein richtiger Eintrag zum Thema Überwachung, aber das Internet ist ja eines der Instrumente – neben vielem anderen, das es auch ist – über das Überwachung stattfindet, welches überwacht wird und welches als ein wichtiger Teil der suveillant assemblage gehört. Darum hier ein Verweis auf eine Seite, die sich mit der Geschichte des Internets beschäftigt: „NSF and the Birth of the Internet“ – mit Filmen, Animationen und einem schönen Überblick über die Entwicklungsgeschichte des Mediums, das unsere Welt nachhaltig verändert hat.

In diesem Zusammenhang ist auch ein Artikel von Vinton Cerf interessant, der über die letzte Dekade des Internet schreibt. Cerf ist einer der „Väter“ des Internet und seit 2005 für Google aktiv. Das Internet und Überwachung – mit Google schließt sich auch dieser Kreis, steht das Unternehmen und seine vielfachen Anwendungen doch auch in der Kritik, zuviel Informationen in einer Hand zu sammeln, zuletzt mit seiner durchaus fragwürdigen Anwendung Google Health.

Sozialkontrolle per Internet

Nun muss ich nicht mal mehr aufstehen um mich über meinen neuen Nachbarn oder die Kindergärtnerin meiner Tochter zu informieren – ich muss sie aber auch nicht fragen, noch kennenlernen, will ich ihre dunklen Geheimnisse erfahren- Criminal Searches hilft dabei, zuminedest in den USA. Sicher ist Kontrolle manchmal besser, bevor etwas passiert ist, aber diese Webseite scheint mir etwas über die Strenge zu schlagen. Alles Vertrauen wird über Bord geworfen, jeder ersteinmal verdächtigt, es wird in Vergangenheiten gewühlt, die vielleicht nichts mit der Person zu tun haben, Verwechelungen können vorkommen – und sicher auch mal ein Volltreffer, der jemanden schützt.

Die Frage nach dem Datenschutz, der letztlich für alle fast immer in gleicher Weise gelten sollte, stellen sich hier zuhauf. Der Wert von Vertrauen wird hiermit fast vollständig abgeschafft, fast hysterische Risikominimierung ist Trumpf. Und noch rümpfen wir die Nase, aber der Wunsch nach so etwas existiert auch hierzulande, weil – und das weiß man doch – die meisten Menschen etwas zu verbergen haben. Und genau das will ich wissen. Auch Nichtwissen kann manchmal das Leben erträglicher machen und eine pPäventivwirkung entfalten, die soziales Leben überhaupt erst möglich macht (siehe auch Heinrich Popitz „Über die Präventivwirkung des Nichtwissens“, in Soziale Normen, FfM, 2006)

Blown to Bits: Your Life, Liberty, and Happiness After the Digital Explosion

Ein spannender Buchtipp: Blown to Bits von Hal Abelson, Ken Ledeen und Harry Lewis. Man braucht eine ganze Weile, um sich allein durch die Vorschußlorbeeren zu arbeiten, deshalb hier nur zwei Empfehlungen, die deutlich machen, worum es in dem Buch geht…

„Can you control who sees all that personal information about you? Can email be truly confidential, when nothing seems to be private? Shouldn’t the Internet be censored the way radio and TV are? Is it really a federal crime to download music? When you use Google or Yahoo! to search for something, how do they decide which sites to show you? Do you still have free speech in the digital world? Do you have a voice in shaping government or corporate policies about any of this?“

…und wie es Experten bewerten:

“There is no simpler or clearer statement of the radical change that digital technologies will bring, nor any book that better prepares one for thinking about the next steps.”

Lawrence Lessig, Stanford Law School and Author of Code and Other Laws of Cyberspace

Quelle: Amazon

Fazit: sehr empfehlenswert.

Resource zu Polizei und andere Sicherheitsorgane

Cop2Cop ist ein unabhängiges Weblog zu Polizei, Feuerwehr, Justiz und anderen Sicherheitsorganen. In eigenen Worten

Cop2cop ist ein in Deutschland einmaliges unabhängiges Internetprojekt. Bei uns gibt es die neuesten Meldungen zu allen Themen der Inneren Sicherheit. Cop2cop sammelt, sichtet und veröffentlicht Informationen über Polizei, Justiz, Feuerwehr und private Sicherheitsunternehmen.

Mehr und genaueres ist leider nicht zu finden. Aber auch einiges zu Videoüberwachung, neben vielen anderen Themen. Leider wird auch dort nur wiedergekäut, was wir aus Tagespresse und somit aus den Verlautbahrungen von Politikern bereits kennen. So etwas zu Kameras in Hessen. Darin auch die schöne Bemerkung, dass Hessen das erste Bundesland war, in dem Kameras im öffentlichen Raum installiert worden sind. War das nicht 1996 bereits in Leipzig der Fall? Bitte korrigiert mich.

Worauf die vielen Schlüsse basieren, die in dem Artikel zum Besten gegeben werden, bleibt ein weiteres Mal offen. Vor allem scheint eine oder mehrere Drogenszenen verscheucht worden sein, ansonsten ist die Ausbeutung eher mager und sicherlich nicht das, was eine derartiges Feiern von Erfolgen rechtfertigt.

Eine kritische Betrachtung dieses „unabhängigen Blogs“ ist bestimmt reizvoll.

Google Health und Datenschutz

DeutschlandRadio Kultur hat zum Thema Gesundheitsdaten und Google Health ein Interview mit Alexander Dix, Datenschutzbeauftragter von Berlin, geführt, das hier nachzuhören ist:

Datenschützer Dix: Patientendaten bei Google-Health nicht sicher.

Ob allerdings eine katastrophale Technologie wie Google dafür herhalten muss, um  andere bedenkenwerte Technologien in einem besseren Licht erscheinen zu lassen, finde ich diskussionswürdig.

Die bei „Google Health“ vorgesehene Speicherung von Krankendaten berge die Gefahr, dass der einzelne Patient „letztlich die Kontrolle“ über seine Daten verliere. Zum einen würden täglich „immer intelligentere Angriffe“ auf Netzanbieter „gefahren“, zum anderen sei Google nach amerikanischem Recht verpflichtet, Behörden oder auch Prozessgegnern seine Dateien offen zu legen – so dass etwa Arbeitgeber oder Versicherungskonzerne Informationen über Gesundheitsrisiken von Mitarbeitern oder Versicherten erhalten könnten.

Die elektronische Gesundheitskarte in Deutschland sei „die bessere Variante“, da sie sehr klare Datenschutzbestimmungen enthalte, „die in den USA vollkommen fehlen“. (dradio, 8.7.2008)

Kampfinsekten

Das passt auch zu den schnüffelnden Hunden – Kampfinsekten der DARPA, welche selbst dieses Jahr ihr 50 jähriges Jubiläum feiert – wir erinnern uns, DARPA war maßgeblich an der Idee des Internet in seinen Grundzügen beteiligt.

Tomdispatch hat dazu einen Artikel: Tomgram: Nick Turse, The Pentagon’s Battle Bugs

…..In the meantime, the future is now and Pentagon expert Nick Turse is at work — see below — on the latest developments in DARPA’s plans to help an overstretched military by reaching into the insect kingdom for its newest well weaponized recruits. The first larval Marines, perhaps. Ten-HUT! Unlike Americans at present, they should simply swarm to the recruiting offices…..

Vorladung wegen SMS Nachrichten

Ein amerikanischer Kollege machte mich auf diese Meldung aufmerksam: City Subpoenas Creator of Text Messaging Code

Im Prinzip geht es darum, dass die Erfinder von Massen SMS, jetzt von einem US-Gericht vorgeladen worden sind, um Daten und Kontakte sowie alle Nachrichten preiszugeben – u.a. geht es auch um SMS, die während des Parteitages der Republican Party verschickt worden sind.

Although the service, called TXTmob, was widely used by demonstrators, reporters and possibly even police officers, little was known about its inventors. Last month, however, the New York City Law Department issued a subpoena to Tad Hirsch, a doctoral candidate at the Massachusetts Institute of Technology who wrote the code that created TXTmob.

Lawyers representing the city in lawsuits filed by hundreds of people arrested during the convention asked Mr. Hirsch to hand over voluminous records revealing the content of messages exchanged on his service and identifying people who sent and received messages. Mr. Hirsch says that some of the subpoenaed material no longer exists and that he believes he has the right to keep other information secret.

Schöne Aussichten