Author: Nils Zurawski

Dr. habil. Nils Zurawski, ist Soziologe und Ethnologe und Initiator des Forschungs-Netzwerkes Surveillance-Studies. Er arbeitet als Wissenschaftler am Institut für kriminologische Sozialforschung an der Universität Hamburg sowie als freier Mediator/Moderator/Konfliktberater. Hier gibt es mehr Informationen zu seiner Arbeit: https://www.surveillance-studies.org/zurawski

Online Pranger….

Schon lange interessieren sich Forscher und Journalisten für den Bedeutungswandel von Technologien.. oft wandelt sich ihre Nutzung weg von den ursprünglichen Intentionen… das Handy wird zu Kamera mit Telefon usw… in Kombination mit dem Internet, Blogsoftware und eben jenen Handykameras bietet nun eine New Yorker Webseite den Opfern von sexueller Belästigung eine Plattform um ihre Peiniger bloßzustellen.

Auf hollabacknyc.com können die zumeist weiblichen Opfer zurückschlagen…
Das ist nichts anderes als ein digitaler Pranger, mit welchen Folgen bleibt abzuwarten. Ob das mit Datenschutz, Persönlichkeitsrechten etc. vereinbar ist, bleibt dahingestellt – ohne die Taten oder verbalen Entgleisungen der Angeprangerten gutzuheißen…

Man kann eine solche Initiative sicherlich aus verschiedenen Perspektiven bewerten – es bleibt aber ein Nachgeschmack von Selbstjustiz, der Möglichkeit zum Missbrauch und groben Verstößen gegen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung…

Mehr dazu im Observer. Mobile vigilantes snap sex pests in action, Observer, 30. April 2006

Thema Ãœberwachung in der MIT Technology Review

In der Mai Ausgabe der deutschen Version der MIT Technology Review finden sich ein paar interessante Artikel zu den Themen Biometrie, Sicherheit sowie ein Interview mit Peter Schaar, dem Bundesdatenschutzbeauftragten.

Interview mit Peter Schaar
Das Geschäft mit der Angst von Niels Boeing
mehr Artikel in der Rubrik Infotech

Zapp: Datenschutz und Profit

Das NDR Medienmagazin Zapp berichtet über die Praktiken des Internet-Such- und Katalog-Giganten Yahoo, bei seinem Versuchen in China Fuß zu fassen.

Yahoo verletzt die Menschenrechte, zumindest in China. Um den lukrativen, chinesischen Markt für sich zu gewinnen, macht sich das Unternehmen Liebkind beim Regime in Peking.

26. April 2006, 23.00 Uhr

dazu: tagesschau.de, 2.3.2006

RFID-Chips für Rinder

Die USA wollen ihre Rinder mit Chips versehen – zur Kontrolle von Krankheiten. Ãœberwachung als Fürsorge. Der Artikel fragt sich aber auch, ob diese Ideen nicht dazu verleiten könnten, diese Art der Seuchenkontrolle bei Menschen einzuführen… und dann wird aus der hilfreichen Technologie zum Schutze unseres Grillguts und der Agrarökonomie ein Problem des Datenschutzes und eine Gefahr für die informationelle Selbstbestimmung – ganz abgesehen von den Möglichkeiten Gruppen von Menschen anhand von Krankheiten sichtbar zu machen und daraufhin auszuschließen, öffentlich zu stigmatisieren und zu kontrollieren…

The Guardian, 26.April 2006

“This is the biggest scheme of its kind,” said Katherine Albrecht, a consumer privacy expert. “They say it is aimed at tracking animal disease outbreaks, but I have had conversations with public health officials where they have been looking forward to a time when the spread of human diseases could also be monitored in this way.”

Datenschützer zum Umgang mit biometrischen Daten

Peter Schaar, der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, äußert sich in einem Interview bei Deutschlandfunk zum Schutz der biometrischen Daten in den neuen Reisepässen.

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hat vor einer zentralen Verfügbarkeit biometrischer Daten gewarnt. Wenn zum Beispiel digitale Gesichtsbilder gesammelt würden, wäre es möglich, die bei einer öffentlichen Videoüberwachung aufgezeichneten Personen mit diesen Daten zu identifizieren. “So weit darf es nicht kommen”, sagte Schaar.

Videokameras, die selbst Alarm schlagen

Die Verantwortlichen am Flughafen in San Francisco haben es auch gemerkt – Videoüberwachung ist eigentlich nichts für Menschen – auch und vor allem nicht für die, die vor den Monitoren sitzen: die Arbeit ist zu anstrengend und sehen tun sie auch nicht alles. Also haben sie jetzt automatische Kameras installiert, um jede Bewegung zu überwachen und gegebenenfalls den Alarm auszulösen.

Silicon.com, 24.April 2006