Alles ist 1, außer der 0

Ein Film zum Chaos Computer Club startet am 29.7. in den deutschen Kinos (was in diesen Tagen ein eher unsicheres Vergnügen bedeutet, vor allem für die Kinobetreiber).

Die Webseite des Films hat alle Informationen, der Werbung für den Film ist das hier zu entnehmen:

ALLES IST EINS. AUSSER DER 0. erzählt mit der Geschichte des CCC eine Geschichte digitaler Subversion: vom exklusiven Club zu einer Instanz, die heute bei allen Fragen der Netzpolitik zu Rate gezogen wird. Der Dokumentarfilm von Klaus Maeck und Tanja Schwerdorf setzt der bekanntesten deutschen Hackervereinigung ein stilsicheres, kraftvolles und würdiges Denkmal. Selten hat man ein so eindringliches Portrait über Zeitgeist-Pioniere gesehen, deren Weitblick für die Gegenwart so beeindruckend wie bereichernd ist. 

Preisträger im Feuilleton

Es ist immer schön zu sehen, dass die von uns ausgezeichneten auch sonst sicht- und in diesem Falle hörbar sind. In den letzten Wochen waren gleich zwei von uns ausgezeichnete Preisträger:innen bei Deutschlandfunk Kultur im POlitischen Feuilleton zu hören.

Am 15.7.2021 Adrian Lobe (Preisträger 2016) mit eine Stück zum entfesselten Datenkapitalismus: “Ein milliardenschwerer, undurchsichtiger Markt”.

Und bereits zwei Wochen (25.6.2021) vorher hat die diesjährige Preisträgerin des Publikationspreises für Nachwuchswissenschaflerinnen Anna-Verena Nosthoff über das Geschäft mit der Gesundheit kommentiert: Wie uns Apple und Co. auf den Leib rücken.

Preisträger halten Vortrag zu Wearables

Wer die beiden Preisträger:innen des Publikationspreises 2021 des Surveillance Studies Forschungsnetzwerkes hören will, hat dazu die Chance am 3. Juli, live beim Werkleitz-Medienfestival 2021. Sie sprechen zu folgendem Thema:

“We’ve mapped the world, now let’s map human health” – Platform economy and the mapping of bodies

Es gibt einen Livestream und ein vielfältiges Programm.

Preisträger:innen gekürt

In einer den derzeitigen Bedingungen geschuldeten Online-Preisverleihung, wurden gestern die Sieger:innen der Surveillance Studies-Preise 2021 verkündet. Alle Nominierten der beiden Shortlists waren anwesend sowie Teile der beiden Jurys, und so konnten nach einigen Vorreden die Gewinner:innen in beiden Kategorien gekürt werden.

Der Surveillance Studies-Preis für journalistische Texte geht in diesem Jahr an Christoph Giesen für seinen Text “Wir können Dich sehen”, erschienen in der SZ am 16./17. 5. 2020.

Der Publikationspreis für einen wissenschaftlichen Text geht 2021 an Anna-Verena Nosthoff und Felix Maschewski für den Aufsatz: Der plattformökonomische Infrastrukturwandel der Öffentlichkeit: Facebook und Cambridge Analytica revisited. Dieser wird erscheinen in einem Sonderband des Leviathan zum Thema “Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit?”.

Rezension: Viren im Blick

Rezension: zusammen mit 

Kevin Hall. Viren im Blick. Überwachung und Sichtbarkeit der Influenza in Deutschland. 2021, Frankfurt/Main: Campus.

von Nils Zurawski, Hamburg

„Wie wir Dinge zählen, hat einen maßgeblichen Einfluss darauf, was wir mit den Zahlen machen können.“

Surveillance im globalen Süden

Das bereits vor einiger Zeit gegründete Netzwerk Surveillance in the Global South hat jetzt neben ihrer Mailing-Liste auch eine Webseite: https://surveillance-global-south.net. Die Initiatorin ist die Geografin Azadeh Akbari.

Auf der Seite finden sich einige Texte und mehrere Calls für Workshops und Beiträge. Neben den verschiedenen Netzwerken zu Suveillance finde ich das eine sehr gute Ergänzung mit einem besonderen Fokus, denn der globale Süden ist in verschiedener Hinsicht nicht besonders gut vertreten in dieser Community (was wohl für viele Wissenschaften und Disziplinen gelten dürfte).

Plattformen und die materielle Welt

Wie formen Plattformen unsere Umwelt? – gemeint sind digitale Plattformen wie Uber oder AirBnB etc. Dieser Frage geht ein Forschungsprojekt des geschätzten Kollegen Torin Monahan nach.

Mit Mediating Plattforms untersucht er mit seinem Team die Folgen dieser dominaten Spielart eines digitalen Überwachungskapitalismus.

This research project, funded by the US National Science Foundation, explores empirically what happens when large-scale digital platforms collide with the built world. It attends specifically to the mediating effects of existing organizational forms, material infrastructures, and cultural practices on platforms in cities.

Besonders interessant finde ich dabei die Karten, mit denen sie die Konzentration und die Übersprungeffekte von AirBnB-Vermietungen sichtbar machen. Vorsicht: Man braucht eine Weile, die Karten zu lesen und zu verstehen.

Anthropologie der Überwachung

Ein neues Forschungsprojekt an der LMU in München und dem King’s College London hat gerade seine Arbeit aufgenommen. Titel: Moral Surveillance and Community. Die Leiterin ist Vita Peacock.

Ich freue mich sehr im Advisory Board des Projekts zu sitzen, mit einigen von mir sehr geschätzten Kolleg:innen.

This collaborative study, funded by the European Research Council, investigates how and why people are voluntarily using monitoring technologies to advance projects they value. Using the perspectives and methods of anthropology, the team seeks to understand the role these technologies are now playing in the domains of care, health, safety, and citizenship.

BaP26: Über Vigilanz, Whistleblowing und Aufmerksamkeit