Datenpunkte im Informationszeitalter

Die Reihe Datenpunkte im Informationszeitalter vom ORF ist absolut hörenswert. Kleine Beiträge zu Stichworten wie Taylorismus, Dronen, Hashtag, Enigma, Farbfernsehen oder der ersten Email geben einen schönen Überblick über unsere Welt und ihre Entwicklung im 20. Jh. Das Archiv des österreichischen Rundfunk macht es möglich. Angeblich ist die Serie nicht limitiert und verschwindet nicht in Bälde wieder.

Die Serie beginnt mit der Folge Straße der Zukunft.

Ein rollender Gehsteig war 1900 eine der technischen Attraktion bei der Weltausstellung in Paris, Besucherinnen und Besucher konnten in knapp einer halben Stunde auf drei unterschiedlich schnellen Rollbahnen das Ausstellungsgebäude umrunden.

BaP18: Träumen Androiden von elektrischen Schafen (3)

Corona und der Surveillance-Preis

Informationen zum Surveillance Studies-Preis 2021

Angesichts der derzeitigen Lage der Welt, die verschleppte Planungen, thematische Verschiebungen und unklare Zeitpläne sowie persönliche Belastungen ist auch der Surveillance Studies-Preis wie bisher in diesem Jahr nicht durchzuführen. Was bedeutet das und welche Überlegungen gibt es?

Mit Karten die Welt machen

Eine Ausstellung der Geographie in Hamburg, zu sehen online

Die Karten nehmen das Territorium vorweg – so kann man Jean Beaudrillard ungefähr übersetzen. Und auch Karl Schlögel sah, dass jede Karte irgendwann in der Welt ankommt, für die sie gemacht worden ist. Und da kartieren in diesem Sinne auch immer Überwachung und vor allem Kontrolle bedeutet und dabei eine mächtige Technolologie, die Karte, eingesetzt wird, will ich auf diese dazu sehr passende und interessante Ausstellung aufmerksam machen.

geografisch-postkolonial. Wie aus Karten und Bildern Welt entsteht, zur Zeit online zu sehen.

Verdacht und die Domestiken des Alltags

Was wie ein verlockener Titel eines Aufsatzes klingt, ist in Wahrheit der Versuch einer zusammenfassenden Überschrift um auf zwei Aufsätze von mir aufmerksam zu machen.

Kürzlich erschienen sind von mir diese beiden Aufsätze (konträr zu dem, was die Heftnummern vermuten lassen).

  • N. Zurawski: Der totale Unterhaltungsstaat. Überwachung im digitalen Zeitalter. Über Konsum, KI und nicht nur digitale Domestiken, in Zeitschrift für Semiotik, Band 40/2018 (erschienen im Mai 2020)
  • N. Zurawski: Verdacht und Muster. Geheimdienstliche Logik und Überwachung im digitalen Alltag. In: Spitzel, Spione, Geheimdienste. Indes. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft 2019, Heft 04 (erschienen im Mai 2020)

Da beide nicht online zu finden sind, zumindest nicht so ohne Weiteres oder komplett, könnt ihr euch gern an mich wenden, wenn ihr da mal reinlesen wollt. Ich schicke euch die Aufsätze gern zu.

Corona-Bilder

Ich bin mir sicher, jeder hat irgendwelche Bilder von absurd anmutenden Situationen, die sich aus den Regeln der Corona-Beschränkungen ergeben haben. Nun da diese Beschränkungen langsam wieder aufgehoben werden, sind manche Bilder nur mehr Erinnerung.

Eine davon ist dieser Spielplatz bei mir um die Ecke, eigentlich nur eine Schaukel und eine Rutsche, die von ein paar wirklich kleinen Kindern genutzt werden. Das war kein Hotspot kindlicher Freizeitbeschäftigung, sondern eine versteckte Ecke für ein paar U4-Kinder, um mal ein wenig in Bewegung zu kommen. Aber da ein Hausmeister hier das Sagen hat, war zack-zack ein Absperrband drumgezogen. Absurd. Aber zum Glück vorbei.

Die Anatomie eines KI-Systems

Der Aufsatz Anatomy of an AI von Kate Crawford and Vladan Joler aus dem Jahr 2018 ist nicht zuletzt wegen der absoluten faszinierenden Karte lesenswert.

Ihre Analyse ausgehend von Amazons Echo zieht im Stile einer Latour’schen Actor-Netzwerk-Analyse die Verbindungen von einer simplen Bestellung über das smart device auf dem heimischen Wohnzimmertisch hin zu den Minen der Rohstoffe, die die digitale Welt so dringend benötigt um zu funktionieren – und die hinter dem Anschein intelligenter, autonomer Geräte, mit denen wir unseren Alltag gestalten und organisieren, sowohl Komplexität vortäuschen, als diese gleichzeitig verbergen. Der Untertitel des Aufsatzes ist dabei schon bezeichnend:

BaP17: Träumen Androiden von elektrischen Schafen (2)