Anonymity is the enemy

Gestern war ich als Diskussionsteilnehmer zu einer Filmvorführung in einer Reihe Zukunft, Gesellschaft, Technologien.

Gezeigt wurde der Film Anon, der allein aus ästhetischen Gründen absolut sehenswert ist. Darüber hinaus stellt er wichtige Fragen, die für eine Diskussion zur Gesellschaft der Gegenwart hochaktuell sind. Wer sind wir, wer bin ich? Was ist Wahrheit und wie gehen wir mit Wissen um, dass flüchtig, oft nicht fassbar und vor allem hochgradig manipulierbar ist? Und dann selbstvertändlich die Frage nach der Möglichkeit von Anonymität in der Gesellschaft – die gerade in den westlichen Gesellschaften und ihrem Narrativ der Individualität als höchstem Gut elementar ist. Aber eben auch eine Menge Probleme schafft und somit umkämpft ist.

Wenn ihr also die Chance habt, den Film zu sehen, geht hin. Ist von 2018, aber lief kaum in deutschen Kinos.

Künstler und Agenten

In meiner Post fand ich heute diesen Flyer. Die Ausstellung hat zwar schon begonnen, aber dafür läuft sie auch noch bis in den März 2020

Artists & Agents – Performancekunst und Geheimdienste

Dortmunder U | Ebene 3 | 26. Oktober 2019 – 22. März 2020

Im Zentrum der Ausstellung steht die Interaktion zwischen Geheimdiensten und Performancekunst – einer Kunstform, die als besonders gefährlich galt. Fast nur in Osteuropa sind die Archive zugänglich und offenbaren die „Zersetzung” und „Liquidierung” kritischer Künstler*innen durch die Staatssicherheitsdienste. Dafür mussten die Agent*innen jedoch teils selbst zu ‚Performancekünstler*innen’ werden.

Die Maschinen zähmen….

Die Vorlesungreihe “Taming the Machines” an der Uni Hamburg ist in diesem Wintersemester ein echter Tipp. Das Programm verspricht viele interessante und wirklich spannende Vorträge rund um die Themen, KI, Algorithmen, Überwachung, Daten. Außerdem wird die Preisverleihung des Surveillance-Studies-Preises 2020 auch in diesem Rahmen stattfinden.

Die Surveilance Studies-Lecture wird gehalten von Dr. Pak-Hang Wong, Universität Hamburg zum Thema: Three Arguments for “Responsible Users”. AI Ethics for Ordinary People. 

Filmreihe: Zukunft, Gesellschaft, Technologien

Die Filmreihe Zukunft, Gesellschaft, Technologien bringt im Wintersemester ein interessantes Programm ins Abaton-Kino, jeweils begleitet durch eine anschließende Diskussion mit Experten, Wissenschaftlern u.a. Ich selbst bin am 19.11. mit dabei, gezeigt wird dann der Film “Anon”.

Die Veranstaltung wird von den Projekten „SciFiVisions“ und „tekethics“ der Hamburg Open Online University organisiert und dort auch digital begleitet.

Hierzu können Interessierte online die Themen vertiefen und ergänzende Texte mittels Annotation diskutieren.

Die digitale, technische Welt, in der wir leben, ist voller Herausforderungen, Chancen und Risiken für uns alle. Für viele ist sie aber auch eine Welt vieler Mysterien: intelligente Maschinen, Biotechnologie, das Internet der Dinge, Globalisierung, Roboter, Drohnen, Social Media und soziale Kreditsysteme: Was bedeutet das alles? Und vor allem, wie gehen wir damit um?

Interview mit Gary T. Marx

Gary Marx ist bestimmt einer der einfallsreichsten Forscher, wenn es um Überwachung geht, anderen ist er vor allem durch seine Arbeiten zu Polizei bekannt (siehe z.B. Rezension von Windows into the Soul). Womit auch immer er auf sich aufmerksam gemacht hat, er kann gut erzählen und ist, soweit ich das von meinen Begegnungen mit ihm sagen kann, ein großartiger Mensch und Kollege.