KI-Bilder – unsere Bilder der KI

Wenn es um die Bebilderung des Themas Überwachung geht, sind die gewählten Bilder häufig beschränkt – Augen, Kameras, Schlüsselöcher, Bildschirme, Nullen und Einsen. Ähnlich ist es bei der KI – weshalb es eine Initiative gibt, die sich um bessere Bilder von KI bemüht. Better Images of AI. Eine der Überlegung dabei ist, dass …

Images relating machine intelligence to human intelligence set unrealistic expectations and misstate the capabilities of AI. Images representing AI as sentient robots mask the accountability of the humans actually developing the technology, and can suggest the presence of robots where there are none.

Kameras und die Sicherheit – mal wieder

Im Dezember fand ein Weizenbaum-Forum zum neuen ASOG in Berlin statt. Da eine der Neuerungen die intelligente Videoüberwachung ist – oder die Möglichkeit dazu – war es letztlich auch eine Diskussion über Kameras. Mit dabei mein lieber Kollege Dietmar Kammerer sowie Jonas Botta. Von jedem von uns gibt es ein einzelnes Video.

Danke an das Weizenbaum-Institut für die Zusammenschnitte und die Veranstaltung überhaupt.

Digitaler Faschismus

Über die gefährlichen Ideologien der Tech-Blase und ihre Auswirkungen schreibt Rainer Mühlhoff bei Wissenschaft & Frieden. Das Thema ist nicht neu in diesem Blog, aber Rainer Mühlhoff ein interessanter Kollege und die Publikation wichtig und wichtiger denn je in diese Zeiten, wo Krieg zum neuen normal wird und Frieden geradezu subversiv wirkt – auch wenn jeder Krieg selbstverständlich nur dem Frieden dient wenn wir den Putins und seinen Kollgen auf der Welt Glauben schenken würden

Das Ende des freien Intenets?

Neben der Diskussion um Open Access in den Wissenschaften (dazu erscheint in Kürze eine Themenausgabe des Journal kommunikation@gesellschaft) tranportierte das Internet auch immer die Idee freie Informationen, insbsondere was Nachrichten angeht. Das Feld ist lange bereits umkämpft und mit dem Beginn der Kommerzialisierung des Netzes vor 25, vielleicht sogar 30 Jahren steht diese Idee immer schon zur Disposition, wenn sie nicht in Gefahr ist. Freie Zugänge und diese Idee werden im großen Maßstab u.a. von Wikipedia oder der Wayback Machine, dem Archiv des Internet, hoch gehalten. Letzteres scheint nun in Gefahr zu sein, wie The Conversation berichtet.

News sites are locking out the Internet Archive to stop AI crawling. Is the ‘open web’ closing? (5.2.2026)

Dass die freie Zugänglichkeit nicht ganz ohne Dilemmata ist, wird in dem Artikel klar. Ob aber die kommerzielle Schließung die Lösung sein wird, die dann die „freien“ sozialen Medien mit den vermeintlichen News für alle noch mehr zu den allverfügbaren Quellen von wenn schon nicht sklavisch „obhektiver“, vor allem aber faktenbasierter Berichterstattung machen würde, ist eine genauere Betrachtung wert. Muss es sein, die Ergebnisse dessen sieht man bereits jetzt.

Sehr passend dazu findet im September die Tagung Tagung „Utopien und Dystopien der digitalen Gesellschaft: 30 Jahre Forschung zu computervermittelter Kommunikation“ zusammen mit dem Weizenbaum-Institut statt.

Autonom oder gesteuert aus der Ferne?

Man könnte meinen das sei doch eins oder so ähnlich, irgendwie, weil autonome Vehikel doch irgendwie das Netz brauchen, schon zur Orientierung, GPS und so. Nein, es scheint dann doch noch einen menschlichen Faktor zu geben. Die Webseite Futurism berichtet in ihrem Artikel

It Turns Out That When Waymos Are Stumped, They Get Intervention From Workers in the Philippines (6.2.2026)

von Menschen auf Philipinen, die im Hintergrund steuernd auf die Fahrzeuge eingreifen. Ähnliches war doch auch bei Alexa der Fall, anders, aber eben nicht dem Versprechen nach, dass alles eine KI, das Gerät oder die Technologie selbst macht… mmmhhh

* Ich lese machen Artikel von Futurism, kenne aber die Hintergründe der Webseite nicht. Nicht immer leicht rauszufinden, wer für wen da was schreibt. Hier ein Check von Futurism https://mediabiasfactcheck.com/futurism/

Geheimsache Doping – der Podcast

Der Podcast Geheimsache Doping ist nicht besonders neu, ich habe aber gerade durch Zufall die neueste Folge gehört, zum Fall Vuskovic, dem HSV-Fußballer, der eine Doping-Sperre absitzt und möglicherweise noch ein Strafverfahren wegen Dopings durchmachen muss. Ich möchte nicht bewerten, ob er die Wahrheit sagt, was er genommen hat, wenn denn dann überhaupt und ob das gut, schlecht oder dämlich gewesen sein könnte. Hörenswert ist der Podcast, weil er zum einen sehr gut recherchiert ist, wie die Sachen von Hajo Seppelt meistens, zum anderen weil hier wie in vielen anderen Folgen vor allem klar wird, was für ein System der Kontrolle, der Bestrafung, der Verfolgung im Kampf gegen das Doping aufgefahren wird, wie wenig darin die Kontrolleure beaufsichtigt und welche moralischen Setzungen dort vorgenomen werden. Das allein sollte die Zeit wert sein.

Wir hatten mit unserem kritischenBand zum Anti-Doping-Kampf bereits 2019 nicht ganz falsch gelegen: Zurawski / Scharf (Hrsg): Kritik des Anti-Doping, 2019, open access.

Dystopie und Utopie – systemabhängig?

Auf Golem fragt sich Tim Reinboth, ob es nicht seltsam seie, „dass Science-Fiction-Klassiker aus dem kapitalistischen Westen meistens Dystopien sind, während sozialistische Autoren eher Utopien erträumten?“.

Wo die Utopien wachsen, Golem 27.12.2025

Und die Frage scheint bereichtigt, aber die Antwort nicht so klar, wie es scheinen möchte. Und weitergedacht ließe sich durchaus darüber nachdenken, was die gegenwärtige Welt einen für Zukunftsvorstellungen bereithalten lässt – angesichts der technofaschistischen Ideen und vermeintlichen Utopien von besseren Welten so ganz ohne Menschen bzw. diese nur als Bioware für die selbstdenkenden KI und ihre selbsternannten Herrscher. Utopie für die einen, Knechtschaft für alle anderen? Hatten wir alles schon, scheint aber weiterhin ansprechend zu sein, zumindest als hyperkapitalistische Idee.

Der Untertitel des erwähnten Beitrages „Die Zukunftsvisionen der Ost- und West-Science-Fiction waren vielseitiger als eine Geschichte von zwei Systemen.“ kann so auch für die aktuelle Situation gelesen werden – es bleibt vielseitig (nicht nur komplex…..).

Der Zustand der urbanen Sicherheit

Im ständig fortgeschriebenen Dossier „Innere Sicherheit“ der Bundeszentrale für politische Bildung, wurde im Dezember 2025 ein Beitrag zur Urbanen Sicherheit veröffentlicht. Autor ist der Wuppertaler Kollege Tim Lukas.

Dass das Dossier mit dem obligaten Bild einer Überwachungskamera versehen ist, ist nicht unbedingt zwingend, aber so wird dieses Thema eben auch gesehen. Die Beiträge darin sind dann allerdings doch sehr vielfältig zu Polizei, Kriminalität, Sicherheitsbegriff und vieles dazwischen und daneben.

ps. Videoüberwachung kommt als eigener Beitrag übrigens nur in einem älteren Text von 2012 vor, in dem es dann hauptsächlich um TKÜ geht, nicht um Kameras.

Surveillance Assemblage revisited

Die aktuelle Ausgabe von Surveillance & Society hat einen Debattenteil zum Konzept der „Surveillance Assemblage“ (Haggerty & Ericson 2000), wo auch die Autoren selbst nochmal zu Wort kommen.

Vol. 23 No. 4 (2025): Global Futures of Digital Confinement, mit der Debattenrubrik zu „Revisiting the “Surveillant Assemblage”“

Editorial zur Dialogue-Rubrik „Revisiting the “Surveillant Assemblage” von Bryce Newell & Lizzie Hughes

Polizei und immer mehr Befugnisse

… und warum das keine gute Idee ist. In diesem Post auf Bluesky wird deutlich, was auch passieren kann, wenn Polizei oder andere staatliche Sicherheitskräfte zu viele Befugnisse und zu viel Technologie besitzen und diese entsprechend nutzen, auch entgegen ihrer ursprünglichen Intention.

Die Debatte über das Berliner Polizeigesetz (ASOG, hier verschiedene Artikel bei netzpolitik.org) ist genau deshalb wichtig. Wer weiß, welche Polizei wir einmal haben werden, bzw. wer diese für welche Zwecke missbraucht.

ICE has long used the latest spy tech to pursue immigrants — but now it’s also targeting anti-ICE protesters.

Brennan Center (@brennancenter.org) 2025-12-12T20:23:21.002Z