Gegen die geplanten Blockaden der EZB in Frankfurt im Rahmen eines europaweiten Aktionstages gehen Stadt und Polizei mit ungewohnter Härte vor. Sämtliche Demonstrationen und Aktionen wurden zunächst verboten und aufgrund umfangreicher Datensammlungen im Verlauf vorheriger Proteste konnte die Polizei hunderte Aufenthaltsverbotsverfügungen verschicken. Die Protestierenden und Bürgerrechtler/innen sind empört. Zumindest die Aufenthaltsverbote wurde inzwischen zurückgenommen. Für die Daten wird sich wohl trotzdem wieder eine Verwendung finden.
Die Australier vermessen ihre Bürger – auf der Suche nach dem Durchschnittsaustralier – bzw. eine australische Klamottenkette vermisst ihre Kunden mit einer 3D Technik, die auch am Flughafen eingesetzt wird.
Was auf den ersten Blick ganz harmlos aussieht, ist nur der erste Schritt zu einer Vermessung von Menschen, einer Anthropometrie. Der Artikel zeigt sehr anschaulich, wie auch über Standards kontrolliert und überwacht wird, wie Kategorien erzeugt werden, die, wie in diesem Fall rein kommerziell beginnen, aber als spin-offs davon auch ganz andere Verwendungen finden können. Was normal und abweichend ist, kann so auch festgelegt werden – die Zwecke werden halt nicht mit definiert. Auch ohne auf die Überwachung von Menschen ausgerichtet zu sein, lassen sich jede Menge Anwendungen ausdenken, die aus solchen Vermessungen hervorgehen können. Zum Nachdenken regt es auf jeden Fall an.
In der neuesten Le Monde Diplomatique gibt es den Artikel “Smart Power. Das Handy als politisches Instrument von Laurence Allard, in dem der Autor darlegt, welche Möglichkeiten des Countermapping durch Mobiltelefone, SMS Services und entsprechende Software – u.a. beim Erdbeben in Haiti 2009, wo eine in Kenia entwickelte Software half die Hilfe zu organisieren (Infos dazu bei tadias.com und Wikipedia). Der Artikel deutet aber auch an, wohin die durch amerikanische Philantropen geförderten Programme führen können – u.a. zur Überwachung der Menschen durch ihre Mobiltelefone. Noch nur zu wirtschaftlichen Zwecken, wann aber kriegen die Staaten das auch spitz. Die Ideen zum Countermapping sind auf jeden Fall inspirierend und sehr spannend zu lesen.
Auf jeden Fall lesenswert – noch am Kiosk, nächsten Monat auch online.
Die Eröffnung der Ausstellung von Raul Gschrey, der sich immer wieder mit Überwachung beschäftigt ist heute Abend (4.5.2012) von 19. -22.00 Uhr.
Ein Überwachungsmonitor zeigt Blicke in menschenleere Straßen – die Überwachungskamera zieht mechanisch ihre Kreise. Doch wohin blickt das künstliche Auge und wo sind die Akteure, die die zweite Natur mit leben füllen?
Adresse: ATELIERFRANKFURT
Pförtnerloge II
Hohenstaufen 13-25
Auf der Homepage der AG Kriminologie gibt es eine Online-Petition zum Erhalt der Kriminologie in Hamburg. Dort werden auch die Hintergründe dazu erklärt.
Die internationale Tagung findet vom 21. – 23. Juni 2012 in Tübingen statt und wird vom Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) ausgerichtet.
Ich will euch diesen Text nicht vorenthalten. Entstanden aus Anlass von Thomas Hengartners 50. und unserer “Sonderausgabe” der Zeitschrift Vokus. Viel Spaß.
Die Kundenkarte – ein Selbstgespräch, aufgezeichnet von Nils Zurawski.
Ich werde nur benutzt, seit Jahren schon. Schön sehe ich aus und einkaufen kann ich. Was mehr kann ich von meiner Existenz erwarten. Dabei wird übersehen, dass ich auch etwas kann, ein Partner der Menschen bin – nicht nur Werkzeug, Artefakt oder technisches Ding. Was mich zu der Frage bringt, Weiterlesen »