Kritik: Die Überwacher

Edition16-=berwachung-CoverNachdem Dietmar Kammerer bereits hier im Blog auf die neueste Ausgabe der Edition Le Monde diplomatique – Die Überwacher. Prism, Google, Whistleblower – hingewiesen hat, möchte ich hier eine kurze Rezension des Heftes vornehmen.

Das Heft ist in Teilen die deutsche Ausgabe der französischen Ausgabe, die unter dem Reihentitel Manier die Voir zweimonatlich erscheint. “Souriez, vous êtes surveillés erschien im Februar/März 2014. Der Titel setzt einen anderen Schwerpunkt und auch sind in beiden Ausgaben durchaus unterschiedliche Artikel zu finden. In der aktuellen deutschen Ausgabe sind dieses vor allem Texte von deutschen Autoren, was sehr erfreulich ist und so den Fokus noch einmal anders setzt.

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Beamten überwachen

Darüber würde sich auch so mancher Stammtisch in Deutschland mit Begeisterung freuen. Die Frage ist, ob man Deutschland und Indien vergleichen kann und ob – trotz aller Schadenfreude und des vorhandenen Misstrauens – hierzulande nicht einige Rechte missachtet werden (wie das in Indien ist, kann ich nicht sagen). Für eine Notiz aus der bunten Welt der Überwachung ist das allemal eine nette Geschichte

Beamte in Indien: Überwachung gegen Faulheit, (Spiegel Online 20.10.2014)

Themenheft: Die Überwacher

Die aktuelle Edition der Zeitschrift Le Monde diplomatique ist ein Themenheft zum Schwerpunkt Überwachung: Die Überwacher. Prism, Google, Whistleblower.

Mit Beiträgen von: Constanze Kurz, Felix Stalder, Heribert Prantl, David Price, Dan Schiller, Evgeny Morozov u.a.

Überwachung und Simulation

Jetzt einmal zu einem anderen Aspekt von Überwachung – Überwachung im Sinne von Übersicht schaffen. Das Max-Planck-Institut für Informatik hat eine Simulation zur Verbreitung von Ebola bzw. für Epidemien insgesamt erstellt.

Ein Interview mit dem Bioinformatiker  vom MPI kann man beim DeutschlandFunk (Luftexpress für Waren, Witze, Viren, Thomas Lengauer im Gespräch mit Arndt Reuning) finden – dort werden auch die Grenzen solcher Simulationen erklärt und die Hintergründe.

Wenn Kartierungen Teil von Überwachung sind, dann ist das hier ein sehr interessantes Beispiel. Im weitesten Sinne handelt es sich hier um eine Form des cognitive mapping zur Selbst und Fremdverortung in der Welt. Ein Blick lohnt sich!

Spitzel und Spione

In der Reihe die Story lief am 13.10.2014 ein Dokumentation über den Verfassungsschutz. Das Besondere daran: Mitarbeiter des Verfassungsschutzes äußerten sich offen oder verkleidet zu ihrer Arbeit und dem Dienst selbst. Ob hier eine neue Offenheit zu bestaunen ist oder nur eine verbesserte Pressearbeit ist auch nach dem Film offen.

Wenn man aber aufmerksam zuhört und das Gesagte als Material hört, dann bieten sich viele Ansatzpunkte der Kritik, der Analyse von Geheimdiensten und ihrer Mitarbeiter, die manchmal so tun als hätten sie Jobs wie andere Menschen auch. Was das grundsätzliche Problem von Geheimdiensten im Allgemeinen und des Verfassungsschutzes im Besonderen ist, wird nur zwischen den Zeilen deutlich, leider. Meine letzte Begegnung mit einem Beamten der Behörde war eher ernüchternd, was die Geisteshaltung und das Selbstverständnis angeht – auch da war es vor allem geschickte Pressearbeit. Aber vielleicht war der Film ja ein Anfang für weitere offene Kritik, die einen nicht gleich ins Visier der Schützer bringt muss…

Spitzel und Spione:
Ein Film von Egmont R. Koch und Holger Schmidt

WAKE UP : LOG ON

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WAKE UP : LOG ON – von Sebastian Jansen

Ein netter kleiner Film (den ich leider nicht einbinden kann), mit ein paar Soundschnipseln von der SSN Konferenz in Barcelona im April 2014 – sowie ein Essay.

 

Ergänzung: Datenschutz in Europa

Zum Eintrag zur Klage gegen geheime Überwachung, hier noch eine Ergänzung:

Data Breaches in Europe: Reported Breaches of Compromised Personal Records in Europe, 2005-2014

Center for Media, Data & Society

Rezension: Surveillance, Capital and Resistance

Rezension: zusammen mit Criminologia-LogoKopie

Michael McCahill & Rachel L. Finn (2014): Surveillance, Capital and Resistance. Theorizing the surveillance subject. London/New York: Routledge.

von Sylvia Kühne, Hamburg.

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Kongresse im Oktober: Netzpolitik und Überwachung

17.10 – Berlin: Das ist Netzpolitik!
netzpolitik.org wird zehn Jahre alt. Das soll mit einer Konferenz und einer Party gefeiert werden! Mit von der Partie sind viele Protagonisten und Weggefährten mit welchen über die Entwicklung von Netzpolitik in Deutschland und international diskutiert werden soll.

10. – 12.10 – Stuttgart: PrismCamp²
Die 2. Un/Konferenz zum Spionagekrieg “unter Freunden” und zur anlasslosen Überwachung der Zivilbevölkerung. Diskussionen, Vorträge, Workshops – damit sich was bewegt…

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Klage gegen geheime Überwachung

In Ungarn ist ohnehin eine Menge los, was die Meinungsfreiheit, die Medienkontrolle und die Überwachung von Opposition angeht. Nun haben zwei Rechtsanwälte das Land verklagt. Hier kann man den Fortgang verfolgen.

Szabo and Vissy v. Hungary – No Secret Surveillance Without Judicial Warrant

Two lawyers, Hungarian citizens have turned to the European Court of Human Rights in Strasbourg to challenge a Hungarian regulation that empowers the Counter-Terrorism Centre to spy on anyone without a court order by citing national security interests.

Werbung als Überwachung

Überwachung als Konsum – darüber habe ich hier und an anderen Stellen bereits geschrieben. Sascha Lobo hat in seiner aktuellen Kolumne dazu ein paar nette Einlassungen gemacht, ausgehend von Bruce Schneier, der feststellte, dass Überwachung das Business Modell des Internet ist.

Die Argumente sind alle mehr oder weniger bekannt, oft eher technisch, und dass Werbung Teil der kapitalistischen Einlullungsmaschine sind ist auch schon gesagt worden – persönliche Daten im Tausch für Annehmlichkeiten, Service usw. Doch so kommen die Argumente auch zu einem großen Publikum, und das ist dann doch erfreulich.

Die schließende These von Lobo – “Wenn Überwachung als Geschäftsmodell des Internet akzeptiert wird, fällt die Ablehnung der Überwachung als Machtmodell viel schwerer” – ist es wert weiter diskutiert zu werden. Es steckt dahinter auch ein wenig die Enttäuschung, dass wir uns nicht mehr wehren. Die Frage ist aber, ob das so stimmt oder der Umgang mit Überwachung je nach Kontext doch differenzierter ist. Und letztlich hat Macht immer etwas mit Überwachung bzw. Kontrolle zu tun, uumgekehrt mag aber das Verhältnis komplizierter sein.

Urbane Erkundungen in der Safe City

DIGITAL CAMERAVon Freitag 3.10. (bis 12.10.) an findet in Wien die ur5banize! statt – ein internationales Festival für urbane Erkundungen.

Thema 2014: Safe City. Vorträge, Performances und vieles mehr. Ein Blick auf die Webseite lohnt sich, für die Wiener bestimmt auch die Vorträge vor Ort.

Organisiert wird das Festival von der Zeitschrift dérive – Zeitschrift für Stadtforschung.