Geheimdienste und die Forschung

Ein Artikel in der FAS (leider nicht online gefunden, 1.7.2018) hat mich darauf aufmerksam gemacht und ich wollte es hier nicht unerwähnt lassen. Die CIA betreibt ein eigenes Forschungsjournal – Studies in Intelligence.

The mission of Studies in Intelligence is to stimulate within the Intelligence Community the constructive discussion of important issues of the day, to expand knowledge of lessons learned from past experiences, to increase understanding of the history of the profession, and to provide readers with considered reviews of public literature concerning intelligence.

Nun denn, ungewöhnlich, vielleicht sogar ein wenig schräg, aber ein Blick lohnt sich bestimmt. Ob dieses Journal auch Vorbild für die American Literary Historical Society aus Three Days of the Condor war ist unklar, es läge aber nahe.

Lauschangriff aus der Tiefe

Der Beitrag ist zwar schon etwas älter (Novermber 2017), aber weil ich gerade in Hamburg eine großartige Arbeit von Trevor Paglen (webseite) gesehen habe (Kunsthalle, Control / No Control), will ich hier diesen Tipp auch posten.

Es geht um einen Betrag in der Zeitschrift Mare mit dem Titel Lauschangriff aus der Tiefe, in der es um die Seekabel des Internets geht.

Seekabel bilden die Nervenstränge unserer digitalen Gesellschaft. Ohne sie gäbe es die markantesten Formen des Kapitalismus nicht. 2012 berechnete die Asiatisch-Pazifische Wirtschaftsgemeinschaft, dass der Datenverkehr durch die Seekabel einem Transaktionswert von zehn Trillionen US-Dollar entspricht – und zwar täglich.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 23. September. Lohnenswert!!

Ringvorlesung: Polizei

Dieses ist eine Vorankündigung für eine Ringvorlesung, die ich für das Wintersemester 2018-19 an der Uni Hamburg organisiert habe.

Polizei: Wissenschaftliche Perspektiven auf eine Institution.

An 7 Terminen jeweils montags, 18 – 20 Uhr, Raum 221, Westflügel, Edmund-Siemers-Allee 1.

Artikel: Überwachung von Athleten

Marcel Scharf, Nils Zurawski, Tom Ruthenberg:

Negotiating privacy. Athletes’ assessment and knowledge of the ADAMS, in Performance Enhancement & Health, online published 31.7.2018.

(Bei Interesse gern bei mir melden, 
solltet ihr keinen Zugang zum Journal haben)

Rezension: Rethinking Surveillance and Control

Rezension: zusammen mit Criminologia-LogoKopie

Elisa Orrù/Maria Grazia Porcedda/Sebastian Weydner-Volkmann (eds.): Rethinking Surveillance and Control. Beyond the “Security versus Privacy” Debate.  (Sicherheit und Gesellschaft, volume 12), Baden-Baden: Nomos 2017.

von Jonas Vollmer, Berlin

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Buch des Lebens – Google und der Wissensdurst

Beängstigende Zukunftsvision, radikaler Denkanstoß? Die Meinungen über das Video “The Selfish Ledger” von Google gehen auseinander.

Sicher ist, dass die Idee verstört, ein Protokoll des ganzen Lebens in all seinen Verästelungen würde dort erstellt und vorgehalten. Für wen? Unklar. Auch warum das gut sein soll ist nicht offensichtlich. Für das “gute Leben”, das dann von den Maschinen gelesen, gesteuert und bewertet wird? Die SZ und FAZ haben dem Video längere Texte gewidmet:

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Forensik als Gegenüberwachung

Forensik auf diese Art und Weise gesehen, ist auch ein Teil von Gegenüberwachung. Zumal es sich hierbei um den NSU-Komplex handelt, der durch die Geheimdienste, die klandestinen Machenschaften hinter den Morden und den vielen Absurditäten in der Verhandlung, insbesondere bei der Beweissicherung (und iher Vernichtung) abgespielt haben.

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Whistleblower gegen Big Data-Missbrauch

Die ZEIT hat eine Kampagne gegen den Missbrauch von Big Data gestartet. Unter dem Titel “Wir wollen von Ihnen hören” kann man sich melden, wenn man in der Tech-Industrie arbeitet und Informationen über Missbrauch oder andere nicht korrekte Dinge, Geschäftsmodelle usw. hat.

Besitzen Sie Informationen, wonach ein Technologieunternehmen etwas Falsches tut oder mit seinen Daten nicht korrekt umgeht? Sind Sie nach nach bestem Wissen und Gewissen davon überzeugt, dass die Öffentlichkeit Schaden nimmt, dass sie ausgenutzt oder hinters Licht geführt wird?

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Ausschreibungen für Surveillance Studies Preise 2019

Ab sofort stehen die Ausschreibungen für die Surveillance Studies Preise 2019 online.

Dieses Jahr gibt es wieder den jährlichen Preis für Journalist*innen

sowie den alle zwei Jahre verliehenen Publikationpreis für Nachwuchswissenschaftler*innen.

Einsendeschluss ist jeweils der 15. September 2018.

Rezension: Das Gefängnis auf dem Prüfstand

Rezension: zusammen mit Criminologia-LogoKopie

Bernd Maelicke & Stefan Suhling: Das Gefängnis auf dem Prüfstand. Zustand und Zukunft des Strafvollzugs. Springer 2018.

von Johannes Feest, Bremen

Rezension von Gary T. Marx’ Windows into the Soul

Im Kriminologischen Journal 2/2018 ist meine Rezension von Gary Marx letztem Buch “Windows into the Soul” erschienen (nach einiger Verzögerung, dafür in einem schönen Themenheft zum Thema Prediction/Vorhersage)

Gary selbst hat die Rezension schon vor längerer Zeit selbst übersetzt und beide Versionen auf seiner Webseite veröffentlicht.

Chinas Social-Score

Über den Versuch seine eigene Bevölkerung nicht nur zu überwachen, sondern auch zu kontrollieren, zu erziehen und besser zu steuern, wurde im Zusammenhang mit Chinas Idee eines Social Score viel berichtet, z.B. hier Social Scoring in China. Im Reich der überwachten Schritte, taz.de 10.2.2018.

Weitere Artikel dazu:

Es gibt aber auch Kritik an der Berichterstattung und Kritik an der Art der gemachten Kritik an dem Score – einer Idee, die für uns so fremd wirkt, aber oft doch viel näher ist, als wir denken mögen.

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