Kategorie: Forschung/Theorie

Warum Geheimdienste versagen…

Die Erforschung und theoreitsche Betrachtung von Geheimdiensten und anverwandten Themen gehört leider nicht zum Kernbereich der Überwachungsforschung, sollte sie aber. Das Versagen des Verfassungsschutzes, wirft schon die Frage auf, wie das passieren konnte, wenn gleichzeitig seit nunmehr 11 Jahren darauf gedrängt wird, Überwachung und technische Kontrolle für jeden Furz einzuführen, ein mordendes Trio aber mehr als zehn Jahre unterm Radar fliegen kann und mordend eine sichtbare, aber offenbar nicht gewollte Spur schlagen kann. Jede Einschränkung unserer Bürgerrechte wurde dadurch und die immer neuen Enthüllungen von der Imkompetenz und der Frechheit der Dienste zur Farce.

Wie kann es dazu kommen? Am vergangenem Donnerstag habe ich in Edinburgh auf der Annual Conference der Royal Geographic Society einen interessanten Vortrag von Denis Fischbacher-Smith, Universtiy of Glasgow, gehört. Erstaunlicherweise kommt er von der Business School – aber vielleicht liegt ja in der Organisation solcher Dienste der Schlüssel zum Versagen. Einen der Titel, die er zitierte war
‘‘CNN with Secrets:’’ 9/11, the CIA, and the Organizational Roots of Failure“ von Amy B. Zegart (International Journal of Intelligence and CounterIntelligence, 20: 18–49, 2007). Die komplette Literaturliste bekomme ich, wenn der Artikel von ihm veröffentlicht ist – vielleicht ja auch den Artikel. Dann gibt es mehr. Hier jetzt nur der Hinweis auf eine interessante Betrachtungsweise.

Auch Polizei stellt Videos bei Youtube ein

Viel Hoffnung haben Protestierende in die Möglichkeiten der Gegenüberwachung gesetzt, um bspw. Polizeigewalt aufzudecken. Spektakuläre Fälle, wie der von Rodney King in Los Angeles oder der Vorfall auf der Freiheit-Statt-Angst-Demonstration in Berlin 2009 nährten die Erwartungen in die „accountability 2.0“ (Eijkmann 2011). Dieser Logik folgt immer öfter auch die Polizei. Verschiedene Polizeibehörden in den USA, so ein ausführlicher AP-Bericht, stellen vermehrt Videos auf Youtube ein, um ihre Seite der Geschichte zu erzählen.  Es geht ihnen dabei oft um das Vorfeld der von Protestierenden gezeigten Polizeiübergriffe oder auch darum im Fall von offensichtlichem Fehlverhalten zu beteuern, dass dieses auch zur Entlassung des polizeilichen Gewalttäters geführt hat. Der Artikel stelt keinerlei kritische Fragen darüber, was es bedeutet, wenn nun noch mehr Instanzen Bilder von Demonstrationsteilnehmer/innen veröffentlichen.

Special issue on – Policing the Crisis

Interessante neue Journal-Ausgabe von Kendra Briken und Volker Eick zum Thema Policing in der Krise.

„Urban Security Work Spaces: Policing the Crisis – Policing in Crisis“ is out with Social Justice.

You can order the Special Issue either
via: SocialJust@aol.com or via: policing.crisis@gmail.com.

Neue Studien zu Gesundheit sowie Videoüberwachung

Vom Kollegen Peter Ullrich sind unter dem Titel „Gesundheitsdiskurse und Sozialkritik – Videoüberwachung von Demonstrationen“ zwei Studien zur gegenwärtigen Regierung von sozialen Bewegungen und Protest beim Deutschen Jugendinstitut erschienen.

Dort gibt es sie frei erzältlich als Download.

Das Kartenspiel zu Datenschutz & privacy

Kartenspielen und etwas lernen dabei – David Barnard-Wills hat in einem Forschungsprojekt dazu ein Spiel entworfen, um über Privatsphäre, Datenschutz und verwandte Themen nachzudenken. Als pdf ist das Spiel runter zu laden – auschneiden oder drucken müsst ihr es selbst.

Mehr Literatur zu Videoüberwachung

Teil 2 der Sonderausgabe der Information Polity ist gerade erschienen. Darin sechs Artikel zum Thema Videoüberwachung, u.a. mein Aufsatzu zur Videoüberwachung am Hansaplatz in Hamburg mit dem Titel: From crime prevention to urban development. Den Artikel gibt es hier demächst zum Runterladen.

Information Polity
Volume 17, Number 1 / 2012
Issue Title Revisiting the Surveillance Camera Revolution: Issues of Governance and Public Policy

Who is who der Surveillance Industrie

Privacy International hat eine Liste oder eine ganze Webseite mit interaktiver Karte zur Überwachungsindustrie veröffentlicht.  Ob es mehr als nur ein statistisches Gimmick ist, müsste ich erst noch rausfinden. Aber ich denke es ist durchaus hilfreich und informativ und auf den ersten Blick eine sehr gute Sammlung.

–>> SURVEILLANCE WHO’S WHO

Konsum der Überwachung?

Vielleicht habt ihr Spaß und Interesse an den Ideen, die ich in diesem Vortrag zum ersten Mal ein wenig ausgeführt habe und über die ich gerade und auch weiterhin nachdenken werde.

im Rahmen der Ringvorlesung Konsum, Shopping, Alltag, Kontrolle, ist das hier der Abschlussvortrag zu „Konsum als Überwachung? Konsum der Überwachung?“