Autor: Dietmar Kammerer

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Insitut für Medienwissenschaft der Philipps-Universität Marburg. Veröffentlichungen: "Bilder der Überwachung", Frankfurt am Main: Suhrkamp 2008.

Lesetipp: Culture Unbound – Surveillance

Vol. 2/2010 des Online-Magazins Culture Unbound: Journal of Current Cultural Research widmet sich dem Schwerpunkt Surveillance, u.a. mit Aufsätzen von Mark Andrejevic: Reading the Surface: Body Language and Surveillance; Kelly Gates, The Tampa “Smart CCTV” Experiment und Henry Krisp The Politics of the Gaze Foucault, Lacan and Žižek.

London calling

Auf tagesschau.de gibt es im Video-Blog „London Calling“ den Beitrag „Great Britain is watching you“:

Kein Land hat mit dem Überwachungsstaat so ernst gemacht wie Großbritannien: Auf je 13 Einwohner kommt hier eine Kamera. Mehr Sicherheit bedeutet dies jedoch nicht. Denn es fehlt an Personal, um all die Bildschirme im Blick zu behalten. Die Konsequenz: noch mehr Kameras.

Leser/innen dieses Blogs werden darin nicht viel Neues erfahren. Interessant vor allem die Montage von Überwachungsaufnahmen eines Ladens, der ständig ausgeraubt wird und die Kommentare der Ladenbesitzer zur Nutzlosigkeit der Bilder.

Via netzpolitik.org.

Biometrische Theaterinstallation

ID – Eine biometrische Theaterinstallation

Bewußt und unbewußt hinterlassen wir permanent Datenspuren und werden von elektronischen Systemen identifiziert. Die technischen Geräte werden dabei immer raffinierter. Gesichtserkennungssoftware, Fingerabdruck, Iris- und Nacktscanner erfassen die Merkmale, und Daten, die dem Prüfsystem beglaubigen sollen, daß wir nun wirklich die sind, die wir sind und darstellen. Lukas Bangerter versucht mit dem neuen PLASMA Projekt 13 formal die Überlagerung von Installation/Environment mit der klassischen Frontal-Bühne.

Premiere: 04.03.2010, Theaterhaus Zürich

Neuerscheinung: Deep Search

Konrad Becker und Felix Stalder [Hg.]: Deep Search. Politik des Suchens jenseits von Google. Studienverlag & Transaction Publishers, 2009.

Information ist nutzlos, wenn sie nicht gefunden wird. Es ist kein Zufall, dass eine Suchmaschine wie Google zu einem der bedeutendsten Unternehmen des neuen Jahrhunderts werden konnte. Diese Maschinen bieten aber nicht nur praktische Hilfe in der Informationsflut. Im scheinbar neutralen Code dieser kognitiven Technologien steckt immer auch eine folgenreiche politische Philosophie

Der  Link zum Buch und zur Konferenz.

Buchvorstellung am Freitag, 5. Februar in Berlin @ b_books, Luebbener Straße 14, 10997 Berlin, um 21 Uhr.

Blaulichtatlas

Welche Straftaten geschehen in meiner Nachbarschaft? Hauptstädter können’s jetzt daueraktualisiert herausfinden: Der Blaulichtatlas verbindet die Polizeiticker von Berlin & Brandenburg mit einer Google Maps-Anwendung, die die Vorfälle in den Kategorien Feuer/Kriminalität/Sonstiges/Unfall anbietet. Wer seine Adresse oder seinen Standort angibt, bekommt gezielt Ergebnisse aus seiner Umgebung, von „Durch Qualm geweckt – Feuer in Wohnhaus“ bis zu „Räuber kam zum Geschäftsbeginn“, jeweils verlinkt auf die Polizeimeldung.

Spazierengehen oder Autofahren

Gute Nachrichten für Blechkistenbesitzer, schlechte für Fußgänger: Beim Spaziergang durchs heimische Viertel wird man dauerüberwacht, auf den Autobahnen ist’s illegal. Seltsam, wie Leute sich darüber aufregen können, dass die Polizei Verkehrsverstöße nachweisen will, während sie nix dagegen zu haben scheinen, wenn ihr Besuch beim Apotheker oder Arzt oder ihr Kiezbummel von Kameras aufgezeichnet wird.

Filmreihe: Kino der Geheimdienste

Vom 24.11. bis 17.12. läuft im Zeughauskino, Berlin, die Filmreihe „Kino der Geheimdienste“, kuratiert von Karin Fritzsche, Barbara Wurm und mir.

Gezeigt werden vor allem Filme aus dem Archiv der BStU, d.h. Stasi-Lehrfilme, Oberservationsmaterial, Propaganda, interne Feierstunden, u.a. Alles von lächerlich über absurd bis grausig. Außerdem werden an zwei Abenden geheimdienstliche Filme aus Ungarn und der (Tschecho-)Slowakei zu sehen sein. Viele der Filme waren nie zuvor auf einer Kinoleinwand zu sehen, manche werden überhaupt zum ersten Mal öffentlich vorgeführt.

Vergesst „Das Leben der Anderen“. Wer wissen will, wie die Stasi wirklich getickt hat, muss diese Filme gesehen haben. Ein kommentiertes Filmprogramm findet ihr hier. Vor jedem Programm gibt es eine kurze Einführung. Der Eintritt ist frei.