Kategorie: Polizei/Militär/Geheimdienst

Statement kanadischer Privacy-Experten

Es ist zwar weit weg, aber warum sollte es nicht interessant sein, was die anderen machen.

Canada’s leading privacy experts unite behind Ottawa Statement, offer high-level proposals to rein in mass surveillance

Over 35 leading academics and 19 organizations sign on in support of the Ottawa Statement on Mass Surveillance, which sets out what needs to be done to protect Canadians from out-of-control mass surveillance

Mehr Schulterkameras für hessische Polizei

Bereits seit einem Jahr erprobt die Polizei in Frankfurt/Main den Einsatz von Mini-Kameras, die an der Uniform befestigt sind. Mit ihrer Hilfe sollen Polizisten auf Streife insbesondere vor Übergriffen geschützt werden und ggf. Beweismaterial aufzeichnen können. Nun wird der Pilotversuch auf weitere Städte (Offenbach und Wiesbaden) ausgeweitet.

Berichterstattung auf hr-online, Süddeutsche Zeitung.

Feature zu Staatstrojanern

Das ARD-Radiofeature widmet sich einem wie ich finde etwas in den Hintergrund geratenem Thema, dem Staat und seinen Trojaner.

Deutsche Politiker und Behörden sind keineswegs nur Opfer digitaler Ausspähung, sondern lassen selbst massenweise private Computer durchsuchen: vom Screenshot bis zum Telefonat. In vertraulichen und geheimen Dokumenten bezeichnet der Generalbundesanwalt das Einschleusen von „Trojanern“ als „rechtlich unzulässig“.

Sendetermine und ein Download sind auf der Webseite zu finden.

Die Kriminalität der Zukunft

Die zu kennen ist zu ihrer Verhinderung bestimmt wichtig. Wie aber schon häufiger berichtet haben Predictive Policing und andere Strategien so ihre Tücken.

Nun berichtet Marc Goodman, ein ehemaliger Polizist, bei einem TED talk, wieso die technologische Entwicklung eine Gefahr darstellt, denn auch die Bösen können sie nutzen. Mehr oder weniger unreflektiert breitet er hier ein Szenario aus, deren Argumentation mitreißend, aber letztlich lückenhaft bleibt. So hätten die Narcos in Mexiko eigene Handy-Netze – Verbrecher mit Technologie und das droht uns bald überall. Sieht man sich das spezielle Problem in Mexiko näher an, so sieht man, dass es sich hier um einen Staat im Staat handelt – und der alte Staat wohl auch bis zum Hals mit dem anderen in Personen verquickt ist, aber das ist alles nicht so wichtig hier.

Insgesamt trifft auch für diesen TED talk die Kritik zu, die ein Kolumnist des New Statesman bereits 2012 so schön formuliert hat:

In the cult of TED, everything is awesome and inspirational, and ideas aren’t supposed to be challenged, says Martin Robbins.

Die Werte der NSA – in ihren eigenen Worten!

The mission of the National Security Agency (NSA) and its military component, the Central Security Service (CSS), is focused on saving lives, defending vital networks, and exploiting the foreign communications of adversaries. On behalf of the dedicated employees of America’s cryptologic organization, I appreciate your taking the time to learn about this unique national asset.

Eher amüsant und vielsagend denn tiefschürfend! NSA core values/ clear vision

Gesichtserkennung vs. Pornographie

Der NSA/GCHQ-Skandal wird täglich interessanter. Der schönste Aspekt der jüngsten Enthüllung des Guardian (wonach der britische Geheimdienst offenbar weitgehend ungefiltert die Webcams von Yahoo-Kunden mitgeschnitten hat) ist, dass offenbar ein relevanter Anteil an Material darunter war (nach einer statistischen Schätzung des GCHQ: 7.1%), dass von den Spionen als „undesirable nudity“ eingestuft wurde. Um seine empfindsamen Angestellten vor dem Material zu schützen(!) und das System „safer to use“ zu machen, wurde offenbar eine Software zur automatisierten Gesichtserkennung eingesetzt. Da Gesichter bekanntermaßen nicht das Hauptmotiv von pornographischem Material darstellen, ist das wohl eine kluge Lösung. Allerdings arbeitete die Software wohl nicht perfekt, wie im Dokument eingestanden wird:

„there is no perfect ability to censor material which may be offensive. Users who may feel uncomfortable about such material are advised not to open them“.

Daraus lässt sich ein schöne Frage basteln: Wenn wir alle nackt herumrennen und Obszönitäten ins Telefon schreien, wären wir dann sicher vor Überwachung?

UN startet eigene Spionage-Drohnen

Die UN setzt im Luftraum des Kongo Spionage-Drohnen ein um dort Gebiete die schwierig zu kontrollieren sind, sowie Bevölkerungswanderungen und die Bewegungen von bewaffneten Truppen zu überwachen.

Bisher hatte die UN Groß Britannien und die USA für ihre Drohnenaktivitäten kritisiert – wenn auch meistens für ihre Luftschläge.

“The most prolific user of targeted killings today is the United States, which primarily uses drones for attacks,” wrote Philip Alston, special investigator to the UN Human Rights Council, in 2009. “Some 40 states already possess drone technology, and some already have, or are seeking, the capacity to fire missiles from them.”

Mehr bei Wired: http://www.wired.com/dangerroom/2013/12/un-drones/