Kategorie: Polizei/Militär/Geheimdienst

Der BND zieht um

So sieht also der Geheimdienst von innen aus – die Banalität ist das eigentlich irritierende und sollte den Betrachter nicht täuschen, worum es hier im Kern immer noch geht.

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Foto: Martin Schlüter.

Die Bilder sind nicht ganz neu, aber ich war im Urlaub und daher ging das an mir vorbei. Nun hat tagesschau.de (recht spät) nachgelegt und die Bilder noch einmal veröffentlicht – zur Ausstellung in München. Ich habe ein paar Quellen gefunden, wo verschiedene Bilder dieser Arbeit des Fotografen Martin Schlüter zu sehen sind und eine Rezension von netzpolitik.org.

Ausstellung in München: Spotlights auf den BND (tagesschau.de)

Nachts schlafen die Spione (DW)

Nachts schlafen die Spione (Zeit online)

Rezension: Nachts schlafen die Spione – Letzte Ansichten des BND in Pullach (netzpolitik.org)

Webseite von Martin Schlüter

Blogparade zu Geheimdienstschnüffelei

Die Humanistische Union veranstaltet eine Blogparade mit der Überschrift „Deine Daten bei Geheimdiensten. 1. Teil: Verfassungsschutz

Welche Daten gibst du freiwillig und unfreiwillig an Geheimdienste? Und was machen die damit? Diesen Fragen wollen wir aus unterschiedlichen Perspektiven und mit dem Fokus auf verschiedene Geheimdienste in der Blogparade nachgehen.

Lesen lohnt sich bestimmt.

Pre-Policing: Vor dem Verbrechen sein

Das Feature: Präventive Polizeiarbeit – Der Traum von der heilen Welt (Teil I), welches am 5. Juni bei DeutschlandRadio Kultur lief ist durchaus hörenswert. Der Autorin Lydia Heller hat hier eine gute Zusammenfassung und Analyse eines aktuellen Themas gelungen, mit guten Beispielen und Kommentaren aus der Wissenschaft. Schön, dass das Feature mit folgendem Zitat beginnt:

„Wir haben das System der Bestrafungen und Gefängnisse erfolgreich abgeschafft. Wie wir alle wissen, haben Strafen einen Täter niemals wirklich abgeschreckt. Und für die, die getötet worden sind, waren sie wohl kaum ein Trost.“ — Philip K. Dick, The Minority Report. Kurzgeschichte, 1998

Statement kanadischer Privacy-Experten

Es ist zwar weit weg, aber warum sollte es nicht interessant sein, was die anderen machen.

Canada’s leading privacy experts unite behind Ottawa Statement, offer high-level proposals to rein in mass surveillance

Over 35 leading academics and 19 organizations sign on in support of the Ottawa Statement on Mass Surveillance, which sets out what needs to be done to protect Canadians from out-of-control mass surveillance

Mehr Schulterkameras für hessische Polizei

Bereits seit einem Jahr erprobt die Polizei in Frankfurt/Main den Einsatz von Mini-Kameras, die an der Uniform befestigt sind. Mit ihrer Hilfe sollen Polizisten auf Streife insbesondere vor Übergriffen geschützt werden und ggf. Beweismaterial aufzeichnen können. Nun wird der Pilotversuch auf weitere Städte (Offenbach und Wiesbaden) ausgeweitet.

Berichterstattung auf hr-online, Süddeutsche Zeitung.

Feature zu Staatstrojanern

Das ARD-Radiofeature widmet sich einem wie ich finde etwas in den Hintergrund geratenem Thema, dem Staat und seinen Trojaner.

Deutsche Politiker und Behörden sind keineswegs nur Opfer digitaler Ausspähung, sondern lassen selbst massenweise private Computer durchsuchen: vom Screenshot bis zum Telefonat. In vertraulichen und geheimen Dokumenten bezeichnet der Generalbundesanwalt das Einschleusen von „Trojanern“ als „rechtlich unzulässig“.

Sendetermine und ein Download sind auf der Webseite zu finden.

Die Kriminalität der Zukunft

Die zu kennen ist zu ihrer Verhinderung bestimmt wichtig. Wie aber schon häufiger berichtet haben Predictive Policing und andere Strategien so ihre Tücken.

Nun berichtet Marc Goodman, ein ehemaliger Polizist, bei einem TED talk, wieso die technologische Entwicklung eine Gefahr darstellt, denn auch die Bösen können sie nutzen. Mehr oder weniger unreflektiert breitet er hier ein Szenario aus, deren Argumentation mitreißend, aber letztlich lückenhaft bleibt. So hätten die Narcos in Mexiko eigene Handy-Netze – Verbrecher mit Technologie und das droht uns bald überall. Sieht man sich das spezielle Problem in Mexiko näher an, so sieht man, dass es sich hier um einen Staat im Staat handelt – und der alte Staat wohl auch bis zum Hals mit dem anderen in Personen verquickt ist, aber das ist alles nicht so wichtig hier.

Insgesamt trifft auch für diesen TED talk die Kritik zu, die ein Kolumnist des New Statesman bereits 2012 so schön formuliert hat:

In the cult of TED, everything is awesome and inspirational, and ideas aren’t supposed to be challenged, says Martin Robbins.

Die Werte der NSA – in ihren eigenen Worten!

The mission of the National Security Agency (NSA) and its military component, the Central Security Service (CSS), is focused on saving lives, defending vital networks, and exploiting the foreign communications of adversaries. On behalf of the dedicated employees of America’s cryptologic organization, I appreciate your taking the time to learn about this unique national asset.

Eher amüsant und vielsagend denn tiefschürfend! NSA core values/ clear vision

Gesichtserkennung vs. Pornographie

Der NSA/GCHQ-Skandal wird täglich interessanter. Der schönste Aspekt der jüngsten Enthüllung des Guardian (wonach der britische Geheimdienst offenbar weitgehend ungefiltert die Webcams von Yahoo-Kunden mitgeschnitten hat) ist, dass offenbar ein relevanter Anteil an Material darunter war (nach einer statistischen Schätzung des GCHQ: 7.1%), dass von den Spionen als „undesirable nudity“ eingestuft wurde. Um seine empfindsamen Angestellten vor dem Material zu schützen(!) und das System „safer to use“ zu machen, wurde offenbar eine Software zur automatisierten Gesichtserkennung eingesetzt. Da Gesichter bekanntermaßen nicht das Hauptmotiv von pornographischem Material darstellen, ist das wohl eine kluge Lösung. Allerdings arbeitete die Software wohl nicht perfekt, wie im Dokument eingestanden wird:

„there is no perfect ability to censor material which may be offensive. Users who may feel uncomfortable about such material are advised not to open them“.

Daraus lässt sich ein schöne Frage basteln: Wenn wir alle nackt herumrennen und Obszönitäten ins Telefon schreien, wären wir dann sicher vor Überwachung?