Category: Karten/mapping

Privatsphäre und Bewegung

In dieser Studie, die bei Nature vorgestellt wurde und die im Internet weit disktutiert (gigaom.com) wird, geht es um die Möglichkeiten Bewegungsdaten nachzuvollziehen. Unique in the Crowd: The privacy bounds of human mobility. Und wie es scheint ist allein aus den Mustern auf bestimmte Peronen zu schließen – also nicht die Daten bestimmter Personen sind interessant, sondern die gespeicherten Daten können zu den Profilen von Personen führen.

We study fifteen months of human mobility data for one and a half million individuals and find that human mobility traces are highly unique. In fact, in a dataset where the location of an individual is specified hourly, and with a spatial resolution equal to that given by the carrier’s antennas, four spatio-temporal points are enough to uniquely identify 95% of the individuals.

Karte zu Hamburger Gefahrengebieten

Dei Kampagne für Grundrechte (Links-Partei) hat ihre Karte zu den Gefahrengebieten in Hamburg aktualisiert. Eine sehr interessante und informative Spielerei, die kaum einen Bereich in der Hamburger Innenstadt unberührt lässt – nicht immer, aber immer mal wieder. Und natürlich die Dauerbrenner St. Pauli, Reeperbahn und Sternschanze.

Handys zum Countermapping und zur Ãœberwachung

In der neuesten Le Monde Diplomatique gibt es den Artikel “Smart Power. Das Handy als politisches Instrument von Laurence Allard, in dem der Autor darlegt, welche Möglichkeiten des Countermapping durch Mobiltelefone, SMS Services und entsprechende Software – u.a. beim Erdbeben in Haiti 2009, wo eine in Kenia entwickelte Software half die Hilfe zu organisieren (Infos dazu bei tadias.com und Wikipedia). Der Artikel deutet aber auch an, wohin die durch amerikanische Philantropen geförderten Programme führen können – u.a. zur Ãœberwachung der Menschen durch ihre Mobiltelefone. Noch nur zu wirtschaftlichen Zwecken, wann aber kriegen die Staaten das auch spitz. Die Ideen zum Countermapping sind auf jeden Fall inspirierend und sehr spannend zu lesen.

Auf jeden Fall lesenswert – noch am Kiosk, nächsten Monat auch online.

Das Zentrum der Spione

Ich liebe Verschwörungen und ihre Theorien – das hier hat das Zeug dazu und ist wohl doch so echt, wie wir alle befürchten.

NSA Utah ‘Data Center’: Biggest-ever domestic spying lab? (Ich kann die Quelle http://rt.com/ nicht bewerten, ist mir neu…)

The biggest-ever data complex, to be completed in Utah in 2013, may take American citizens into a completely new reality where their emails, phone calls, online shopping lists and virtually entire lives will be stored and reviewed.

Videoüberwachung zum Abstimmen

Die Stadtverwaltung von Buenos Aires bittet ihre Bürger, per Facebook oder Twitter über künftige Standorte von Überwachungskameras abzustimmen: Plan integral de seguridad.

Aktuell helfen uns mehr als tausend Kameras dabei, Verbrechen zu verhindern. Gegen Ende des Jahres 2011 werden  zweitausend aufgestellt sein. Stimmen Sie überdiejenigen Standorte ab, die Sie als wichtig für Ihre Sicherheit erachten, mit Hilfe von Twitter oder Facebook.

Der Blick von oben

Der britischen Geographen Martin Dodge und Chris Perkinns haben eine thematische Ausgabe der Zeitschrift Geoforum zum Thema Satellitenbilder und ihre kulturellen und sozialen Konsequenzen herausgegeben. Das zwar bereits 2009, aber dennoch ist es immer noch hoch aktuell, auch und gerade für das Thema Überwachung und Kontrolle.

The ‘view from nowhere’? Spatial politics and cultural significance of high-resolution satellite imagery

Leider sind die Artikel elektronisch nicht frei zugänglich – zumindest nicht in Hamburg – dort gibt es sie in print. Wer Interesse hat, der kann mir auch eine Mail schicken.

Buch: Software und Alltag

Das neue Buch der beiden Geografen Rob Kitchin und Martin Dodge Code/Space Software and Everyday Life hört sich interessant an – immerhin wollen sie an empirischem Material zeigen, dass Software/Code nicht neutral ist, dass es mehr ist als nur Buchstaben und Zahlen, eben eine gesellschaftliche Bedeutung darüber hinaus hat. Ein Ansatz, der viel genutzt, aber bisher eher weniger deutlich ausgeführt wurde. Mehr dazu, wenn ich da mal reingeschaut habe.

After little more than half a century since its initial development, computer code is extensively and intimately woven into the fabric of our everyday lives. From the digital alarm clock that wakes us to the air traffic control system that guides our plane in for a landing, software is shaping our world: it creates new ways of undertaking tasks, speeds up and automates existing practices, transforms social and economic relations, and offers new forms of cultural activity, personal empowerment, and modes of play. In Code/Space, Rob Kitchin and Martin Dodge examine software from a spatial perspective, analyzing the dyadic relationship of software and space. The production of space, they argue, is increasingly dependent on code, and code is written to produce space.

Kriminelle Orte?

Der Guardian berichtet von den neuen interaktiven Crime maps in Großbritannien, die jetzt veröffentlicht wurden (Guardian. Online crime maps for all streets in England and Wales, 1.2.2011)

Detailed maps providing a monthly snapshot of crime and antisocial behaviour on every street across England and Wales are published for the first time today.
Home Office ministers say it is unprecedented for such interactive crime maps to be published for an entire country and that it has been done without compromising the privacy of victims and witnesses, or having a negative effect on house prices.

Die Aussagen des Home Office finde ich gewagt – denn über die Konsequenzen solcher Kartensysteme lässt sich kurz nach der Inbetriebnahme noch gar nichts sagen. Es funktioniert aber schon – ich frage mich allerdings, ob es nur eine Spielereri mit einem Geo-Daten und Kriminalitätsstatistiken ist oder einen tatsächlichen Mehrwert haben soll – denn dann muss es ja Konsequenzen haben. Zu kommentieren gäbe es jede Menge an diesem Projekt, welches mit 300.000 £ auch nicht gerade billig ist. Wie aussgekräftig sind die dahinter stehenden Statistiken – ich denke an die Schwierigkeiten mit der PKS in Deutschland. Auch geht es nicht nur um Crime, sondern um anti-social behaviour. Was ist das? Warum muss das darin sein. Ein typisches britisches Delikt bzw. ein Phänomen, das vor allem dort große Aufmerksamkeit erfährt und dessen Bearbeitung viel mit Erziehung und Bevormundung zu tun zu haben scheint. Die Ideen sind nicht neu und ich denke auch in Deutschland wird bereits an solchen öffentlichen Projekten gearbeitet. Karten sind ein wunderbares Mittel der Arbeit – auch für die Polizei. Nur in der öffentlichen Verwendung sollte reflektierter mit ihnen umgegangen sein, da Karten auch immer eine Welt schaffen, nicht nur darstellen.

Pariser Polizei legt Plan zur Videoüberwachung vor

Die Polizeipräfektur von Paris hat Pläne vorgestellt, wonach die Zahl der Kameras im öffentlichen Raum der Hauptstadt von aktuell 293 polizeilich betriebenen Kameras auf  1302 aufgestockt werden soll. Zudem sollen rund 13.000 weitere öffentliche und private Kameras zur Polizei aufschaltbar werden.

Auf interaktiven Karten kann man die Gegenwart und die geplante Zukunft der Videoüberwachung in Paris betrachten.

via netzpolitik

Überwachung für Filmfreaks

The wilderness downtown ist definitiv etwas für Filmfreaks und für die cinephilen unter uns. Was hat das mit Ãœberwachung zu tun – eine Menge, denn es nutzt auch die Ästhetik des Blickes von oben und von Streetview, sofern für die Gegend, die man eingibt Bilder vorhanden sind. Ansonsten ist es ein gelungener Film aus Splittscreens, Bewegung und den Möglichkeiten eines Browsers.

Viel Spaß!

ps. man wählt aus, welche Stadt gezeigt werden soll – ich habe länger gebraucht um Hamburg tatsächlich zu erkennen ;-)