Kategorie: Veranstaltung

Veranstaltung: Kriminalität und Raum

Am Leipniz-Institut für Länderkunde findet am 14. und 15. September die Tagung „Kriminalität und Raum – das Projekt einer kritischen Kriminalgeographie“ statt – und anderem mit einem Vortrag zum Videoüberwachungsprojekt aus Hamburg. Mal sehen, wie so eine Kriminalgeographie aussieht….

Eine „kritische Kriminalgeographie“ stellt sich und muss sich (insbesondere zwei) andere Fragen stellen: Erstens: Welche Bedeutung hat Raum für die Definition/Konstruktion einer Handlung, Person oder Gruppe als deviant/kriminell? Zweitens: Welche Bedeutung haben Devianz/ Kriminalität für die Konstruktion/Produktion von Raum?

Anti-Überwachungsdemo am 22.09.

Gerade bei Meike gesehen:

Anti-Überachungs-Demo

Berlin, 22.9.2007, 14:00 Uhr

Am 22.9.2007, 14:30 Uhr startet vor dem Brandenburger Tor in Berlin die große Demonstration gegen den Überwachungswahn. “Freiheit statt Angst” lautet der Titel. Der FoeBuD mobilisiert dazu zusammen mit vielen weiteren Organisationen, die sich im “Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung” zusammengeschlossen haben.

Mit der Vorratsspeicherung der Telekommunikation und Online-Durchsuchungen von Computern stehen weiter verschärfte Sicherheits- und Überwachungsbefugnisse auf der unersättlichen politischen Agenda. Dabei bewirkt die zunehmende elektronische Erfassung und Überwachung der gesamten Bevölkerung keinen verbesserten Schutz vor Kriminalität, kostet Millionen von Euro und gefährdet die Privatsphäre Unschuldiger. Wo Angst und Aktionismus regieren, bleiben gezielte und nachhaltige Maßnahmen zur Stärkung der Sicherheit ebenso auf der Strecke wie ein Angehen der wirklichen, alltäglichen Probleme der Menschen (z.B. Arbeitslosigkeit und Armut).

Hinzu kommt: Wer sich ständig überwacht und beobachtet fühlt, kann sich nicht mehr unbefangen und mutig für seine Rechte und eine gerechte Gesellschaft einsetzen. Es entsteht allmählich eine unkritische Konsumgesellschaft von Menschen, die “nichts zu
verbergen” haben und dem Staat gegenüber – zur vermeintlichen Gewährleistung totaler Sicherheit – ihre Freiheitsrechte aufgeben. Eine solche Gesellschaft wollen wir nicht!

Um gegen Sicherheitswahn und die ausufernde Überwachung zu protestieren, gehen wir am Samstag, den 22. September 2007 in Berlin unter dem Motto “Freiheit statt Angst – Stoppt den Überwachungswahn!” auf die Straße. Treffpunkt ist der Pariser Platz (Brandenburger Tor) um 14.30 Uhr. Der Protestmarsch durch die Stadt wird unter anderem über den Alexanderplatz führen, bevor er mit einer großen Abschlusskundgebung vor dem Brandenburger Tor enden wird.

Weitere Infos unter www.FreiheitStattAngst.de

Salon Surveillance #1

Der Ansatz bietet das gewohnte Bild, klärt auf und versammelt die üblichen Beispiele. Grundsätzliches zur Forschung von Überwachung und Kontrolle wird nicht auf den ersten Blick angerissen, aber ich denke es lohnt sich dennoch. Wer also Lust hat, der sollte dahin gehen, es wird bestimmt interessant … einen Bericht davon würde ich gern hier im Blog veröffentlichen.

Die Initiative „Leipziger Kamera“ und das Bildungswerk weiterdenken in
der Heinrich-Böll-Stiftung e.V. laden ein zum „Salon Surveillance #1“:

Titel: Alltag Überwachung

Roman Mischel und Fiete Stegers (freie Journalisten, Dortmund und Hamburg)
Mittwoch, 4. Juli 2007, 19 Uhr
Horns Erben, Arndtstraße 33, 04275 Leipzig

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.

Für ihren Film „Alltag Überwachung“ (2006) haben die beiden Journalisten einen Querschnitt durch aktuelle Tendenzen zur Überwachungsgesellschaft gezogen: Videoüberwachung, RFID, Vorratsdatenspeicherung. Dabei stellen sie vor allem die Fragen: Warum ist bisher großer Widerstand wie seinerzeit gegen die Volkszählung ausgeblieben? Was bedeutet das Recht auf informationelle Selbstbestimmung heute? Dafür sind sie von Hamburg, über Bielefeld, Brüssel, Leipzig und Berlin gereist, um Innenminister, Datenschutzbeauftragte, Politiker im europäischen Parlament, Polizisten und AktivistInnen gegen Überwachung zu interviewen. Im Salon stellen sie Filmausschnitte vor und wollen einen Anstoß zur weiteren Diskussion geben.

Veranstaltung: Gesellschaft unter Beobachtung

Die Grünen in Münster veranstalten in ihrer Diskussionsreihe „Digitale Welt – Chancen und Gefahren“ eine Podiumsdiskussion mit dem Titel: Gesellschaft unter Beobachtung – TollCollect – Anti-Terrordatei, E-Pass“.

Ort: Münster
Zeit: 23. Mai um 19.00 Uhr.

Wer also in Münster oder Umgebung ist und Lust hat, ist herzlich eingeladen. Ob das ganze eine lohnenswerte Veranstaltung wird, hängt wohl auch davon ob, wer noch als Drittes zu dieser Runde hinzukommt – denn nur mit Gleichgesinnten zu diskutieren, macht nur halb so viel Spaß.

Film: Auf Nummer sicher?

Im Kleinen Fernsehspiel im ZDF wird in der nächsten Woche der Film „Auf Nummer sicher“ gezeigt. Sendetermin ist der 14. Mai (nachts auf den 15.) 00:10 im ZDF. Zu dieser Uhrzeit wird der Film leider kein Straßenfeger, aber vielleicht findet der eine oder andere ja den Weg vor den Fernseher angesichts der gerade laufenden Diskussionen.

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Wer nicht solange warten will und in Berlin wohnt oder gerade da ist, kann sich die Premiere auch schon vorher ansehen: Samstag den 12. Mai um 15.00 Uhr im Kino Babylon in Berlin-Mitte statt.

Gewahrsam: Bilder der Ausstellung

Die Ausstellung „Gewahrsam. Räume der Überwachung“ in Frankfurt ist sehenswert. Allein schon deshalb, weil der Ausstellungsort gleichzeitig das Artefakt selbst ist. Hier ein paar Bilder für diejenigen, die nicht nach Frankfurt kommen oder sich den lesenswerten Katalog nicht kaufen wollen…. Nun ist das nicht nur ein altes Haus und Gewahrsam der Polizei in Frankfurt – zuletzt renoviert 1957, sondern nach Auskunft der Ausstellungsmacher auch noch bis vor wenigen Jahren als Abschiebeknast genutzt worden – ein wahrer Un-Ort, wie der Direktor des Deutschen Architekturmuseums in seiner kurzen Rede meinte…

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(Alle Photos: (c) Nils Zurawski)

Spionage-Ausstellung in London und die Kritik

Das Science Museum in London präsentiert eine Ausstellung rund um das Thema Spionage – einen passenderen Ort hätte man kaum finden können! Es ist vor allem eine Ausstellung für Kinder mit vielen Aktionen zum Mitmachen.

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Nun ist London nicht nur die Heimat des besten und elegantesten Geheimagenten der Welt – sondern auch die Stadt, in der die tägliche Spionage am Bürger zu ungeahnten Höhen getrieben wurde. Das britische Spyblog macht darauf angesichts einer Rede der Chefin von MI5 zur Eröffnung der Ausstellung aufmerksam. Sicher ist so eine Ausstellung für alle Kinder eine Riesenshow – aber die angemahnte ausgeglichene Darstellung wäre für Eltern als auch für viele Kinder interessant und nicht nur Fehl am Platze. Die Ausstellung läuft noch bis zum September – genug Zeit, mir selbst ein Bild zu machen.