Kategorie: Forschung/Theorie

Wie komme ich an meine Daten?

Vor knapp zwei Wochen hat der Zeit-Autor Christian Fuchs versucht herauszufinden, was der Verfassungsschutz über ihn weiß und musste dabei feststellen, dass es a. nicht einfach ist und b. zu noch mehr Paranoia anregen kann. Agent in eigener Sache (Zeitmagazin NR. 46/2015 12. Nov. 2015).

Solche subject access request waren auch Teil des EU-Projektes IRiSS (WP5, exercising democratic rights), worüber hier auch schon berichtet wurde. Dazu gehörte auch die Frage ob es möglich ist, Bilder einzusehen, die CCTV-Kameras von einem gemacht haben. Was in Deutschland schwierig ist, weil die Einsicht auch die Rechte darauf befindlicher dritter Personen betreffen könnten, ist in England möglich, aber nicht immer unproblematisch.

Datenschutz aus politikwiss. Perspektive

Vom Forum Privatheit ist ein Arbeitspapier herausgegeben worden mit dem Titel: „Akteure, Interessenlagen und Regulierungspraxis im Datenschutz – Eine politikwissenschaftliche Perspektive“, zum Download

Das von Philip Schütz und Murat Karaboga (beide Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI) verfasste Arbeitspapier zielt darauf ab, einen ersten Überblick zum Thema Datenschutz aus politikwissenschaftlicher Perspektive zu geben.

20 Jahre: California Ideology – und immer noch wichtig!

Anlässlich des Jubiläums der California Ideology von Richard Barbrock und Andy Cameron gibt es eine Neuausgabe frei im Netz. Die einleitenden Wort von Geert Lovink sind dabei nicht zu tief gestapelt:

Richard Barbrook and Andy Cameron’s The Californian Ideology,
originally published in 1995 by Mute magazine and the nettime
mailinglist, is the iconic text of the first wave of Net criticism. The
internet might have fundamentally changed in the last two decades, but
their demolition of the neoliberal orthodoxies of Silicon Valley remains
shocking and provocative.

Na, mag mancher denken, das war doch gestern, 1990er, und was hat das mit Überwachung zu tun – nun:

Neues Buch: Achtung Sicherheitskontrollen!

Gerrit Herlyn und ich haben einen Sammelband zu „Flughäfen, Kultur und Un/Sicherheiten“ herausgegeben. Erschienen im Lit-Verlag 2015.

Gerrit Herlyn & Nils Zurawski (Hg.): Achtung Sicherheitskontrollen! 
Flughäfen, Kultur und Un/Sicherheiten. Münster 2015

Der Band ist im Rahmen des SIRA-Projektes entstand und versammelt vor allem Beiträge, die sich mit Sicherheit rund um Flughäfen beschäftigt, wobei wir einen Schwerpunkt auf kulturwissenschaftliche Perspektiven gelegt haben.

Videos: Surveillance and Citizenship

Die Organisatoren der Konferenz ‚Surveillance and Citizenship‘ (Cardiff, 18/19 Juni) haben eine Reihe von Vorträgen als Videos online gestellt. U.a. mit dabei sind Ben Wizner (ACLU, Edward Snowden’s lawyer), Annie Machon (Code Red, MI5 whistleblower), Kirstie Ball (Open University), James Ball (The Guardian), Tony Bunyan (Statewatch), Gus Hosein (Privacy International), Seda Gurses (New York University) and Marc Andrejevic (Ponoma College).

Neues von Gary Marx

Gary T. Marx, amerikanischer Soziologie und einer der Wegbereiter der Surveillance Studies, stellt dankenswerter Weise seine Publikationen immer allen zu Verfügung, hier die neuesten:

Cfp: Surveillance – Society – Culture

An der Georg-August-Universität Göttingen wird vom 26. bis zum 28. Februar 2016 eine Konferenz mit dem Titel „Surveillance | Society | Culture“ stattfinden, die sich mit der mit der Frage auseinandersetzt, wie sich Literatur, Kunst und andere Formen kultureller Produktion nutzbar machen lassen, um die Komplexität unserer gegenwärtigen und allumfassenden Überwachungskultur fassbar, analysierbar und damit schlussendlich auch kritisierbar zu machen.

Es ist das Ziel der Organisatoren, die Synergien eines transdisziplinären Brückenschlags zwischen der (amerikanistischen) Literatur- bzw. Kulturwissenschaft und angrenzenden Feldern wie der Medienwissenschaft, den „Surveillance Studies“ oder der Philosophie zu nutzen, um die weitreichenden kulturellen Transformationen, die die Entstehung unser gegenwärtigen „Überwachungsgesellschaften“ mit sich bringen, möglichst breit zu diskutieren.

Die Deadline für die Abstracts ist der 21. September 2015. Der Call for Papers findet sich hier: CfP Surveillance Final.