Kategorie: Arbeit

Menschen, die für KI arbeiten

KI nimmt die Arbeitsplätze weg – es scheint viel eher so zu sein, dass KI jede Menge Menschen braucht um zu lernen, zu funktionieren und künstliche zu erscheinen, wie dieser Artikel bei Brand Eins mutmaßt.

Die unsichtbare Belegschaft (2026). Die KI, die angeblich unsere Jobs übernimmt, braucht Millionen von Menschen, die für sie arbeiten. Und die meisten davon wissen es nicht einmal.

Das ist jetzt nicht superneu und es gibt dazu eine Menge an Berichten, da ich aber gerade von Berit Glanz Rman „Automaton“ geschrieben habe, erschien es mir doch passend, das hier auch zu verlinken. Die Clickworker sind ja auch schon Thema von Filmen geworden, unser dazu tun, der KI zu helfen ist ebenfalls gut beschrieben. Dazu passt auch der Artikel von Wolf Lotter aus der taz vom 1.4.2026. Er beschreibt dort die „künstliche Intelligenz“ als ein Trick der Extraklasse – Digital Erwachsen: Die digitale Transformation ist ein Werkzeug zum Machterhalt und zum Diebstahl von Kreativität, meint Wolf Lotter. Eigentlich zieht die alte Industriewelt in den Computer um. Zeit für Emanzipation.

Klar, die Technologie ist schon beeindruckend, ihre Folgen gewaltig, aber dennoch ist der Hype, die Hoffnungen und die symbolischen Bedeutungen eben auch immer einen Blick wert. Das versprochene Paradies und die pubertäre Weltherrschaftsfantasien der Tech-Bros liegen eben nach beieinander, wobei letztere vor allem an dem Geld, weniger an der Innovation interssiert sind, wie Karl Bode in dem sehr hörenswerten Podcast „Tech won’t safe us“ in der Folge vom 23.4.2026 sehr kenntnisreich ausführt.

Kundenmanagement mit Tür-Kamera

Die (wohl us-amerikanische) Organisation Data & Society hat zu einem interessanten Thema einen Bericht veröffentlicht: At the Digital Doorstep. How Customers Use Doorbell Cameras to Manage Delivery Workers, erschienen im Oktober 2022.

The doorstep has emerged as the new physical locale of consumption — the threshold at which purchased products become personal property. In this transformation, the porch has become a contested space: it is at once private property and, for delivery workers, their workplace. […]

Investigating the changing relationships between corporations, workers, and customers as a significant share of retail shifts from brick-and-mortar establishments to the doorstep, …

Amazon und die „Wellness Chamber“

Ich bin erst kürzlich über diese Idee von Amazon gestolpert, sie ist aber schon ein Jahr alt. Ich kann nicht beurteilen, ob es sie inzwischen tatsächlich (noch) gibt, aber die Idee ist schon recht abenteuerlich und dann auch wieder typisch Amazon. Hier ein Bericht der BBC vom Mai 2021: Amazon offers ‚wellness chamber‘ for stressed staff.

Was soll das aber genau sein? Eine Kammer mitten in einer der Amazon-Logistikzentren, in die gestresste Arbeiter:innen gehen können um für sich zu sein. Nicht größer als ein geräumiges Dixi-Klo, sind sie dort den Blicken ihres Arbeitgebers entzogen und können etwas für ihr „mental wellbeing“ tun – so die Idee, vorgetragen vo der Einfinderin – siehe Video am Ende.

During shifts employees can visit AmaZen stations and watch short videos featuring easy-to-follow well-being activities, including guided meditations, positive affirmations, calming scenes with sounds.“

BBC, 21.5.2021