Sicherheit in Israel

Jeder der eine Reise nach Israel unternimmt und es sehen will, sieht es auch: Kameras, Sicherheitsmaßnahmen, Checkpoints und vieles mehr. Israel ist ein Land der Sicherheit – aus allen bekannten Gründen. Es ist auch ein großartigs und unglaublich vielfältiges Land, dass es mir schwerfällt einfache Antworten zu Gesellschaft, Konflikt oder gar dessen Lösung zu geben. Nach dem Besuch mehr als zuvor.

Dennoch haben mich die Checkpoints, mit denen ich mich seit einiger Zeit in einigen Seminaren beschäftigt habe, nachhaltig beeindruckt. Da wir keine Fotos im Checkpoint machen durften, verweise ich auf die Seite von Machsom-Watch, einer Organisation, die vor Ort den Palästinensern hilft und den Staat nervt, da sie die Situation der Checkpoint unerträglich findet – eine recht milde Beschreibung für das, was da passiert. Aus einer Forschungsperspektive ist die in Architektur gebaute Ãœberwachung, Kontrolle und Sicherheit ein zentraler Punkt. Ein kurzer Vortrag eines ex-Vorstandes von Nice Security, hat da auch vor allem, gezeigt, wie man Probleme produziert für die man die Lösung teuer verkaufen kann – wenn es denn technisch sein soll. Die Frage, die unweigerlich aufkam, war ob eine andere Sicht der Dinge und der möglichen Lösungen, nicht auch den Blick auf die Probleme ändern würde – erzeugte vor allem verwundertes Schulterzucken (keine Ãœberraschung!). Die Militarisierung, wie sie Stephan Graham in Cities under Siege beschrieben hat, ist in Israel an vielen Orten in unterschiedlicher Ausprägung zu besichtigen.

So einfach, so klar, wie die Lage von hier oftmals scheint, ist es nicht – das wird auch dann deutlich, wenn man einmal bei Haaretz die Artikel, vor allem die Leitartikel, nachliest, die sich mit den Widersprüchen der israelischen Gesellschaft, der Politik der Besetzung, der Verteidigung, der Situation eines multi-religiösen Staates und anderen augenfälligen Dingen beschäftigen.

Eine eindeutige Stellung zu der einen oder anderen Seite zu beziehen, fällt mir nicht nur schwer, sondern halte ich auch für unsinning. Dafür ist die Situation zu kompliziert und die Lösungen nicht einfach – eine militärische wird es aber letztendlich nicht sein. Da ist meine Stellung allerdings recht eindeutig.

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