In nur einer Generation….

werden wir oder unsere Kinder es nicht bemerkenswert finden, wenn wir in unserem Körper Microchips tragen, die alle unsere Bewegungen oder Aktivitäten aufzeichnen, speichern bzw. an weitere Datenbanken weitergeben. Kevin Haggerty, Soziologie an der Universität von Alberta beschreibt die Entwicklung und ihre Konsequenzen in der kanadischen Tageszeitung “Toronto Star”. Seine Einschätzung:

Other users include the patrons of the Baja Beach Club in Barcelona, many of whom have paid about $150 (U.S.) for the privilege of being implanted with an identifying chip that allows them to bypass lengthy club queues and purchase drinks by being scanned. These individuals are the advance guard of an effort to expand the technology as widely as possible.

From this point forward, microchips will become progressively smaller, less invasive, and easier to deploy. Thus, any realistic barrier to the wholesale “chipping” of Western citizens is not technological but cultural. It relies upon the visceral reaction against the prospect of being personally marked as one component in a massive human inventory. (A generationi is all they need)

Die gegenwärtig immer wieder (und dreister) geäußerten Forderungen der Sicherheitsunternehmen bezüglich der (ihrer Ansicht nach mangelnden Sicherheitsmaßnahmen gegen den Terror) sind nur die Vorboten, von dem was uns in Zukunft noch erwartet. Je schwächer der Staat bzw. je mehr versessen sein Politiker auf Technologien zum angeblichen Schutz vor Terror (und Kriminialität) sind, desto mehr wird die Industrie  ihre Forderungen druchsetzen und ihre Technologien verkaufen können. Welche Konsequenzen diese Verschiebung der Sicherheit von Staat zu privat hat, werden wir noch nicht abschätzen können. Das es besser wird, ist nicht anzunehmen, auch nicht, dass wir tatsächlich sicherer werden.

11. December 2006 - 11:37

2 Comments Write a comment

  • 1. Surveillance Studies &raq&hellip  |  12. December 2006 um 13:52

    […] Hier noch drei Hinweise zu dem Kommentar von Kevin Haggerty im Toronto Star: […]

  • 2. Surveillance Studies &raq&hellip  |  27. February 2007 um 23:39

    […] Nur zur Dokumentation: Die Süddeutsche Zeitung hat ein Pro und Contra zu Videoüberwachung veranstaltet. Ein Interview mit dem in München für die Kameras zuständigen Kriminalhauptkomissar Stefan Schraut ergänzt den Bericht. Anlass ist natürlich die Entführung und Ermordung des neunjährigen Jungen aus Leipzig, der zusammen mit seinem mutmaßlichen Mörder von einer Kamera in einer Straßenbahn aufgenommen wurde. Die Parallelen zum britischen James Bulger-Fall sind natürlich überdeutlich: Videoüberwachung fängt die Mörder unserer Kinder, so der Tenor. Das bestätigt mal wieder das Muster, dass die Opfer besonders erschreckender Verbrechen für die Lobbyisten der Überwachung herhalten müssen. In seinem hier im Weblog schon mehrfach erwähnten Artikel “A generation is all they need” (im Netz inzwischen leider kostenpflichtig) hat Kevin Haggerty ja genau das vorausgesagt. Auch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) verhalten sich vorhersehbar. Erst hat man seit April 2006 auf drei ausgewählten Linien Videoüberwachung mit Aufzeichnung, natürlich nur als “Modellprojekt”, durchgeführt und das Ganze durch eine wissenschaftliche Untersuchung bgelien lassen. Jetzt will man deren Ergebnisse, die Ende März veröffentlicht werden, nicht länger abwarten und Fakten schaffen, weil, so ein Sprecher, eh schon feststeht, “Wo die Kameras laufen, passiert weniger.” Das Muster ist dasselbe wie in Bielefeld und in Brandenburg: Auch dort wurden zuerst Evaluationen in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse dann von den Entscheidern igoriert wurden. Wissenschaftler und ihre Arbeit werden so missbraucht, um den schönen Schein zu wahren, man handele ergebnisoffen und sei tatsächlich an nachprüfbaren Fakten interessiert. […]

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