Tag: Kunst

Überwachung und Kontrolle im Computerspiel

Die Online-Zeitschrift PAIDIA. Zeitschrift für Computerspielforschung, hg. an der LMU München, hat (schon im Juli 2020) eine Sonderausgabe veröffentlicht: Überwachung und Kontrolle im Computerspiel. Die Beiträge untersuchen Computerspielplattformen als panoptische Systeme, das Computerspiel als Kontrolldispositiv, die Simulation datenbasierter Überwachung in zeitgenössischen Games, u.a. mehr.

Aus der Einleitung:

Ein Sammelband zu Überwachung und Kontrolle im Computerspiel ermöglicht eine doppelte Perspektivierung des Untersuchungsfeldes: Computerspiele können einerseits – im weiteren Sinn motivgeschichtlich betrachtet – an die Darstellung und Verhandlung von Überwachung und Kontrolle in anderen medialen Formen wie bspw. dem Film, der Serie oder natürlich insbesondere auch dem Roman anschließen. Andererseits kann das Thema unter besonderer Berücksichtigung des spezifischen Handlungsdispositivs des Computerspiels und seiner medialen Verfasstheit untersucht werden.

Ausstellung: [CONTROL] NO CONTROL

Hinweis auf die kommende Ausstellung [CONTROL] NO CONTROL der Hamburger Kunsthalle, vom 8.6.-26.8.2018:

Die Ausstellung [CONTROL] NO CONTROL der Hamburger Kunsthalle ist Teil der Triennale der Photograhie 2018, die unter dem übergeordneten Motto Breaking Point – Searching for Change nach Bildern sucht, die Bruchstellen thematisieren. Das Fotofestival versammelt Arbeiten, die gegebene Zustände sichtbar machen und damit Veränderungen ermöglichen können. Die Ausstellung  [CONTROL] NO CONTROL präsentiert rund 80 Werke aktueller künstlerischer Positionen aus der Sammlung der Hamburger Kunsthalle, aus Privatbesitz und anderen Museen. Im Nebeneinander und in der Konfrontation spiegeln und erfragen die ausgewählten Arbeiten die vielfältigen Wirkungsweisen von Macht durch Kontrolle. Sie zeigen künstlerische Strategien, die der Überwachung Widerstand leisten oder den Kontrollverlust als ein positives Moment einsetzen.

Ausstellungen zu Kunst, Fotografie & Überwachung in München

Noch mehr Ausstellungen und Veranstaltungen zu Überwachung, diesmal in München:

No secrets! – Bilder der Überwachung
Eröffnung Donnerstag, 23. März 2017

Ort: Stadtmuseum München, St.-Jakobs-Platz 1, 80331 München

Die Ausstellung wird begleitet von Vorträgen sowie einer Filmreihe im Stadtmuseum (24.3.-12.4.2017)

NO SECRETS! Reiz und Gefahr digitaler Selbstüberwachung
Eröffnung Mittwoch, 22. März 2017, 19 Uhr

Ort: ERES Stiftung, Römerstr. 15, 80801 München

Künstler: Hasan Elahi, Ed Fornieles, Rafael Lozano-Hemmer, Manu Luksch/Martin Reinhart/Thomas Tode, Susan Morris, Matthias Oostrik, Trevor Paglen, Tactical Technology Collective, Unfit Bits

Ausstellungen zu Kunst, Fotografie & Überwachung in Berlin

Gleich drei Ausstellungen in Berlin thematisieren ab dem 17. Februar Überwachung in Kunst & Fotografie:

  1. Watched! Surveillance, Art & Photography / Überwachung & Fotografie vom 18/02/17 bis 23/04/17.

Eröffnung, Freitag 17. Februar 2017 um 19 Uhr, im c|o berlin, Amerika Haus, Hardenbergstraße 22–24, 10623 Berlin. Die Ausstellung wird begleitet durch Filmvorführungen und Gespräche.

Das benachbarte Museum für Fotografie zeigt zwei weitere Ausstellungen zum Thema:

2. Watching You, Watching Me: A Photographic Response to Surveillance

3. Das Feld hat Augen. Bilder des überwachenden Blicks

Beide laufen vom 17/02/2017 bis 02/07/2017, Museum für Fotografie, Jebensstraße 2, 10623 Berlin

Überwachung ist nicht nur ein aktuelles Thema, sondern auch ein historisches Phänomen. Während die Schau Watching You, Watching Me die gegenwärtige Überwachung thematisiert, wendet sich die Ausstellung der Kunstbibliothek Das Feld hat Augen. Bilder des überwachenden Blicks der Geschichte zu und fragt nach dem besonderen Unbehagen, das religiös wie politisch motivierte Überwachung stets auslöste.

Limare, Surveiller et sourire: Kunst und Überwachung

Surveiller et sourire

Sophie Limare, Kunstdozentin an der Universität Bordeaux, hat eine Studie zu Kunstwerken, die sich mit (Video-)überwachung auseinandersetzen, veröffentlicht. Die Publikation ist Open Access und in mehreren Varianten erhältlich (online, PDF, epub, print).

Limare, Sophie (2015). Surveiller et sourire. Les artistes visuels et le regard numérique, collection « Parcours numériques », Les Presses de l’Université de Montréal, Montréal, ISBN: 978-2-7606-3547-0

Décriées par les citoyens, les caméras de vidéosurveillance suscitent, depuis les années 1990, de virulents débats dans les sociétés occidentales. Mais qu’en disent et qu’en font les artistes ? Si certains artivistes contemporains ont choisi d’accompagner la résistance d’une partie de la population, d’autres créateurs se sont lancés dans des appropriations esthétiques et ludiques. Leurs démarches signent, au passage, non pas la fin d’une dénonciation de la société sécuritaire, mais une nouvelle forme de sensibilisation aux enjeux sociaux qui lui sont inhérents.

Weitere Verlagsinformationen hier.

Automatic Number Plate Recognition in GB

Einer der besten journalistischen Artikel über Automatic Number Plate Recognition (ANPR) in Großbritannien, den ich kenne, stammt von James Bridle, der sich als Journalist, Publizist, Künstler und Fotograf seit Jahren auf höchst interessante Weise mit Videoüberwachung und verwandten Technologien auseinandersetzt. (Hier eine Liste seiner Projekte).

Filmtipp: “Terrorgefahr!” und Internetserie: “Do not track”

Arte zeigt am 24.3. die Doku-Reportage Terrorgefahr! Überwachung total? von Alexandre Valenti zu Überwachung, Big Data, Terrorbekämpfung und Whistleblowing:

Die Attentate in Frankreich haben die Debatte über die Überwachung der Bürger neu entfacht. Der Dokumentarfilm stellt sich den aktuellen Fragen. Reicht die bisherige Datenkontrolle aus? Wie kann sich der Bürger gegen komplette Durchleuchtung schützen? Wie profitieren globale Konzerne von den Daten der Verbraucher? Und: Kann ein Überwachungsstaat Terror verhindern?

Presseinfos zum Film hier. Trotz des reichlich reißerischen Titels sicher ein sehenswerter Beitrag! Wiederholungen am 30.3. (8:30 Uhr) sowie auf Arte+7.

Außerdem, und ebenfalls von Arte (sowie BR, NFB) produziert, startet ab 14. April die interaktive Internetserie Do Not Track! von Dokumentarfilmer Brett Gaylor.

Do Not Track ist eine personalisierte Web-Serie über das Geschäft mit unseren Daten. Wenn Sie sich bei uns registrieren, sagen wir Ihnen, was das Internet über Sie weiß.

In dieser Doku-Reihe zeigen wir Ihnen, wie Informationen über Sie gesammelt und genutzt werden. Alle zwei Wochen veröffentlichen wir eine personalisierte Folge und erklären darin, wie das Internet zu dem geworden ist, was es heute zunehmend ist: Ein Instrument der Überwachung, das aufzeichnet, was wir klicken, was wir schreiben, worüber wir uns unterhalten.

Auch hier gilt (wie immer), dass Medien gerne zu viel versprechen: Was “das Internet” über mich weiß, weiß keine Web-Serie und nicht einmal “das Internet” (was immer das sein soll) selbst. Aber sei’s drum, auch das ist ein Medientipp!

Drei Überwachungsfilm-Klassiker im Vergleich

Als “Überwachen” noch bedeutete, sich hinter Büschen zu verstecken, um spazierenden Pärchen mit Mikrofonen und Fotoapparaten nachzustellen: “Blow Up” (Michelangelo Antonioni 1966); “The Conversation” (Francis Ford Coppola 1974) und “Blow Out” (Brian de Palma 1981) sind drei Klassiker des Paranoia-Thrillers. Der Filmwissenschaftler Drew Morton hat alle drei Filme in einem sehenswerten Video-Essay zusammengebracht: CROSS-CUT.

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Spiel den Ãœberwacher!

Auf der Website des französischen Video- und Digitalkünstlers Martin Le Chevallier können Gamer sich Vigilance 1.0 herunterladen. Der Spieler ist ein Ãœberwacher, verhindert werden sollen Prostitution, Vermüllung, Schmiereien, Ladendiebstahl, ansonsten, so die Anleitung, “stürzt die Bevölkerung in Chaos und moralische Verworfenheit”. Ein durch und durch konsequentes Szenario also, bis auf eine kleine Ausnahme: Verdächigt der Spieler/Ãœberwacher eine Person zu Unrecht, gibt’s Punkteabzug.