Doping, Moral und Kontrollen

Die Nachricht, dass Maria Sharapowa positiv getestet wurde, ist weder ein Schock, noch eine Sensation (Infos bei Zeit oder tagesschau.de). Sportler nehmen Mittel ein, um besser zu werden, um schneller zu regenierieren, um zu gewinnen. Und manchmal ist das Doping, so wie im Fall von Sharapowa, wo das Mittel Melodonium erst seit dem 1.1.2016 auf der WADA-Liste steht. Was bedeutet das jetzt? Die Kontrollen wirken?

In diesem Fall ja, was aber auch damit zu tun haben scheint, dass sie kaum Anstalten gemacht hat, die Einnahme zu verschleiern oder zu leugnen. Eine moralische Bewertung hinsichtlich Doping ist also nicht angebracht. Vielmehr zeigt sich, was auch in unserem Dopingprojekt deutlich wurde, nämlich dass Leistungssteigerung essentiell ist und dazu alles genommen wird, was legal ist, auch wenn es künstlich ist. Ein Strafgesetz zu Doping ist auch deshalb für die meisten Fälle unsinnig, weil die Grenze zwischen Alltag, Routine und sich ändernden Regeln fließend ist und teilweise unübersichtlich. Die Kontrolle und Überwachung von Athleten ist unter diesen Bedingungen nur bedingt wirksam und eine Strafverfolgung eine meist unverhältnismäßige Maßnahme.

Der Fall Maria Sharapowa räumt vor allem mit der Mär von der “natürlichen” Leistungssteigerung auf. Solange es nicht auf der Liste steht, wird genommen, was hilft. Warum auch nicht?

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