Wider die Datenaffäre!

Mehdorn ist darüber gestolpert, Lidl hat eine und wieder eine, die Telekom, jetzt ein Drogist in Süddeutschland – sie alle haben Datenaffären. So jedenfalls werden die Vorfälle jedenfalls in den Medien genannt. (Ich habe mich jetzt mal nur auf tagesschau.de beschränkt, weils schneller ging, aber es klingt überall gleich)

Und damit liegen die Kollegen von der Presse leider voll daneben. Nicht einer der oben genannten Fälle ist eine Datenaffäre. Die Lachnummer mit dem vertauschten Paketen und dem gestohlenen Weihnachtsstollen – das war ein Datenskandal oder auch nur eine Affäre – aber bei allen anderen handelt es sich um Schnüffelei (… hier wird es mal als solche benannt). Das hat mit Daten zu tun, ist aber mit Gesetzten nicht aufzuhalten, es geht nicht um Datenschutz, aber auch um das willentliche Brechen oder Umgehen von Vorschriften und Regelungen. Das Special der Zeit ist ein wenig differenzierter, aber auch hier: Datenaffären, wenn sie den Namen nicht verdienen.

Dahinter steht eine Haltung, eine Einstellung und der Wille, es zu tun, sich im Recht fühlen und zu glauben, nicht erwischt zu werden. Nichts weiter. Es ist einfach verharmlosend, es einfach nur Datenaffäre zu nennen, als wenn die Daten etwas getan hätten. Es geht nicht um präventiven Datenschutz, um die Frage, was muss und was kann ich von persönlichen Daten in einem bestimmten Fall angeben, was ist Privatsphäre und wo habe ich die Verfügung an meinen eigenen Daten und Bildern. Es geht darum, dass hier einer Menge Mitarbeitern unerlaubt nachspioniert wurde, das geschnüffelt und ganz klassisch überwacht wurde. Ich würde mich freuen, wenn die Kollegen aus Presse, Funk und Fernsehen das auch so nennen könnten.

Ob man allerdings den leichtfertigen Umgang vieler Bürger mit ihren Daten damit vermischen sollte, wie es in einem Artikel der Nürnberger Nachrichten geschrieben wurde, halte ich für wagemutig und hat eigentlich mit der Verletzung von Datenschutz durch andere nichts zu tun. Nur weil sie leichtfertig damit umgehen, heißt dass nicht, dass die ihnen garantierten Schutzrechte missachtet werden dürfen.

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