Britische DNA Datenbank fehlerhaft

Großbritannien hat laut Eigenwerbung die wohl umfangreichste DNA-Datenbank der Welt. Seit Gesetzesänderungen 2001 und 2004 kann dort von jedem, den die Polizei als Verdächtigen festhält, ein DNA-Profil hinterlegt und auf unbegrenzte Dauer gespeichert werden – selbst wenn sich der Festgenommene als unschuldig erweisen sollte. So sind mittlerweile mehr als 5 Prozent der Bevölkerung dort verzeichnet, in knapp 4 Millionen Einträgen. Oder so in etwa. Denn wie die Tageszeitung Independent nun berichtet (siehe auch heise.de), sind rund eine halbe Million Einträge davon doppelt, weil sie von nachlässigen Beamten unter falsch geschriebenen oder nicht existenten Namen abgelegt worden sind. Demnach sind rund ein Siebtel der Einträge Kopien.

Das zeigt einmal mehr, dass Ãœberwachungstechnologien im Masenscreening regelmäßig an ihrer eigenen Datenflut zugrunde zu gehen drohen – zu viele Bilder, zu viele Informationen, zu viel Automatisierung, durch die Fehler sich unbemerkt fortpflanzen können. Das ist heute übrigens nicht anders als im 19. Jahrhundert, als Bertillon versuchte, dem Verbrechen durch Körpervermessung beizukommen, einem Projekt, das dank des fehlerbehafteten und höchst aufwändigen Verfahrens, das von schlecht ausgebildetem Personal durchgeführt werden sollte, nach wenigen Jahren sang- und klanglos wieder eingestampft wurde.

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