Drei Seminare zu “Kontrolle” in Potsdam

Der Studiengang “Europäische Medienwissenschaft” der Universität und der Fachhochschule Potsdam bietet in diesem WS 2009/2010 drei Master-Kurse an, die sich mit “Kontrolle” auseinandersetzen:

Kontrollieren. Zu gegenwärtigen Konzepten der Reg(ul)ierung
Dr. Jan Distelmeyer

Ausgehend von Michel Foucaults, Gilles Deleuzes und Fredric Jamesons Arbeiten zur Gouvernementalität, zur Kontrollgesellschaft und zur geopolitischen Ästhetik wird das Seminar Praktiken und Diskurse im Hinblick auf Fragen nach Macht, Ermächtigung und Kontrolle untersuchen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf jenen Praktiken und Diskursen, die technische Medien betreffen. In diesem Zusammenhang werden wir uns u.a. mit populären Überwachungs- und Kontrollszenarien beschäftigen sowie insbesondere Fragen nach Kontrolle und Ermächtigung im Zusammenhang mit digitalen Medien diskutieren.

Ãœberwachungsbilder
PD Dr. Annette Vowinckel

Ein Paradoxon der Gegenwart ist es, dass Menschen sich in einer in mancher Hinsicht immer ›sicherer‹ werdenden Welt zunehmend unsicher fühlen bzw. verunsichert werden. Überwachungskameras sind ein Instrument, das Sicherheit mehren soll, obwohl seine bloße Existenz tatsächlich eher Verunsicherungen dokumentiert; der Verhinderung von Verbrechen dienen Überwachungskameras nach heutigem Erkenntnisstand kaum. Im Seminar soll untersucht werden, in welchem Kontext Bilder der Überwachung produziert werden, wer sie nutzt, um welche Art von Bildern es sich dabei handelt, welche »Nachbilder« sie erzeugen und in welchem Verhältnis sie zu allgemeinen Visualisierungsprozessen stehen. Dabei soll auf jüngere Forschungen in der Kultur- und Medienwissenschaft ebenso eingegangen werden wie auf die angloamerikanischen Surveillance Studies.

Kontrolle/Ãœberwachung: Profile
Prof. Winfried Gerling

Im Zentrum stehen die Spuren, die der vernetzte Mensch freiwillig/unfreiwillig in digitalen Welten hinterlässt. Wir werden uns mit den Spuren bzw. Datenkörpern auseinandersetzen und versuchen diese kritisch zu ergründen.
Es sollen künstlerische/subversive Praktiken/Arbeiten vorgestellt und untersucht werden, die sich mit diesen Mechanismen auseinandersetzen. Vor diesem Hintergrund sollen mediale Projekte entwickelt werden, die Kontroll- bzw. Überwachungsstrategien thematisieren und sie möglicherweise so besser erkennbar machen.

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