“Jeder Mensch ist einmalig”: Biometrie meets Wellness

Mehr als bloß Sicherheit: Wohlfühlgarantie und Einmaligkeit. Die Firma byometric system ag, spezialisiert auf Iriserkennung, greift auf ihrer Homepage tief in die Esoterik-Jargon-Tasche, um ihr Sicherheits-High-Tech-Produkt zu verkaufen.

EINMALIGKEIT
Jeder Mensch ist einmalig. Seine Iris auch.
Wir haben gelernt, die Iris zu lesen, und haben aus ihr einen Ausweis gemacht. Fälschungssicher, unverlierbar.
Dieser Ausweis bietet Freiheit von Codes, Cards und Keys. Der Blick in eine spezielle Kamera genügt. Die Natur garantiert die Sicherheit.
Sich frei fühlen, sicher sein, sich selber finden. Jeder Mensch soll diese Chance haben. Denn jeder Mensch ist einmalig.

Das ganze wird illustriert von der Abbildung eines Mannes, der in schneeweißen (=”unschuldigen”) Klamotten im Lotussitz meditiert (mit geschlossenen Augen, übrigens). Auf seinem T-Shirt sehen wir ein grafisches Symbol, das man je nachdem als abstrakte Iris oder als Zielscheibe lesen kann. (Das wäre doch mal ein schönes Entgegenkommen sicherheitsbewußter Bürger: Wir lassen uns alle im nächsten Copyshop unsere Iris oder Retina stark vergrößert aufs T-Shirt drucken, damit wir auch über Distanz identifiziert werden können.)
Dass der ehemalige Bundesinnenminister Otto Schily im Vorstand der Firma sitzt, war Anlass einer Kleinen Anfrage der FDP im Bundestag (Drucksache 16/2716). Ãœber Bosch Sicherheitssysteme hat byometric einen größeren staatlichen Auftrag im Rahmen des Projekts “Automatisierte und Biometriegestützte Grenzkontrolle” erhalten.

Ergänzung (13.4.2007): Hier der Link zur Antwort der Bundesregierung auf die FDP-Anfrage.

  4 comments for ““Jeder Mensch ist einmalig”: Biometrie meets Wellness

  1. Pingback: rabenhorst
  2. Oktober 21, 2006 at 11:39 pm

    Hallo,

    Ich bin aus der Suche nach Link Partnern und auf diesen Blog gestossen. Hättet Ihr Interesse daran?

    Mfg
    Phil

  3. Peter Kammerer
    Januar 16, 2007 at 12:44 am

    …. schon mal drüber nachgedacht: Mit der iriserkennung werden wir niemals “Osamas” fangen, denn die Iris wird nirgendwo hinterlassen. Wir können uns der Erkennung entziehen, indem wir einfach die Augen schließen oder wegschauen, sie bedarf in jedem Fall unserer Kooperation…..

    Unseren Fingerabdruck hinterlassen wir überall (am Bierglas) unbemerkt und für jedermann simpel auswertbar, auch ohne unseren Willen.

    Mir ist die Nutzung meiner Iris 1000x lieber als die unbemerkte Auswertung meines Fingerabdruckes. Und unsere Staatsform erlaubt nun einmal nur die Wahl zwischen dem kleineren und dem größeren Übel. Leider hat sich die EU für uns (?) für das Übel Fingerabdruck entschieden und uns gleich noch die Überwachungs- Gesichtserkennung mit ins Gesicht gedrückt.

    P.S. Für den gebildeten Leser erschließt sich sofort der Unterschied zwischen Iris und Retina (das 1. vorn, das 2. hinten, alles klar ?). Die Punkte mit Schily sind “Neidpunkte” ! Vielleicht weiß er, was er tut !

  4. Peter Kammerer
    Januar 16, 2007 at 12:52 am

    … Auftragnehmer war eine namhafter, deutscher Konzern. Nicht die Firma, in dessen AR Herr Schily einen Platz hat. Etwas mehr vernünftig recherchierte Information wäre schon wünschenswert, oder wollen Sie die Leser bewußt verschaukeln ?

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