{"id":221,"date":"2011-02-24T13:05:20","date_gmt":"2011-02-24T11:05:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.surveillance-studies.org\/zurawski\/?p=221"},"modified":"2011-02-24T13:06:34","modified_gmt":"2011-02-24T11:06:34","slug":"call-for-papers-phanomen-facebook","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.surveillance-studies.org\/zurawski\/?p=221","title":{"rendered":"call for papers: Ph\u00e4nomen Facebook"},"content":{"rendered":"<p><strong>Call for Papers f\u00fcr das Online-Journal <a href=\"http:\/\/www.ssoar.info\/de\/portale\/kommunikationgesellschaft.html\">Komunikation@gesellschaft<\/a>: Ph\u00e4nomen \u201eFacebook\u201c<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vorgesehener Zeitplan <\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>31. Juli 2011: Einreichen der Manuskripte<\/li>\n<li>15. September 2011: R\u00fcckmeldung seitens der Herausgeber \u00fcber die Aufnahme sowie m\u00f6glicher Korrekturvorschl\u00e4ge<\/li>\n<li>15. Oktober 2011: Abgabe der \u00fcberarbeiteten Manuskripte<\/li>\n<li>November 2011: Online-Publikation der Sonderausgabe unter <a href=\"http:\/\/www.kommunikation-gesellschaft.de\/\">http:\/\/www.kommunikation-gesellschaft.de\/<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><!--more-->Seit seinem Start 2004 und der \u00d6ffnung f\u00fcr immer weitere Nutzerkreise  in den folgenden Jahren hat sich Facebook zu einer der bekanntesten  Webseiten entwickelt, die inzwischen mehr als 500 Millionen registrierte  Nutzer weltweit hat. Wie wenig andere Internet-Angebote hat sich  Facebook zu einem Synonym f\u00fcr die Internetnutzung vor allem bei einem  j\u00fcngeren Publikum entwickelt. Facebook ist aber auch Bestandteil  gesellschaftlicher Debatten \u2013 mal haben sie mit Datenschutz zu tun, mal  mit den demokratischen M\u00f6glichkeiten, die die Plattform bietet, mal mit  dem wirtschaftlichen Potential, das ihr innewohnt. Schlie\u00dflich gibt es  bereits einen mit dem <em>Golden Globe<\/em> pr\u00e4mierten Film (\u201eThe Social  Network\u201c von David Fincher) \u00fcber Marc Zuckerberg, den Sch\u00f6pfer von  Facebook. Von dem behauptet die britische Schriftstellerin Zadie Smith,  dass immerhin 500 Millionen Menschen in dessen Gedankenwelt leben \u2013 der  Gedankenwelt, die wie sie sagt Teil einer Generation ist, die Angst hat  unbeliebt zu sein.<\/p>\n<p>Im Zuge der gesellschaftlichen Verbreitung hat auch die Wissenschaft  Facebook entdeckt, ohne jedoch schon alle denkbaren Facetten umfassend  beleuchtet zu haben. Ein Schwerpunkt der bisherigen Forschung liegt auf  Prozessen der Selbstdarstellung, der Beziehungspflege und der  Ver\u00e4nderung von Privatsph\u00e4re und Datenschutz \u2013 aber dies kann und sollte  nicht der einzige Bereich einer wissenschaftlichen Besch\u00e4ftigung mit  Facebook im Speziellen und sozialen Netzwerkplattformen im Allgemeinen  sein. F\u00fcr eine Sonderausgabe sucht das interdisziplin\u00e4re Online-Journal  Kommunikation@Gesellschaft daher theoretische und empirische  Betrachtungen zum Ph\u00e4nomen \u201eFacebook\u201c, was auch Analysen einschlie\u00dft,  die sich mit dem breiteren Ph\u00e4nomen der \u201eSocial Network Sites\u201c befassen.<\/p>\n<p>M\u00f6gliche Fragestellungen und Perspektiven umfassen beispielsweise:<\/p>\n<p>1. Facebook bildet vielf\u00e4ltige und nuancierte soziale Beziehungen in  der bin\u00e4ren Kategorie \u201eFreund \u2013 Nicht Freund\u201c ab. Unter den 500  Millionen Nutzern sind zudem auch politische Parteien, Unternehmen,  Verb\u00e4nde, Lobby-Gruppen sowie staatliche und \u00f6ffentlich-rechtliche  Einrichtungen. Die Vorstellung, \u201eFreund\u201c oder \u201eFan\u201c solcher Entit\u00e4ten zu  sein, ver\u00e4ndert unser Verst\u00e4ndnis von sozialen Beziehungen mit zun\u00e4chst  ungekl\u00e4rten Folgen.<\/p>\n<ul>\n<li>Was bedeutet eine soziale Beziehung unter den technischen  Bedingungen von Social Network Sites? Wie werden Unterscheidungen, die  auf unterschiedlichen Qualit\u00e4ten oder Rollenkontexten von Beziehungen  beruhen, in der Nutzungspraxis relevant und ausgehandelt \u2013 oder sind sie  inzwischen tats\u00e4chlich obsolet geworden?<\/li>\n<li>Kann man soziale Beziehungen zu Unternehmen oder Organisationen  haben? Welche Art von Beziehung k\u00f6nnte das sein? Welche Folgen hat eine  \u00d6konomisierung des Sozialen in einer von Konsum und den Logiken der  Massenproduktion gepr\u00e4gten Gesellschaft?<\/li>\n<li>Welche Potentiale f\u00fcr Macht und Kontrolle ergeben sich durch die  Offenlegung von dyadischen Beziehungen oder dem gr\u00f6\u00dferen sozialen  Netzwerk? Wo sind die Machtressourcen angesiedelt \u2013 bei den  individuellen Nutzern, beim Plattformbetreiber oder beim  (voyeuristischen?) Beobachter?<\/li>\n<\/ul>\n<p>2.\u00a0 Facebook organisiert soziales Leben auf technischer Grundlage. Um  die individuellen wie die gesellschaftlichen Konsequenzen von Facebook  zu durchdringen, muss daher die \u201eblack box\u201c Technik ge\u00f6ffnet werden.<\/p>\n<ul>\n<li>Inwieweit erm\u00f6glichen die zugrundeliegenden Technologien neue  soziale Formen, die auch \u00fcber den Kontext von Facebook hinaus an Geltung  gewinnen? Inwiefern reduziert Technologie den Spielraum f\u00fcr Performanz  und Praxis?<\/li>\n<li>Welche neuen Normen werden durch softwaretechnische Vorgaben und  Prozeduren auf Social Network Sites geschaffen, inwiefern wirken  geteilte Routinen auf die Gestaltung und Weiterentwicklung der Software  zur\u00fcck?<\/li>\n<li>Welche Spielr\u00e4ume f\u00fcr widerst\u00e4ndige Praktiken bieten die Algorithmen  und Datenbanken von Facebook? Kann sich Kreativit\u00e4t, Innovation und  Protest auf Nutzerseite auch gegen die Plattform selbst richten, und  somit Technik ihre eigene Ver\u00e4nderung unterst\u00fctzen?<\/li>\n<\/ul>\n<p>3.\u00a0 Nicht zuletzt fordert Facebook etablierte sozialwissenschaftliche  Konzepte und Modelle heraus. Ohne Begriffe und Methoden ist es  allerdings nicht m\u00f6glich, die ausge\u00fcbten Praktiken sowie Modi und Formen  gesellschaftlicher Nutzung und Bewertung zu erfassen.<\/p>\n<ul>\n<li>Ist Facebook eine technische Plattform, ein Kommunikationsdienst,  eine soziale Welt, eine neue \u00d6ffentlichkeit, ein soziales Netzwerk, die  lange herbei gesehnte elektronische Agora, eine private Veranstaltung  oder gar ein Instrument der Herrschaft?<\/li>\n<li>Welche psychologischen, soziologischen,  kommunikationswissenschaftlichen oder \u00f6konomischen Theorien (um nur  einige zu nennen) helfen uns, soziale Prozesse auf Social Network Sites  zu erkl\u00e4ren und zu verstehen? Wo sto\u00dfen sie an ihre Grenzen?<\/li>\n<li>Mit welchen methodischen Zug\u00e4ngen und Instrumenten l\u00e4sst sich die  vielf\u00e4ltige soziale Realit\u00e4t, die Facebook ausmacht, angemessen  erfassen? Welche erkenntnistheoretischen, aber auch welche  forschungsethischen Fragen sind zu beachten?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Aspekte und Fragen sind als Anregungen zu verstehen und sollen  anders gelagerte Erkenntnisinteressen, disziplin\u00e4re Zug\u00e4nge oder  methodische Ans\u00e4tze keinesfalls ausschlie\u00dfen. Als Texte kommen  wissenschaftliche Aufs\u00e4tze, aber auch k\u00fcrzere Forschungsnotizen oder  Essays in Frage. Entsprechende Beitr\u00e4ge f\u00fcr diese Sonderausgabe von  kommunikation@gesellschaft sind bis zum 30.7.2011 einzureichen an: <a href=\"mailto:nils.zurawski@uni-hamburg.de\">nils.zurawski@uni-hamburg.de<\/a>. Bitte beachten Sie auch die <a href=\"http:\/\/www.kommunikation-gesellschaft.de\/Autorenhinweise.html\">Hinweise f\u00fcr Autoren.<\/a><strong> <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Call for Papers f\u00fcr das Online-Journal Komunikation@gesellschaft: Ph\u00e4nomen \u201eFacebook\u201c Vorgesehener Zeitplan 31. 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