Das NDR Medienmagazin Zapp bringt heute einen Bericht zur Affäre um den BND.
Aktuelles dazu findet sich auch bei tagesschau.de und bei der Berliner Zeitung.
Das NDR Medienmagazin Zapp bringt heute einen Bericht zur Affäre um den BND.
Aktuelles dazu findet sich auch bei tagesschau.de und bei der Berliner Zeitung.
Die schönsten Aufnahmen nützen wenig, wenn die Polizei keine Zeit hat, sie auszuwerten, wie ein interessanter Artikel im Telegraph zeigt. Dem Bericht zufolge beschweren sich Laden- und Geschäftsinhaber zunehmend über den Unwillen der Polizei, Aufnahmen aus ihren hauseigenen Überwachungsanlagen zu sichten, nachdem in die Geschäfte eingebrochen wurde.
Ein Sprecher der Londoner Polizei wird wie folgt zitiert: „If there is no clear indication that there is a good picture of the subject or incident on the CCTV camera, we have to consider the amount of hours that would be taken up by officers, and if it is the best use of their time.“
Eine Umfrage der Zeitung ergab, dass neun von 52 befragten Polizeiwachen „nicht notwendigerweise“ auf Bänder zurückgreifen würden, wenn ein nächtlicher Einbruch stattgefunden hat.
Schon am 12. Mai gab es eine schöne Reportage zum Thema Fußfesseln in der taz – „das Ding an mir“ – lesenswert. Ist das die Zukunft des Strafvollzuges.. hoffentlich nicht in Deutschland
Manchmal ist es schon komisch worauf man achtet, weiß man erst einmal um die Kameras, die einen beobachten sollen… bzw. den Raum, in dem man steht. Gestern waren wir mal wieder auf der Reeperbahn, um unsere Umfrage zu Videoüberwachung und Raumwahrnehmung weiterzuführen… ich hatte gerade ein Interview beendet da krachte es genau vor meinen Augen…. eine Mercedes bremste und ein kleiner VW Transporter fuhr mich Schmackes hinten drauf… ein schöner Schaden… niemand wurde verletzt. Ich blickte sofort hoch zur Kamera, die nicht auf den Unfall gerichtet war, sondern gerade an anderer Stelle etwas suchte.
Es dauerte drei Minuten dann hatte die Kameras den Unfall erfasst und ging auch nicht mehr weg davon… es dauerte allerdings weitere 25 Minuten bis eine Polizeistreife erschien – eine Wache ist ca. 1,5 Fußminuten weit weg. Am Straßenübergang waren schon den ganzen Tag die Ampeln ausgefallen – eine gefährliche Stelle für alle Fußgänger – kein Polizist weit und breit, obwohl das wohl auch zur Sicherheit der Menschen beigetragen hätte…
Die Taz berichtet heute nochmal von den Anfragen und der Kritik an der Videoüberwachung und kommentiert das politische Gezerre um fast sinnlose Zahlen, denn letztlich sind die Kameras erst einen Monat in Betrieb…
bei aller Kritik – alle Aussagen darüber sind bisher unsinnig, die Zahlen können nicht wirklich etwas aussagen… also bleibt es abzuwarten und im besten Fall eine ordentliche Evaluation in einem Jahr durchzuführen.
Wie NDR Online berichtet, gab es seit Einführung der Kameraüberwachung auf der Reeperbahn in Hamburg nicht weniger, sondern mehr Straftaten. Quelle für die Einschätzung ist eine Antwort des Senates auf eine Anfrage des Abgeordneten Andreas Dressel von der SPD… allerdings sind die Schwankungen nach oben und unten so gering, dass das ‚mehr‘ relativ zu sehen ist…. von einer Wirksamkeit aber ebensowenig gesprochen werden kann…
Der bisherige ‚Nicht-Erfolg‘ könnte zu der Annahme werleiten, dass die Videoüberwachung ausgeweitet werden müsste, um auch die Bereiche abzudeckken, in denen die Straftaten stattfanden… nämlich offensichtlich in nicht gefilmten Bereichen….
Auch wenn die Mehrheit der US-Bürger bereit zu sein scheint, die Ausforschung ihrer Kommunikationsgewohnheiten im Tausch gegen fragwürdige Sicherheitsversprechen hinzunehmen (s. Florian Rötzer in Telepolis: Sicherheit geht vor Datenschutz), zeigen die Berichte über das gigantische verdeckte Überwachungsprogramm der National Security Agency (s. auch Süddeutsche Zeitung: Der überwachte Amerikaner) wie sehr sich die Exekutive im „Krieg gegen den Terror“ verselbständigt und demokratischer Kontrolle entzieht. Selbst vor Jahren in die Mühlen geheimdienstlicher Machtpolitik geraten, als der damalige Verfassungsschutzchef Eckhart Werthebach 1991 mit einem diffamierenden Dossier seine Bewerbung um den Job als Datenschützer Brandenburgs torpedierte, stellt Thilo Weichert, der Landesdatenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein nun in einem Beitrag im Technology Review die Frage „Wie viel Freiheit müssen wir aufgeben, um unsere Freiheiten zu schützen?“ und warnt vor den Folgen exzessiver und unkontrollierter Überwachung.
Zum Wochenende noch was aus Amerika, wo die NSA es wohl mir ihrer Neugier etwas übertrieben hat…
Anger grows over NSA surveillance report
aus: CNET News, May 11, 2006
By Declan McCullagh
WASHINGTON–Capitol Hill politicians reacted angrily on Thursday to a new
report about how President Bush’s eavesdropping program has secretly
collected records of telephone calls made by tens of millions of Americans.
Infos auch bei Telepolis, 11. Mai 2006
und auch in Deutschland hat wohl der BND ein wenig zu viel wissen wollen…
Stern, 12. Mai 2006
tagesschau.de, 12. Mai 2006
Literatur zu Überwachung wird immer mehr… daher ein paar Texte zum Lesen und Wiederlesen…
James B. Rule hat bereits 1974 ein Buch mit dem Titel Private Lives and Public Surveillance geschrieben und schreibt immer noch zu dem Thema…. das Buch bekommt man über Online Antiquariate..
Anti-Surveillance von Brian Martin von 1993 (Anarchist Studies, Vol. 1, 1993, pp. 111-129.)
und dann noch und immer wieder Neues und Inspirierendes von Gary T. Marx – z.B. „Forget Big Brother and Big Corporation: What about the Personal Uses of Surveillance Technology as Seen in Cases Such as Tom I. Voire?“ passend zur Diskussion um das Online Vigilantentum von hollabacknyc.com
viel spaß beim Lesen…
Mehr vom Shoeditch-Projekt. Die BBC kommentiert das Projekt, in dem die Bewohner Teil der Verbrechensbekämpfung sein sollen – und gleichzeitig einer ständien (Selbst)Kontrolle unterworfen sind.
„If residents are at home watching the live stream and they spot something they immediately call the police station,“ explains Digital Bridge chief executive James Morris.
Parallel zur Sicherheits- und Sponsoren-WM findet am 24./25. Juni 2006 in den Räumen der NGBK in der Oranienstraße 25, 10999 Berlin-Kreuzberg die internationale Tagung „POLICING CROWDS – PRIVATIZING SECURITY: Neoliberal Policing in the long 1990s – and Beyond“ statt. Die Tagungsbeiträge werden sich mit den Zusammenhängen von Sport und Sicherheit im Neoliberalismus, der Kommodifizierung von Sicherheit, der Expansion der Überwachung und der Zukunft sozialer Bewegungen nach 9/11 beschäftigen.
Tagungssprache ist Englisch. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.policing-crowds.org.
Was früher die grauseligen Anschläge an Polizeiwachen und anderen Orten waren, sind nun die Bilder von Überwachungskameras – Sussex Police (BBC News, 7. Mai 2006) geht mit ihren Laptops in Schulen und Gefängnisse um die Bilder erkennungsdienslich einzusetzen. Die Lehrer, Schüler, Wärter und Insassen sollen dabei der Polizei helfen, den Bildern Personen zuzuordnen…. Spätestens jetzt hat die Videoüberwachung ihren präventiven Charakter verloren und dient der reinen Überwachung… angesichts von Kürzungen bei der Polizei auch hier in Deutschland eine beängstigende Vorstellung…. wer da so alles falsch liegen kann… denn wer kontolliert eigentlich dieses Gebahren…
„We need the support of our communities to make Sird a success,“ said Mr Asser.
…und dann überwacht bald jeder jeden… was eine Atmosphäre!!
Das Thema ist ja schon länger bekannt – in einem Wohnviertel in London sollen die Anwohner Zugang zu ihrem eigenen Kamerasystem bekommen, um ihre Nachbarschaft selbst überwachen zu können. Hier noch Mal der letzte Stand aus dem Telegraph vom 8. Mai 2006. Insgesamt sind dafür 12 Mio. Pfund bereitsgestellt worden… u.a. von der EU…
The project is funded by the Government, European Structural Funds and the private sector, and is endorsed by Hackney police. It has been produced by the Shoreditch Trust, a regeneration body managed by residents.