Gedanken zur Ãœberwachung – neu und alt

Literatur zu Ãœberwachung wird immer mehr… daher ein paar Texte zum Lesen und Wiederlesen…

James B. Rule hat bereits 1974 ein Buch mit dem Titel Private Lives and Public Surveillance geschrieben und schreibt immer noch zu dem Thema…. das Buch bekommt man über Online Antiquariate..

Anti-Surveillance von Brian Martin von 1993 (Anarchist Studies, Vol. 1, 1993, pp. 111-129.)

und dann noch und immer wieder Neues und Inspirierendes von Gary T. Marx – z.B. “Forget Big Brother and Big Corporation: What about the Personal Uses of Surveillance Technology as Seen in Cases Such as Tom I. Voire?” passend zur Diskussion um das Online Vigilantentum von hollabacknyc.com

oder: Soft Surveillance: The Growth of Mandatory Volunteerism in Collecting Personal Information—”Hey Buddy Can You Spare a DNA?”

viel spaß beim Lesen…

Kameras für jeden – ein Schritt zu weit?

Mehr vom Shoeditch-Projekt. Die BBC kommentiert das Projekt, in dem die Bewohner Teil der Verbrechensbekämpfung sein sollen – und gleichzeitig einer ständien (Selbst)Kontrolle unterworfen sind.

“If residents are at home watching the live stream and they spot something they immediately call the police station,” explains Digital Bridge chief executive James Morris.

“Policing Crowds – Privatizing Security” : Tagung zu neoliberaler Sicherheitspolitik

Parallel zur Sicherheits- und Sponsoren-WM findet am 24./25. Juni 2006 in den Räumen der NGBK in der Oranienstraße 25, 10999 Berlin-Kreuzberg die internationale Tagung “POLICING CROWDS – PRIVATIZING SECURITY: Neoliberal Policing in the long 1990s – and Beyond” statt. Die Tagungsbeiträge werden sich mit den Zusammenhängen von Sport und Sicherheit im Neoliberalismus, der Kommodifizierung von Sicherheit, der Expansion der Ãœberwachung und der Zukunft sozialer Bewegungen nach 9/11 beschäftigen.

Tagungssprache ist Englisch. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.policing-crowds.org.

Most wanted!

Was früher die grauseligen Anschläge an Polizeiwachen und anderen Orten waren, sind nun die Bilder von Ãœberwachungskameras – Sussex Police (BBC News, 7. Mai 2006) geht mit ihren Laptops in Schulen und Gefängnisse um die Bilder erkennungsdienslich einzusetzen. Die Lehrer, Schüler, Wärter und Insassen sollen dabei der Polizei helfen, den Bildern Personen zuzuordnen…. Spätestens jetzt hat die Videoüberwachung ihren präventiven Charakter verloren und dient der reinen Ãœberwachung… angesichts von Kürzungen bei der Polizei auch hier in Deutschland eine beängstigende Vorstellung…. wer da so alles falsch liegen kann… denn wer kontolliert eigentlich dieses Gebahren…

“We need the support of our communities to make Sird a success,” said Mr Asser.

…und dann überwacht bald jeder jeden… was eine Atmosphäre!!

Kameras für die Anwohner

Das Thema ist ja schon länger bekannt – in einem Wohnviertel in London sollen die Anwohner Zugang zu ihrem eigenen Kamerasystem bekommen, um ihre Nachbarschaft selbst überwachen zu können. Hier noch Mal der letzte Stand aus dem Telegraph vom 8. Mai 2006. Insgesamt sind dafür 12 Mio. Pfund bereitsgestellt worden… u.a. von der EU…

The project is funded by the Government, European Structural Funds and the private sector, and is endorsed by Hackney police. It has been produced by the Shoreditch Trust, a regeneration body managed by residents.

Diskret oder diskreditierend? USA verzichten auf Big Brother Award 2006

Jedes Jahr wird in etlichen Ländern der sogenannte “Big Brother Award” verliehen. Der Negativpreis soll besonders neugierige Zeitgenossen (aka Schnüffler), Daten”kraken” und ähnliche “Freunde” der Öffentlichkeit vorstellen.

Traditionell wird der amerikanische Big Brother Award bei der Konferenz “Computer, Freedom and Privacy” (kurz CFP) verliehen, eine Veranstaltung, bei der unter anderem Simon Davies von Privacy International (einer britischen Bürgerrechts- und Datenschutzorganisation) durch originelle Verkleidungen für die humoristische Einlage sorgte. Dieses Jahr aber war etwas anders bei der CFP 2006: denn einen Big Brother Award gab es nicht.

Schutzwesten trotz Videoüberwachung?!

Die Hamburger Hochbahn hat für ihre Fahrkartenprüfer und die Hochbahn-Wachen Schutzwesten gekauft – bei 60 Angriffen auf die Mitarbeiter allein 2005, so weit, so gut. Ãœberhaupt ist der öffentliche Nahverkehr in Hamburg sehr sicher… 0,6 Straftaten pro 1 Mio. Fahrgäste… und dabei hat auch die Videoüberwachung geholfen…..so die Hochbahn in Hamburg… nur dass es in 2004 ‘nur’ 40 Ãœberfälle auf Mitarbeiter waren und ein Jahr später 20 mehr… das scheint auch die Videoüberwachung nicht verhindert zu haben… also was denn jetzt: sicher oder unsicher… ??

NDR Online, 4. Mai 2006

Die Sicherheitsgesellschaft

Im Verlag für Sozialwissenschaften ist das Buch “Die Sicherheitsgesellschaft. Soziale Kontrolle im 21. Jahrhundert” von Peer Stolle und Tobias Singelnstein zum Stand
und zur Entwicklung von Ãœberwachung, Strafe, Sicherheitspolitik und sozialer Kontrolle erschienen.

Die beiden Autoren werden auf dem Auftaktpodium des Forum “Stadt – Sicherheit” beim BUKO29 als ReferentInnen zur Verfügung stehen: